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Aystetten

01.03.2019

Die Geheimwaffe muss in der Kabine bleiben

Sie sollen dem Spiel des SV Cosmos Aystetten neue Impulse verleihen. Daniel Michl (links), der nach langer Verletzungspause wieder fit ist, und Stefan Schnurrer, der vom TSV Gersthofen kam und in Aystetten den Spaß am Fußball wieder finden will.
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Sie sollen dem Spiel des SV Cosmos Aystetten neue Impulse verleihen. Daniel Michl (links), der nach langer Verletzungspause wieder fit ist, und Stefan Schnurrer, der vom TSV Gersthofen kam und in Aystetten den Spaß am Fußball wieder finden will.
Bild: Oliver Reiser

Warum der SV Cosmos Aystetten seinen Winter-Neuzugang Dino Tuksar erst im Juli einsetzen darf. Der Landesligist startet gleich mit einem Schlüsselspiel im Abstiegskampf

Wenn für die Narren die heißeste Phase beginnt, ist für die Fußballer in der Landesliga Südwest Schluss mit lustig. Am Faschingssamstag startet die Saison 2018/19 in die Rückrunde. Und das gleich mit einem Keller-Kracher. Bevor der SV Cosmos Aystetten am Faschingssamstag (Anpfiff 15 Uhr) beim FC Gundelfingen antreten muss, haben wir der Mannschaft aus den westlichen Wäldern im AL-Frühjahrs-Check noch auf den Zahn gefühlt. In den nächsten Tagen werden wir dann die Bezirksligisten SC Altenmünster, TSV Gersthofen und TSV Meitingen unter die Lupe nehmen, die am 17. März in die Restsaison starten.

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Soll & Haben

Mit 25 Punkten steht der SV Cosmos auf dem 14. Rang. Das ist der erste Platz, der den direkten Klassenerhalt garantiert. „Das war extrem wichtig, dass wir über dem Strich überwintern durften“, sagt Trainer Marco Löring. Die Aystetter hätten eigentlich zwei Punkte mehr, doch zwei gingen verloren, als das 0:0 gegen den SC Olching in eine 0:2-Niederlage umgewandelt und zusätzlich ein weiter Punkt abgezogen wurde, weil man einen nicht spielberechtigten Spieler eingesetzt hatte. Der Nachweis der Sozialversicherungsabgaben für Vertragsamateur Patrick Szilagyi wurde trotz mehrfacher Mahnung nicht vorgelegt. Auch ohne dieses Malheur habe man in der Vorrunde fünf bis sieben Punkte zu wenig geholt. „Wir sind mit einer Mischung aus Allem ins eine negative Phase geraten“, zählt Löring die Zutaten auf: Gute Spiele wurden nicht gewonnen, fehlendes Spielglück, Unvermögen, Urlaube zur falschen Zeit, Verletzungen und Rote Karten. „Das hat uns wehgetan.“ Insgesamt hätte er mehr erwartet. „Das war ein Schuss vor den Bug. Aber wir haben realisiert, was Sache ist und intern an den richtigen Stellschrauben gedreht. Jetzt ist wieder allen bewusst, dass wir einen anderen Anspruch haben.“

Die Geheimwaffe muss in der Kabine bleiben

Hin & Weg

Eigentlich sollte der Kroate Dino Tuksar so etwas wie die Geheimwaffe im Kampf gegen den Abstieg werden. Doch der 23-Jährige, der zuletzt in England für Harborough Town und Corby Town gespielt hat und in der Vorbereitung mit drei Treffern überzeugen konnte, hatte beim KSV Trenk einen Passantrag unterschrieben, als er vergangenes Jahr nach Deutschland kam. „So fällt er in der zweiten Transferphase und ist erst im Juli spielberechtigt“, erklärt Löring. Sämtlich Interventionen, weil er nie für den KSV Trenk gespielt hat, blieben beim Verband ungehört. Nachdem die Frist für einen Wechsel am 31. Januar abgelaufen ist, bleibt Stefan Schnurrer der einzige Neuzugang. Der 25-Jährige spielte von Kindesbeinen an beim TSV Gersthofen, hat dort aber zuletzt den Spaß am Fußball verloren und ein halbes Jahr pausiert. An seiner Fitness muss noch gearbeitet werden. Getrennt hat man sich von Kaan Dogan, weil man sich nicht sicher war, ob der 20-Jährige Abstiegskampf kann. Dogan, der in der Vorrunde in 17 Partien drei Treffer erzielt hat, ist zum Bezirksligisten SV Türkgücü Königsbrunn gewechselt.

Team & Chef

Marco Löring muss in der Rückrunde auf seinen bisherigen Co-Trainer Gerald von Zehmen verzichten, der aus persönlichen Gründen aufgehört hat. Unterstützt wird Löring nun von Aleksandar Canovic und Torwarttrainer Claus Zerbe. Canovic wird auch am Samstag in Gundelfingen und eine Woche später am Spielfeldrand stehen. Chefcoach Löring hatte ja bekanntlich eine dreimonatige Funktionssperre aufgebrummt bekommen, weil er als Mannschaftverantwortlicher eingetragen war, als der nicht spielberechtigte Akteur eingesetzt wurde. Nun ist er nochmals für zwei Spiele gesperrt worden, weil er bei Freundschaftsspielen auf der Bank saß. Außerdem gab es saftige Geldstrafen. Löring ist sich keiner Schuld bewusst: „Auf den BFV-Seiten im Internet war der Spieler nicht als gesperrt markiert und die Sperre galt angeblich nur für Pflichtspiele.“ Am Spieltag darf er nun keinen Kontakt zu seiner Mannschaft haben. „Vielleicht setzte ich mir zum Zuschauen eine Pappnase auf“, hat die rheinische Frohnatur seinen Humor nicht verloren.

Glücks- & Sorgenkinder

Manuel Britsch, Daniel Michl oder Vladimir Djajic stehen wieder zur Verfügung. Der 25-jährige Britsch hat seit seinem Wechsel vom TSV Schwabmünchen im Sommer noch keine einzige Minute im Cosmos-Trikot absolviert, Michl kam lediglich zu zwei Kurzeinsätzen, die insgesamt fünf Minuten betrugen, und Djajic war fünfmal dabei. „Das sind eigentlich die echten Neuzugänge“, freut sich Löring. Sein Sorgenkind heißt Dino Tuksar, der auf Eis liegt. „Er wäre eine Bereicherung gewesen“, versteht er nicht, dass es hier keinen Weg gibt, dem jungen Mann das Fußballspielen zu ermöglichen.

Test & Taktik

„Die Ergebnisse sind zweitrangig“, sagt Marco Löring. Sie lesen sich durchwachsen. Der erste Test gegen den SC Altenmünster musste wegen Schneefall ausfallen. Nach einem ansehnlichen 4:1 gegen den VfL Ecknach wurde gegen den Kreisligisten SSV Anhausen mit 1:2 verloren. Auch beim 1:1 gegen den Kissinger SC und beim 2:0 gegen den Kreisklassisten KSV Trenk konnte man sich nicht mit Ruhm bekleckern. Das 4:0 gegen den Bezirksligisten TSV Aindling gibt jedoch Hoffnung. „Wir haben uns gut vorbereitet, hatten keine Verletzungen und stets 16 bis 21 Mann in Training“, zeigt sich Löring zufrieden.

Start & Ziel

Es geht los mit zwei Duellen gegen die direkten Mitkonkurrenten FC Gundelfingen und SV Mering. „Da wären vier Punkte optimal“, sagt Löring, der den kommenden Gegner viel mehr unter Druck sieht. „In Gundelfingen tendieren die Ansprüche Richtung Bayernliga.“ Mit fünf Siegen aus den noch ausstehenden 13 Spielen wäre laut Löring die magische 40-Punkte-Grenze erreicht. Ob das reicht? „Das weiß bei dieser Wundertüte keiner“, denkt Löring laut nach. Also sollte man lieber den einen oder anderen Zähler mehr sammeln. Denn der Großteil der Mannschaft hat bereits für die kommende Saison zugesagt und auch Marco Löring hat nicht vor, wo anders hinzugehen. „Wir haben beide noch große Lust“, spricht der 36-Jährige Ex-Profi für sich und den Cosmos-Vorsitzenden Thomas Pflüger.

AL-Prognose:Elf Klubs sind in der Verlosung für die drei Relegationsplätze. Und der SV Cosmos Aystetten ist mitten drin, statt nur dabei. Es wird eng. Verdammt eng.

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