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Augsburg

29.06.2020

Betreiberwechsel: Grüne fürchten Probleme beim Bahnverkehr für Augsburg

Der Bahnbetreiber Go Ahead wird einen großen Teil des Schienennahverkehrs rund um Augsburg ab 2022 übernehmen. Dann gibt es neue Züge.
Bild: Go Ahead

Plus Der Regionalbahnbetreiber „Go Ahead“ übernimmt Ende 2022 den Betrieb wichtiger Bahnstrecken in der Region. Dazu zählt die Bahnstrecke Ulm – Augsburg – München.

Die Landtags-Grünen sehen den für Ende 2022 geplanten Betreiberwechsel auf der Bahnstrecke Ulm Augsburg München mit Sorge, nachdem das Verkehrsministerium in einer Antwort auf eine Anfrage feststellt, dass der neue Betreiber Go Ahead seinem Zeitplan hinterherhinke. Man habe Go Ahead um eine schriftliche Stellungnahme gebeten, wie die Lage beim Personal-Aufbau und dem Bau der Werkstatt in Langweid (Kreis Augsburg) sei, so das Ministerium. Aufgrund von Schwierigkeiten beim Go-Ahead-Betriebsstart auf Strecken in Baden-Württemberg beobachte man die Situation aufmerksamer als in anderen Netzen, zumal das Fugger-Express-Netz in Bayern zu den wichtigsten Netzen gehöre.

Go Ahead beschwichtigt Bedenken der Grünen

Die Grünen fordern den Freistaat auf, Druck zu machen. „Der Betrieb der Bahnlinie Ulm – Augsburg – München ist für unsere Stadt und Region von außerordentlicher Bedeutung. Insbesondere viele Berufspendler sind auf eine zuverlässige Bahnanbindung angewiesen“, so die Augsburger Abgeordnete Stephanie Schuhknecht. Es sei Aufgabe des Freistaats, für einen reibungslosen Betrieb zu sorgen. Ansonsten werde die Verkehrswende nicht klappen.

Go Ahead hatte bereits vor einigen Wochen erklärt, dass man durch die Corona-Pandemie bei der Lokführer-Ausbildung etwas ausgebremst worden sei. „Aber jetzt läuft alles wieder in gewohntem Umfang“, so Go-Ahead-Sprecher Winfried Karg. In diesem Jahr sollten noch vier Kurse beginnen. Man suche weiterhin nach Bewerbern, so Karg. Das Unternehmen werde in nächster Zeit eine eigene Ausbildungsakademie gründen, da in der ganzen Branche bundesweit rund 1000 Lokführer fehlen.

Go Ahead erklärte, mit dem Freistaat in enger Abstimmung zu stehen. Im Hinblick auf die Situation in Baden-Württemberg, wo Go Ahead vor einem Jahr Teile des Nahverkehrs übernahm, habe sich die Situation inzwischen deutlich verbessert. Mitte Juni lag die Pünktlichkeitsquote laut Zahlen von Go Ahead bei knapp 94 Prozent.

Pendlerzahlen von und nach Augsburg steigen deutlich

Go Ahead Deutschland (die Konzernmutter sitzt in Großbritannien) wird Ende 2022 den Nahverkehr auf den elektrifizierten Strecken rund um Augsburg (Richtung Donauwörth, Ulm und München) übernehmen. Das Unternehmen hatte sich in der turnusmäßigen Ausschreibung durch den Freistaat vor eineinhalb Jahren gegen den bisherigen Betreiber DB Regio durchgesetzt.

Wichtig ist der Bahnverkehr auch vor dem Hintergrund gestiegener Pendlerzahlen in der Region. Wie aus den aktuellen Zahlen der Arbeitsagentur hervorgeht, stieg die Zahl der Pendler von und nach Augsburg in den vergangenen fünf Jahren deutlich, wobei das Tempo zuletzt abnahm. Im Vergleich zu 2015 stieg die Zahl der Einpendler um 5 Prozent und um 22,4 Prozent bei den Auspendlern.

Die Augsburger Stadtgrenzen werden täglich von mehr als 125.000 Menschen auf dem Weg zur Arbeit überschritten. Enge Beziehungen gibt es traditionell zwischen Stadt und Landkreis Augsburg. Inzwischen pendeln aber auch knapp 9500 Augsburger nach München.

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01.07.2020

>> ...nachdem das Verkehrsministerium in einer Antwort auf eine Anfrage feststellt, dass der neue Betreiber Go Ahead seinem Zeitplan hinterherhinke. <<

Bei welchem Teilnetz? München - Lindau ab 12/2021 oder Augsburger Netze ab 12/2022 ?

Über welche Zeitverzögerung sprechen wir?

Wir erfahren nichts - nur die Grünen haben einen großen Auftritt, den Sie uns beim Tram-Westausgang ihres großartigen Klimaschutz-Bahnhofstunnels schuldig bleiben.

In welchem Sektor ist der Zeitverzug? Fahrzeuge, Werkstatt, Personal? Ich habe den Artikel gelesen und weiß es nun nicht - ich kenne nur die Absicht eine Frage zu stellen:

>> Man habe Go Ahead um eine schriftliche Stellungnahme gebeten, wie die Lage beim Personal-Aufbau und dem Bau der Werkstatt in Langweid (Kreis Augsburg) sei, so das Ministerium. <<

Diese 2 Punkte wären aber für die in 2 1/2 Jahren startenden Verkehre um Augsburg kaum kritisch zu sehen. Das sieht im Vergleich mit anderen Betriebsübernahmen eher reichlich aus.

Für die Werkstatt läuft schon die Planfeststellung:

https://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg-land/Plaene-fuer-Zugwerkstatt-von-Go-Ahead-in-Langweid-liegen-aus-id57161286.html

Nachdem Stadler und Siemens nicht für größere Lieferverzögerungen bei den Fahrzeugen bekannt sind, bleibt eigentlich nur das Thema Personal.

>> Man suche weiterhin nach Bewerbern, so Karg. Das Unternehmen werde in nächster Zeit eine eigene Ausbildungsakademie gründen, da in der ganzen Branche bundesweit rund 1000 Lokführer fehlen. <<

Vor einem Jahr sah das wirklich spannend aus; inzwischen kann man das etwas gelassener sehen. Rezession und Stellenabbau kommen schon...

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