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Augsburg

12.06.2020

Höhere Preise? Kritik an AVV-Plänen reißt nicht ab

Die für Juli angepeilte Tariferhöhung von knapp 4,9 Prozent ist die höchste Steigerung im AVV in den vergangenen 15 Jahren.
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus Trotz des derzeit eingeschränkten Angebots sollen die Fahrpreise für Bus und Tram steigen. Nun gibt es erneut Widerstand aus der Augsburger Kommunalpolitik gegen die Pläne.

Die Tickets im Augsburger Verkehrsverbund (AVV) werden ab Juli durchschnittlich um knapp fünf Prozent teurer. Hinter dem Augsburger Verkehrsverbund stehen die Stadt und der Kreis Augsburg, sowie die Landkreise Aichach-Friedberg und Dillingen. Als Begründung heißt es, wir wir bereits berichteten, allein die Stadtwerke Augsburg nähmen derzeit pro Monat rund zwei Millionen Euro weniger als sonst über Ticketverkäufe ein. Doch die geplante Tariferhöhung ruft immer mehr Widerstand in der Politik hervor.

Fraktionsübergreifende Kritik in Augsburg an Plänen des AVV

Nachdem sich bereits die Sozialfraktion ( SPD/Linke) und die Grünen kritisch zu dem Vorhaben äußerten, kommt nun auch Kritik von der Fraktion Bürgerliche Mitte (Freie Wähler, FDP und Pro Augsburg) sowie der ÖDP. Stadtrat Peter Hummel (FW) erklärt, in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit sei eine Tariferhöhung den Menschen nicht vermittelbar.

 

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Darüber hinaus sei das Konzept der kostenlosen City-Zone gescheitert. „Es wäre viel sinnvoller, diejenigen kostenlos fahren zu lassen, die ihr Auto auf einem Park-and-Ride-Parkplatz abstellen.“ Einen Schritt weiter geht die ÖDP: Stadtrat Christian Pettinger hat bei der Stadtverwaltung einen Antrag gestellt, die für Juli geplante Tariferhöhung auszusetzen.

Auch an der kostenlosen City-Zone in Augsburg gibt es Kritik aus der Politik

Außerdem solle die Taktfrequenz des ÖPNV mindestens wieder auf das Vor-Corona-Maß erhöht und die kostenlose City-Zone abgeschafft werden. Dadurch spare man sich die jährliche Ausfallzahlung in Höhe von 800.000 Euro an den AVV, erklärt Pettinger. Mit der Erhöhung verkaufe man schlechtere Leistung für mehr Geld. „Damit vergraulen wir auch noch die letzten Fahrgäste.“ Die geplante Tariferhöhung von knapp 4,9 Prozent ist die höchste Steigerung im AVV in den vergangenen 15 Jahren.

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Die Diskussion ist geschlossen.

13.06.2020

Ich verstehe nicht, warum die neue Stadtregierung bei soviel Kritik an den neuen Preisen, der SWA die Preiserhöhung durchgehen lässt?!

Den Grünen müsste doch ein günstiger Nahverkehr am Herzen liegen, oder nicht?

Nur so steigen mehr vom Auto auf umweltfreudlichere Verkehrsmittel um.

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12.06.2020

Für die neun Milliarden der Lufthansa, könnten wir im ganzen Land ein 365€ Ticket schaffen!!!

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12.06.2020

Für 1.60€ kommt man also nicht mal vom Stephingerberg mit dem Bus zur Cityallergie. Danke fürs Gespräch!

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12.06.2020

Die Zahl der Fahrgäste ist gefallen. Der Umsatz ist geringer. Die Kosten sind nicht wesentlich geringer, obwohl natürlich der Takt vergrößert wurde. ÖPNV verursacht nun einmal auch Kosten im Betrieb. Die Menschen wollen eben immer alles möglich kostenlos haben.

Natürlich ist es nicht billig, wenn man auf den ÖPNV angewiesen ist. Da könnte man eine Bezuschussung aus den Steuermitteln prüfen.

Aber das ist erst einmal was anderes.

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12.06.2020

Die neuen Preise für Einzel- und Zeitkarten des AVV entsprechen ziemlich genau denen vom MVV. Obwohl man natürlich in der Münchner Kernzone M in Form von U-Bahn und S- Bahn weitaus mehr Service bekommt, als in den Augsburger Zonen 10+20.
Radikale Sparmaßnahmen außerhalb der Stoßzeiten kommen halt nicht gut an, am Wochenende könnte man wahrscheinlich das ganze Augsburger Netz im unattraktiven 30- Minutentakt betreiben und es gäbe immer noch für jeden einen Sitzplatz. Und es war eben eine politische Entscheidung mit den extra langen Trams sehr viel Leerstand zu produzieren.
Ein Verkehrsbetrieb kann froh sein, wenn er 60% seiner Ausgaben über die Fahrscheine wieder reinbekommt. In einer solchen Situation kann man eigentlich nur noch mit einem möglichst einfachen Tarifsystem und freundlichem Personal punkten, wenn schon alles andere unattraktiv ist.

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12.06.2020

Instinktloser kann man gar nicht agieren, als dass man Preise, bei gleichzeitiger Reduzierung des Angebots und in dieser Corona-Krise, zum jetzigen Zeitpunkt erhöht. Noch dazu, wo die Treibstoffpreise extrem gesunken sind und man eben mit den "gestiegenen Treibstoffpreisen argumentiert. Der Staat buttert zig-Milliarden Hilfen in die Wirtschaft und dann wird erklärt,, dass die Kosten gestiegen wären. Gerade der ÖPNV sollte mehr subventioniert werden, wenn man möchte, dass noch mehr Leute auf den ÖPNV umsteigen. Besseres Angebot und sinkende Preise wären da ein starkes Argument, nicht umgekehrt!

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