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Augsburg

15.06.2014

Heiße Debatte bei der Feuerwehr

„Der Grünlandpreis wäre in Ordnung, alles andere hätte ein Geschmäckle.“Sieghard Schramm, Ex-Stadtrat, über das Grundstück im Schutzgebiet

Ex-Stadtrat Sieghard Schramm fürchtet, dass die Stadt das neue Gerätehaus ins Trinkwasser-Schutzgebiet bauen könnte. Der Grundstücksinhaber wäre zum Verkauf bereit

Haunstetten/Göggingen Noch gibt es keinerlei Planungen zum künftigen Standort des Gerätehauses der Freiwilligen Feuerwehr Haunstetten, doch die Diskussionen darüber laufen bereits.

Wie berichtet, favorisieren die Kameraden ein Grundstück in unmittelbarer Nähe ihrer derzeitigen Wache. Es gehört dem Landwirt Andreas Brem. Die Stadt müsste es dem Landwirt abkaufen. Das Areal liegt allerdings im Trinkwasserschutzgebiet. Gegen diese Idee gibt es Vorbehalte, beispielsweise von Sieghard Schramm, bis Mai saß er für die SPD im Stadtrat und Bauausschuss. „Ich kann mir kaum vorstellen, dass es in einem großen Stadtteil wie Haunstetten nicht gelingt, einen Standort zu finden, der nicht im Trinkwasserschutzgebiet liegt.“ Schramms Ablehnung hat vor allem mit der befürchteten Versiegelung des Bodens beziehungsweise der Sorge vor Bodenverschmutzung zu tun.

Alternative Standorte wie die Inninger Straße waren durchaus bereits im Gespräch, stießen bei den Kameraden aber auf wenig Begeisterung. Kommandant Michael Götz verweist darauf, dass viele Kameraden rund um das jetzige Haus wohnen und es zentral in Haunstetten gelegen ist. Dass ein Bau im erweiterten Trinkwasserschutzgebiet möglich ist, glaubt auch Andreas Brem. Schließlich sei dort auch das inzwischen abgerissene Schwesternheim errichtet worden. „Es gilt erst einmal zu klären, welche Lösung die Stadt will. Am bisherigen Standort wäre mein Grundstück die einzige verfügbare Fläche. Wenn das neue Gerätehaus dort entstehen soll, muss die Stadt mich kontaktieren. Ich lasse das Thema auf mich zukommen. An mir soll es nicht scheitern.“

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Es bestehe ohnehin kein Grund zur Eile, da im Masterplan der Stadt für die Feuerwehren festgelegt sei, dass zunächst Göggingen ein neues Gerätehaus erhalte und dann erst Haunstetten. Dies bestätigt auch Augsburgs neuer Ordnungsreferent Dirk Wurm (SPD). Der Neubau für den Nachbarstadtteil sei derzeit in Bearbeitung. „Aufgrund der Kommunalwahl wurden im Frühjahr keine Entscheidungen mehr durch die damals zuständigen Referenten getroffen und die Planungen und Festlegungen ruhten. Nach der Kommunalwahl wurde die Arbeit wieder aufgenommen.“ Entsprechend nach hinten verschiebt sich die Realisierung in Haunstetten. Erst wenn die notwendigen Grundsatzbeschlüsse wie Finanzierung oder Planfreigabe für Göggingen vorlägen und die Handwerker dort starten, begännen die Planungen für Haunstetten.

„Eine mögliche Ansiedlung im Trinkwasserschutzgebiet müsste dann genau geprüft werden“, so Wurm. Bislang nutzt Brem die Fläche noch für landwirtschaftliche Zwecke. Die Ernte liefert das Feuerwehrmitglied an eine Biogasanlage. Sollte es zu einem Abschluss zwischen Stadt und Landwirt kommen, dürfe dieser keinen Vorteil aus dem Verkauf ziehen, fordert Schramm. „Der Preis für Grünland wäre in Ordnung, alles andere hätte ein Geschmäckle.“

Einig sind sich alle Beteiligten darin, dass die Feuerwehr bessere Bedingungen dringend benötigt. Für Schulungen müssen die Fahrzeuge aus der Halle gefahren werden, weil Räume fehlen. Für Frauen gibt es nur eine Mini-Toilette und auch Duschen fehlen. Nach Einsätzen müssen sich die Kameraden mit den dreckigen Klamotten in ihre Autos setzen und nach Hause fahren, berichtet Götz. Auch sei die Fahrzeughalle zu niedrig für heutige Einsatzfahrzeuge. Doch bis das neue Haus steht, wird es wohl noch Jahre dauern. „Ich hoffe, dass das neue Gerätehaus bis 2020 realisiert wird. Spätester Zeitpunkt ist für uns aber in zehn Jahren. Dann feiern wir unser 150-jähriges Bestehen“, sagt Kommandant Götz unserer Zeitung.

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