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Augsburg

08.03.2016

Mädchen (16) ins Bordell geschickt: Zuhälter lebte in Saus und Braus

Screenshot Facebook
2 Bilder
Auf seiner Facebookseite präsentiert sich einer der Verdächtigen mit Luxusautos und teuren Uhren.
Bild: Screenshot Silvio Wyszengrad

Die Kripo in Augsburg ist auf eine junge Rumänin gestoßen, die als Prostituierte arbeiten musste. Ihr mutmaßlicher Zuhälter sitzt in Haft. Auch in Rumänien schlug die Polizei zu.

Sie ist erst 16 Jahre alt und musste im Bordell arbeiten: Die Kriminalpolizei ist bei einer Razzia in Augsburg auf eine junge rumänische Prostituierte und deren mutmaßlichen Zuhälter gestoßen. Die Beamten hatten in der vorigen Woche drei Wohnungen durchsucht – in den Stadtteilen Bärenkeller, Kriegshaber und in Haunstetten. Die Ermittlungen ergaben, dass das Mädchen wohl schon nach ihrem 15. Geburtstag in mehreren Bordellen in Deutschland mit Freiern schlief.

Die Razzia war abgestimmt mit der Polizei in Rumänien. Dort fand am Freitag eine groß angelegte Aktion statt, bei der in mehreren rumänischen Städten insgesamt 21 Gebäude durchsucht und 25 Verdächtige vorübergehend festgenommen wurden. Die Polizeibeamten in Augsburg und Rumänien ermittelten schon seit längerer Zeit gegen den Menschenhändler-Ring. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie einer professionell organisierten Tätergruppe aus Rumänien auf die Spur gekommen sind, die seit Jahren eine Vielzahl junger rumänischer Frauen in mehreren Ländern Mitteleuropas, darunter Deutschland und Belgien, der Prostitution zugeführt und ausgebeutet haben soll.

Ein Schwerpunkt lag dabei offenbar in Augsburg. Hier hatte auch Cristian B., 35, der mutmaßliche Kopf der Gruppe zuletzt seinen Wohnsitz. Im sozialen Netzwerk Facebook präsentierte er auf Fotos seine teuren Autos – darunter einen Porsche Panamera – und wertvolle Uhren. Die Polizei teilt mit, die Beamten hätten bei der Razzia „erhebliche Vermögenswerte im Gesamtumfang von mehreren hunderttausend Euro sichergestellt“. B. wurde in Rumänien festgenommen und sitzt derzeit in Haft – wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung, des Menschenhandels und der Geldwäsche. Gegen weitere fünf Mitglieder der Gruppierung erging in Rumänien ebenfalls Haftbefehl, ein Tatverdächtiger ist laut Polizei auf der Flucht.

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Razzia gegen rumänischen Menschenhändler-Ring auch in Augsburg

Bei der Razzia in Augsburg stießen die Beamten in einer Wohnung in Kriegshaber, die der Gruppe zugeordnet wird, auf das 16-jährige Mädchen. Nun soll genauer geklärt werden, wo die Jugendliche schon überall als Prostituierte arbeitete und warum keiner Verdacht schöpfte. Um das Alter des Mädchens zu vertuschen, stattete der Zuhälter das Mädchen mit einem gefälschten rumänischen Ausweis aus. Das Dokument, welches das Mädchen als volljährig auswies, wurde bei der Durchsuchungen gefunden.

Der mutmaßliche Zuhälter, ein 25-jähriger Rumäne, wurde ebenfalls in der Wohnung in Augsburg angetroffen und festgenommen. Gegen ihn wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des dringenden Verdachts des Menschenhandels eingeleitet. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ der Ermittlungsrichter des Amtsgerichts am Samstag einen Haftbefehl. Das Mädchen wird vorerst in Deutschland betreut.

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