Interview

14.08.2018

Der verbale Doppelpass

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Was Okan Yavus (TSV Gersthofen) und Mark Huckle (TSV Meitingen) vor dem Bezirksliga-Derby am Mittwoch über ihren jeweiligen Ex-Verein zu sagen haben

Am Mittwoch stehen sich ab 18 Uhr in der Abenstein-Arena der TSV Gersthofen und der TSV Meitingen zum Derby in der Fußball-Bezirksliga Nord gegenüber. Vor dem prestigeträchtigen Duell zweier Titelanwärter fragten wir bei zwei Spielern nach, die jeweils schon das Trikot des Gegners getragen haben. Okan Yavus (24/TSV Gersthofen) spielte von 2013 bis 2016 insgesamt drei Jahre beim TSV Meitingen, ehe er nach Gersthofen wechselte. Mark Huckle ging den umgekehrten Weg. Der 28-Jährige verließ im Juni dieses Jahres den TSV Gersthofen und spielt seitdem beim TSV Meitingen. Hier der verbale Doppelpass.

Hallo Herr Yavus, was vermissen Sie beim TSV Gersthofen, was Sie während ihrer Zeit beim TSV Meitingen als äußerst positiv empfunden haben?

Das Schafkopfen. In Meitingen haben wir nach dem Training oft im Sportheim zusammen gesessen und gekartelt. Dabei hat mir insbesondere Arthur Fichtner gezeigt, wie man Schafkopf spielt. Zuvor hatte ich keine Ahnung. Jetzt sitzt bei mir dank Artur diese Art des bayerischen Volkssports.

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Und wie sieht es bei Ihnen aus, Mark Huckle? Was fehlt Ihnen im Vergleich zum TSV Gersthofen bei Ihrem neuen Verein TSV Meitingen?

Das schöne Stadion in Gersthofen vermisse ich. Die Kunstrasenplätze dort allerdings nicht. Ich mag es nicht, auf so einem Untergrund zu trainieren oder zu spielen. Im Vergleich zu Meitingen gibt es in Gersthofen wesentlich weniger Mücken. Hier in den Lechauen in Meitingen werden diese kleinen Biester im Training oft zur Plage.

Der Start in die neue Bezirksliga-Saison verlief für beide Vereine enttäuschend. Gersthofen verlor 0:4 beim TSV Nördlingen II, Meitingen handelte sich eine 0:4-Klatsche gegen den SV Holzkirchen ein. War es für Sie ein kleiner Trost, dass auch Ihr Ex-Verein am ersten Spieltag richtig was auf die Mütze bekommen hat?

Ich muss ehrlicherweise zugeben, dass die Klatsche meines Ex-Vereins für mich schon eine gewisse Genugtuung war. Als Kapitän beim TSV Gersthofen haben wir nie bei der Zweiten Mannschaft des TSV Nördlingen verloren. Insofern überraschte mich dieses Ergebnis. Als ich es hörte, musste ich schmunzeln. Trotzdem ärgerte ich mich mehr über das eigene 0:4 gegen Holzkirchen.

Wir beim TSV Gersthofen schauen nur auf uns selbst. Ergebnisse der anderen Mannschaften sind eher zweitrangig. Dass wir in Nördlingen verloren haben, war hoffentlich ein Weckruf für die gesamte Mannschaft. Wir haben gemerkt, dass wir nur mit einer hundertprozentigen Leistung bestehen können. Wenn du nur ein Prozent weniger gibst, wird es in dieser Liga immer schwer.

Nach den Auftaktpleiten feierten beide Mannschaften zwei wichtige Siege und stehen nun vor dem Derby mit je sechs Punkten auf den Rängen fünf und sechs. Wer klettert in der Tabelle nach dem Spiel am Mittwochabend weiter nach oben?

Natürlich der TSV Gersthofen. Derbys sind dazu da, um diese zu gewinnen. Der TSV Meitingen wird es bei uns in der Arena schwer haben. Ich freue mich auf das Spiel vor heimischer Kulisse.

Da Meitingen der Sieger sein wird, klettern natürlich wir weiter nach oben. Es wird aber bestimmt ein schweres Match für uns. Ich glaube aber, dass wir die abgezocktere Mannschaft stellen und aufgrund unserer Erfahrung Vorteile haben.

Sowohl der TSV Gersthofen als auch der TSV Meitingen zählen zu den Anwärtern auf den Titel in der Bezirksliga Nord. Welche der beiden Mannschaften wird am Saisonende die Nase vorne haben?

Wir werden natürlich am Schluss vor Gersthofen landen. Ob es aber zu Platz eins reicht, muss man abwarten. Wir müssen vor allem ein Auge auf den SC Bubes- heim haben. Bubesheim hat eine starke Truppe. Der FC Ehekirchen und vielleicht sogar der SV Holzkirchen könnten überraschen. Dem hochgehandelten TSV Aindling traue ich weniger zu.

Wir waren im Vorjahr Vizemeister und wollten uns jede Saison verbessern. Das ist auch dieses Jahr so. Das heißt aber nicht, dass wir automatisch Meister werden. Da gibt es mit dem SC Bubesheim, der viel Geld in seinen Kader investiert hat, dem FC Ehekirchen und dem TSV Meitingen noch drei weitere ambitionierte Mannschaften. Wenn wir Woche für Woche unsere Leistung bringen, dann bin ich sehr zuversichtlich.

Egal, wie die Partie am Mittwochabend in Gersthofen endet, werden Sie sich nach dem Abpfiff ein Bierchen gönnen und mit wem von der gegnerischen Mannschaft würden Sie besonders gerne anstoßen?

Klar werde ich mir ein Bierchen gönnen, selbst bei einer Niederlage. Und wenn wir gewinnen, lade ich Fabian Wolf zu einem gemeinsamen Umtrunk ein. Mit ihm verstehe ich mich besonders gut. Schließlich haben wir drei Jahre zusammen beim TSV Meitingen auf der linken Seite gespielt. Sobald die 90 Minuten auf dem Platz vorüber sind, werden wir auch wieder Freunde sein.

Da ich am Mittwoch 29 Jahre alt werde und Geburtstag habe, werde ich sowieso etwas Trinken. Ich hoffe sehr, dass ich doppelten Grund zum Feiern habe und meine Ex-Kollegen, auch wenn sie das Spiel verlieren, mit mir gemeinsam anstoßen.

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