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Gersthofen

15.05.2018

Manchmal muss der Sekt noch warten

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Vor dem letzten Heimspiel des TSV Gersthofen gegen den FC Horgau verabschiedete Vize-Abteilungsleiter Ulf Haas den bisherigen Trainer Eddi Keil und seinen Co-Trainer Roman Artes (von rechts), die noch den Grundstein zur Vizemeisterschaft gelegt hatten.
Bild: Oliver Reiser

Während der TSV Gersthofen seine Ex-Trainer verabschiedet und Platz zwei feiert, stehen der TSV Dinkelscherben und der TSV Diedorf vor einem Endspiel

In der Bundesliga sind die Entscheidungen gefallen. Am Donnerstag startet dort die Relegation zwischen dem VfL Wolfsburg und Holstein Kiel. Die Vereine aus der Region müssen sich noch etwas gedulden. Sicher hat den Meistertitel bisher nur der SSV Neumünster-Unterschöneberg. Das Ticket zur Landesliga-Relegation hat der TSV Gersthofen mit dem 4:2-Heimsieg gegen den FC Horgau gebucht.

Sensationell, was diese Mannschaft geschafft hat

„Ich möchte nur wissen, wo diese Erwartungserhaltung herkommt“, entgegnete Trainer Gerhard Hildmann Kritikern, die den TSV gegen das längst abgestiegene Schlusslicht wackeln gesehen haben wollen. „Es ist sensationell, was diese Mannschaft geschafft hat“, blickt der Coach auf satte 66 Punkte. In der Tat: Das hätte in den meisten anderen Ligen sogar zum Meistertitel gereicht. In der Bezirksliga Nord war jedoch mit dem VfR Neuburg eine mit ehemaligen Regionalliga- und Bayernligaspielen gespickte Übermannschaft vertreten. Beim TSV Gersthofen haben nur Michal Korenik, Mark Huckle und Rudi Kine höherklassig gespielt. Alle anderen Akteure kommen aus dem eigenen Nachwuchs.

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Den Grundstein zur Vizemeisterschaft hat noch der im Winter zurückgetretene Eddi Keil gelegt, der am Samstag zusammen mit den Co-Trainern Roman Artes und Andi Stieglitz verabschiedet wurde. Artes durfte tags darauf mit dem FC Affing die Meisterschaft in der Kreisliga Ost feiern. Keil, der inzwischen beim TSV Pöttmes spielt, muss sich in dieser Liga mit Platz drei zufriedengeben.

„Die Relegation ist jetzt Bonusmaterial“, sagt Gerhard Hildmann, „wir haben nichts zu verlieren.“ Der erfahrene Trainer des TSV Gersthofen weiß genau, dass auch die möglichen Landesliga-Konkurrenten nicht mit breiter Brust daher kommen. Der FC Stätzling unterlag zuletzt dem FC Memmingen II mit 1:5, der TSV Aindling blamierte sich mit einer 0:1-Heimniederlage gegen den Tabellenletzten TV Bad Grönenbach. Nicht nur das Ergebnis widersprach den Erwartungen des TSV.

Hätte der TSV Dinkelscherben das Spiel bei der DJK Lechhausen gewonnen, wären auch die Lila-Weißen sicher in der Relegation zur Bezirksliga. Doch es reichte nur zu einem 1:1. „Wir haben unsere Chancen nicht genutzt, Lechhausen, das den Spielbetrieb eingestellt hat und nur hinten drin gestanden war, aus einer einzigen einen Treffer gemacht“, ärgert sich Spielertrainer Manuel Degendorfer. Schmerzlich vermisst wurde Torjäger Daniel Wiener, der kurzfristig verletzt passen musste. Er hätte vielleicht das Tor gemacht.

Hätte der TSV Diedorf das 2:2 gegen den bereits feststehenden Meister Türkgücü Königsbrunn über die Zeit gebracht, wäre der Klassenerhalt gesichert gewesen. Doch in der Nachspielzeit mussten die Fuchs-Schützlinge das 2:3 hinnehmen.

Hätte, hätte, Fahrradkette – so bestreiten der TSV Dinkelscherben und der TSV Diedorf am letzten Spieltag ein Finale. „Beide müssen gewinnen“, weiß Degendorfer um den Ernst der Lage. Seine Mannschaft, weil man davon ausgehen kann, dass der TSV Schwabmünchen II den Absteiger SV Schwabegg besiegt, der TSV Diedorf, weil der TSV Leitershofen sein Heimspiel gegen den Absteiger SV Hammerschmiede gewinnen sollte. Dann hätten beide 26 Punkte und der direkte Vergleich würde für Leitershofen den Ausschlag geben. „Ich hätte mir es anders gewünscht“, sagt Manuel Degendorfer, den ein komisches Gefühl beschleicht, als Diedorfer gegen Diedorf antreten zu müssen. „Aber beide sind selbst schuld. Obwohl die Relegation natürlich cool ist, wäre es für uns kein so großer Beinbruch, wenn wir nur Dritter werden, als wenn man absteigt.“

Im Kampf um Platz zwei in der Kreisliga West benötigt der SC Altenmünster am Samstag in Waldstetten rechnerisch noch einen Zähler, um sicher an der Bezirksliga-Relegation teilnehmen zu können. Für Fabian Herdin, der vor dem letzten Heimspiel gegen den BC Schretzheim gemeinsam mit Michael Schubert (wechselt zum FC Emersacker) und Tobias Scherer (Karriereende) für seine langjährigen Verdienste und Treue zum Verein mit einem Blumenstrauß verabschiedet wurde, wäre es nochmals ein letzter Höhepunkt in seiner langjährigen Laufbahn bei den Zusamtalern. Nach dieser Saison ist für den 36-Jährigen Schluss.

Fabian Herdin avanciert zum Rekordspieler

Bereits mit 18 Jahren bestritt Herdin sein erstes Punktspiel für den SCA. Bis auf ein zweijähriges Intermezzo als Spielertrainer bei der SpVgg Auerbach-Streitheim hat er seinem Heimatverein stets die Treue gehalten, darunter auch drei Jahre als Spielertrainer. Mit mehr als 600 Einsätzen avancierte Fabian Herdin zum Rekordspieler in einer ersten Mannschaft des SC Altenmünster, der in diesem Jahr immerhin auf sein 70-jähriges Bestehen zurückblicken kann. Als Herdin beim Stande von 4:0 gegen Schretzheim in der 88. Minute ausgewechselt wurde, schenkte ihm Trainer Goran Boric seine eigene Bühne.

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