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Kommunalpolitik

20.03.2018

Grab legt den Zoff bei Freien Wählern offen

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Johann Häusler (l.) war Festredner bei der WSA. Mit auf dem Bild sind Anna Tabak und Peter Grab.
Bild: Bernd Hohlen

Zwischen Stadt und Land ist die Stimmung alles andere als harmonisch. Und das nicht nur wegen der möglichen Landtagskandidatur des WSA-Mannes

„Stadt und Land – Hand in Hand“ – es ist ein Slogan, der immer wieder gerne zitiert wird, wenn die Politik aus der Stadt Augsburg und dem Kreis Augsburg an einem Strang zieht. Wo es mit diesem Spruch allerdings überhaupt nicht passen will, ist das Verhältnis zwischen den Freien Wählern in Stadt und Landkreis Augsburg. Dies wird gerade jetzt offenkundig, wo es darum geht, wie der umtriebige Kommunalpolitiker Peter Grab (früher Pro Augsburg, jetzt WSA) womöglich bei den Freien Wählern angesiedelt werden kann. Peter Grab könnte als Landtagskandidat für die Freien Wähler im Stimmkreis Augsburg-West antreten. Es ist der Stimmkreis, zu dem neben Teilen des Augsburger Stadtgebiets die Städte Gersthofen und Neusäß gehören.

Am Dienstagabend wird der Kandidat in einer Versammlung der Freien Wähler in Hirblingen nominiert. Grab signalisiert sein Interesse. Antreten möchte ferner Regina Stuber-Schneider, die wie Grab dem Augsburger Stadtrat angehört, aber für die Freien Wähler. Das Besondere ist, dass die Freien Wähler aus dem Landkreis Grabs Kandidatur befürworten und die Freien Wähler aus der Stadt Augsburg ihn rigoros ablehnen.

Peter Grab spaltet richtiggehend die Auffassungen in den Kreisen der Freien Wähler. „Mit vereinten Kräften könnten wir wichtige Impulse im bedeutungsvollen Zusammenspiel zwischen dem ländlichen Raum und unserer Bezirkshauptstadt setzen“, sagt Johann Häusler. Er ist Landtagsabgeordneter der Freien Wähler und kommt aus Biberbach (Kreis Augsburg). Die Verbindung zu Grab und dessen Gruppierung WSA (Wir sind Augsburg) war erst vor wenigen Wochen ganz offenkundig gewesen. Johann Häusler war Festredner beim Neujahrsempfang der WSA im Augsburger Rathaus. Grab und Häusler betonten damals bereits das gute Zusammenspiel.

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Die beiden Augsburger Stadträte der Freien Wähler, Regina Stuber-Schneider und Volker Schafitel, ließen sich bei diesem Termin nicht blicken. Warum auch? Sie pflegen zu ihrem Stadtratskollegen Grab ein Nicht-Verhältnis. Beleg dafür: Als am Wochenende das Interesse von Grab an einer Landtagskandidatur spruchreif wurde, reagierte Regina Stuber-Schneider mit diesen Worten: „Mit einem Menschen, der durch eigenes Unvermögen und eigenes Fehlverhalten seinen Ruf so dauerhaft zerstört hat, arbeite ich nicht zusammen.“

Unter dessen Voraussetzungen dürfte es heute Abend bei der Nominierung kräftig zur Sache gehen.

Dass Peter Grab als WSA-Stadtrat für die Freien Wähler antreten könnte, ist rechtlich machbar. Im kommunalen Bereich will er weiter für die WSA agieren, die derzeit 145 Mitglieder hat. Dass es dabei eine engere Zusammenarbeit mit Schafitel und Stuber-Schneider geben könnte, ist auszuschließen. Dies betont Schafitel, der bei der Wahl 2013 für den Landtag kandidiert hatte.

Jenseits der Personalie Grab gilt das Verhältnis zwischen Freien Wählern in Stadt und Land als belastet. Wie zu hören ist, gibt es wenig Anknüpfungspunkte. Zumal die Rollen doch auch höchst unterschiedlich vergeben sind: Im Landkreis Augsburg sind die Freien Wähler die zweitstärkste Kraft. Nach der CSU stellen sie meisten Kreisräte. Die Freien Wähler in Augsburg dagegen spielen eine Rolle unter ferner liefen. Bei den Kommunalwahlen im März 2014 waren sie mit zwei gewählten Stadträten lediglich die achtstärkste Kraft. Im Land wird zudem gesehen, dass die Freien Wähler in Augsburg oft als ein politisches Sprungbrett gedient haben und es doch einige Wechsel aus anderen Parteien dorthin gab. Schafitel und Stuber-Schneider waren früher für die CSU aktiv, Stuber-Schneider saß für die Christsozialen bereits im Stadtrat.

Ein Wechselkandidat ist aber auch Peter Grab. Der frühere Kulturreferent, der kürzlich seinen 60. Geburtstag feierte, begann seine politische Laufbahn bei Pro Augsburg. Für die Bürgergruppierung saß er von 2008 bis 2014 in der Stadtregierung. Seit 2014 ist Grab Stadtrat, anfangs in der Fraktion von Pro Augsburg. Später kam es zum Bruch mit Pro Augsburg, wobei diese Trennung mehr vom Verein ausging als von den anderen beiden Stadtratskollegen Beate Schabert-Zeidler und Rudolf Holzapfel. Eine politische Nähe zu den Freien Wählern ist erkennbar. Unter anderem bei den Themen Theater und Universitätsklinik Augsburg stehen sich der WSA-Mann Grab und die Freien Wähler im Kreis Augsburg nahe. Das betont Grab auch gerne.

Gemeinsam mit Anna Tabak war Grab der entscheidende Initiator der Bürgervereinigung WSA. Tabak ist aktuell die Vorsitzende. Sie sagt zum Zusammenspiel von Grab und Freien Wählern: „Ich finde die Bündelung und die einhergehende Stärkung der parteifreien politischen Kräfte sehr begrüßenswert.“

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