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Stärkung des Pflegeberufs: Auf die Forderungen müssen Taten folgen

Kommentar Von Daniela Hungbaur
20.11.2020

Seit Jahren verlangen Pflegekräfte nach Entlastung durch bessere Arbeitsbedingungen. Die Politik hat sie gefährlich lange ignoriert. Das zeigt die Corona-Krise.

Fordern kann man bekanntlich viel. Papier ist geduldig. Auch wenn die Forderungen noch so berechtigt sind, noch so existenziell, können sie ungehört bleiben. Gerade im Gesundheitsbereich arbeitende Menschen wie Pflegekräfte und Ärzte können davon ein Lied singen. Wie lange nun schon verweisen sie auf den skandalösen Pflegenotstand? Wie lange nun schon verweisen sie auf unhaltbare Arbeitsbedingungen? Wie lange nun schon fordern sie spürbare Veränderungen? Wortreich unterstützt werden sie oft. Doch in der Praxis ändert sich viel zu wenig.

Die Politik sollte Forderungen nach einer Stärkung des Pflegeberufs erhören

Diese vernichtende Bilanz müsste doch auch Bayerns Gesundheitsstaatssekretär Klaus Holetschek bekannt sein. Er fordert nun lauter an sich gute Sachen: eine Pflegereserve für künftige Krisen, eine Stärkung des Pflegeberufs, bessere Arbeitsbedingungen. Hört sich toll an. Doch es sind Forderungen, die die Beschäftigten selbst seit langem aufgestellt haben. Es sind Forderungen, die man seit langem hätte ernst nehmen müssen. Denn die Pandemie zeigt doch nur, zu welchen lebensbedrohlichen Situationen die vielen Versäumnisse der Vergangenheit in Kliniken und Altenheimen jetzt führen. Sie zeigt doch nur, wie wichtig nicht nur exzellente Gerätschaften, sondern vor allem gut ausgebildete Menschen sind. Schwerstkranke, die beatmet werden müssen, kann nicht ein Angelernter versorgen. Dafür braucht es Profis. Diese Profis fehlen.

Diese Profis werden seit Jahren von der Politik vernachlässigt – und nun sogar ausgebeutet, indem man es zulässt, dass auch Infizierte arbeiten. Mit neuen Forderungen ist den hoch engagierten Pflegekräften und Ärzten, aber auch den Patienten nicht geholfen. Die bekannten Forderungen müssen endlich umgesetzt werden.

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