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Uniklinik

06.07.2016

Minister Spaenle verteidigt Uniklinik Augsburg im Landtag

Das Klinikum Augsburg wird zu einer Uniklinik ausgebaut.
Bild: Ulrich Wagner

Manche Abgeordnete haben Bedenken gegen das mehrere 100 Millionen Euro teure Vorhaben. Minister Spaenle aber versicherte heute, dass das Projekt nicht zu Lasten anderer geht.

Der geplante Ausbau des Klinikums Augsburg zu einer Uniklinik soll nicht zu Lasten der fünf anderen bayerischen Universitätskliniken gehen. Das versicherte Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle (CSU) am Mittwoch im Landtag den Mitgliedern des Wissenschafts- und des Haushaltsausschusses. Der Hintergrund: Unter den Abgeordneten aus anderen Teilen Bayerns gibt es offenbar immer noch Bedenken gegen das mehrere 100 Millionen Euro teure Vorhaben, das von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) als „Jahrhundertprojekt für Schwaben“ bezeichnet wird.

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Das große Ziel, das Augsburger Klinikum in den kommenden Jahren zu einer Universitätsklinik mit rund 100 zusätzlichen Professoren und 1500 Studienplätzen für Medizin auszubauen, steht, wie berichtet, kurz vor der Realisierung. Nachdem sich Stadt und Landkreis Augsburg mit dem Freistaat über eine Übertragung der Trägerschaft von kommunaler in staatliche Hand geeinigt haben, fehlt jetzt noch die entscheidende Zustimmung des Wissenschaftsrates. Die mit Spannung erwartete Begutachtung des wichtigsten wissenschaftlichen Beratungsgremiums der Bundesregierung soll am Freitag dieser Woche in Kiel bekannt gegeben werden. Segnet der Wissenschaftsrat das Projekt ab, ist der Landtag am Zug. Er ist für die Finanzierung zuständig.

Die Stimmung in der gemeinsamen Sitzung des Wissenschafts- und Haushaltsausschusses war am Mittwoch gespalten. Während schwäbische Abgeordnete quer durch alle Fraktionen das Projekt ausdrücklich begrüßten, fragten Abgeordnete aus anderen Regionen Bayerns nach möglichen negativen Auswirkungen auf die bestehenden bayerischen Universitätskliniken und medizinischen Fakultäten.

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Für Augsburger Uniklinik zusätzliche Investitionsmittel gewinnen

Wissenschaftsminister Spaenle bemühte sich, ihre Bedenken zu zerstreuen. „Ein Projekt zu Lasten anderer nach vorne zu schieben, wäre wissenschaftspolitisch von Grund auf falsch“, sagte Spaenle. Es werde darum gehen, für Augsburg „entsprechende Investitionsmittel zusätzlich zu gewinnen“ und gleichzeitig alle Universitätskliniken „gleichberechtigt weiter zu entwickeln“. Der Wissenschaftsminister rechnet damit, dass der Freistaat für Forschung und Lehre in Augsburg „im Endausbau“ 70 bis 100 Millionen Euro pro Jahr wird aufwenden müssen. Für die Errichtung der Lehr- und Forschungsflächen sei zudem mit einem einmaligen Investitionsbedarf von insgesamt rund 270 Millionen Euro zu rechnen. Spaenle ließ keinen Zweifel daran, dass für die Umsetzung des Projekts dauerhaft zusätzliche Mittel des Freistaats nötig sind.

Mehrere 100 Millionen Euro soll der Ausbau zur Uniklinik kosten.
Bild: Marcus Merk

Auch mit ihren geplanten Forschungsschwerpunkten Umweltmedizin und Medizininformatik soll die künftige medizinische Fakultät an der Universität Augsburg den anderen Forschern in Bayern nicht in die Quere kommen. Die Pläne, so betonte Spaenle, seien „in engster Abstimmung“ mit den anderen Lehrstühlen entwickelt worden – „ergänzend und komplementär zu den Schwerpunkten anderer Universitätskliniken.“

Die schwäbischen CSU-Abgeordneten Bernd Kränzle und Georg Winter zeigten sich erfreut, dass das Projekt Uniklinik vorankommt. Winter betonte, dass das Klinikum in den vergangenen Jahren „sehr gut gewirtschaftet“ und „Investitionen mit enormer Nachhaltigkeit“ getätigt habe. Der frühere Wissenschaftsminister Thomas Goppel (CSU) hob hervor, dass „die Augsburger“ im Kampf um eine Uniklinik „nie klein beigegeben haben“.

Der SPD-Abgeordnete Harald Güller (Landkreis Augsburg) und der Allgäuer Abgeordnete Bernhard Pohl (Freie Wähler) begrüßten die Feststellung Spaenles, dass das Augsburger Projekt nicht zu Lasten der anderen Unikliniken gehen werde. Beide forderten den Minister aber dazu auf, möglichst bald auch für die Mitarbeiter des Klinikums Klarheit zu schaffen, was der Ausbau zur Uniklinik für sie bedeute.

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