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Landkreis Dillingen
07.04.2018

Welcher Arzt treibt ab?

Ein positiver Schwangerschaftstest. Das kann Freude auslösen – oder Ängste. Wer überlegt, die Schwangerschaft abzubrechen, muss einige Dinge beachten. So ist eine vorherige Beratung etwa Pflicht. Und dann muss noch ein Arzt gefunden werden.
Foto: Mascha Brichta/dpa, Symbolfoto

Das Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche erschwert es, Mediziner zu finden, die den Eingriff vornehmen. Im Land Dillingen gibt es überhaupt keine.

Eine Schwangerschaft ist etwas, über das sich viele Frauen sehr freuen. Für andere ist es ein Schock, der sie unvorbereitet trifft. Einige entscheiden sich für eine Abtreibung – die Gründe sind vielfältig. Abtreibungen sind in Deutschland nach wie vor nicht explizit erlaubt, aber straffrei, wenn bestimmte Bedingungen eingehalten werden. Doch wie geht es weiter, wenn sich eine Frau für die Abtreibung entscheidet. Wie findet sie einen Arzt. Es geht um Paragraf 219a, das sogenannte Werbeverbot für Abtreibungen.

Gundi Ott-Baur vom katholisch geprägten Verein Donum Vitae bietet in Höchstädt Schwangerschaftskonfliktberatungen an. Zum Werbeverbot sagt sie: „Man kann gar nicht groß Werbung machen. Es gibt ja kaum welche.“ Im Landkreis Dillingen nimmt kein einziger Arzt Schwangerschaftsabbrüche vor. Für eine Abtreibung ist ein Schein nötig, der eine Beratung nachweist. Im Landkreis Dillingen gibt es zwei Stellen, die solche Bescheinigungen ausstellen – neben Donum Vitae eine Beratungsstelle im Landratsamt. Zu den Aufgaben der Stellen gehört auch, den Frauen zu sagen, an welche Praxis sie sich wenden können. In der Region sei es „schon schwierig“, einen Arzt dafür zu finden, sagt Ott-Baur. Das bestätigen die Kollegen im Landratsamt. Wer sich für eine Abtreibung entscheidet, muss nach Günzburg oder Ulm fahren, manche werden sogar nach München oder Nürnberg verwiesen. Im Landkreis Aichach gibt es eine einzige Praxis, die den Eingriff vornimmt, in Friedberg. Im Augsburg Stadtgebiet gibt es keine.

Viele Ärzte wollten die Zulassung gar nicht, erklärt Ott-Baur. Sie hätten Angst, als Abbruchärzte stigmatisiert zu werden. Und es gebe Gynäkologen, die eine Zulassung haben, das aber nicht bekannt geben, sondern nur ihre eigenen Patienten im Bedarfsfall darauf ansprechen. Dann tauchen sie auch nicht auf den Listen auf, die den Beratungsstellen und den Krankenkassen vorliegen.

Herauszufinden, welche Ärzte denn nun Abtreibungen durchführen und welche nicht, ist nicht gerade einfach. Die Krankenkasse AOK etwa erklärt, sie habe die entsprechende Liste. Mitglieder der Kasse können sich dort informieren, aber nur, wenn sie die Beratung bereits hinter sich haben. Sonst dürfe die Kasse die Liste nicht herausgeben. In Extremfällen, wenn etwa das Leben der Frau in Gefahr ist oder die Schwangerschaft aus einer Vergewaltigung entstand, übernimmt die Kasse die Kosten – zwischen 200 und 800 Euro.

Es wird bereits als Werbung ausgelegt, wenn ein Arzt online informiert, dass er Abtreibungen durchführt. Darum geht es im Fall der Gießener Ärztin Kristina Hänel, die auf Grundlage von Paragraf 219a zu einer Geldstrafe verurteilt wurde. Mit ihr steht der österreichische Arzt Dr. Christian Fiala in Kontakt. Er betreibt eine Internetseite, auf der man nach Ärzten in Deutschland suchen kann, die den Eingriff vornehmen. „Ich habe die Seite vor zehn Jahren ins Netz gestellt“, sagt er. Das erklärt, wieso einige Nummern veraltet sind. „Ich finde es inakzeptabel, dass Frauen nicht informiert werden.“ Da er seine Seite von Österreich aus betreibt, betrifft ihn der Paragraf 219a nicht.

Eine der umfangreichsten Aufstellungen, welche Ärzte in Deutschland den Eingriff vornehmen, bietet eine Seite von Abtreibungsgegnern. Dort werden Ärzte nach Städten und Kommunen aufgelistet, zum Teil sogar mit Fotos. Allerdings werden sie als „Inhaber einer Tötungs-Lizenz“ bezeichnet, auf den Seiten sind auch Bilder zerstückelter Embryos zu sehen, von denen animiertes Blut tropft. Über Suchmaschinen landen auf Seiten wie dieser viele, die sich online über Abtreibungen informieren wollen.

Ott-Baur erklärt, dass einige Paare, die eine Abtreibung in Erwägung ziehen, bereits informiert sind, wenn sie zu ihr kommen. „Ein Großteil dieser Frauen kommt bereits mit einer Adresse.“

Oft haben sie diese von den Frauenärzten bekommen, die wissen, welche Kollegen den Eingriff durchführen. Der Lauinger Frauenarzt Dr. Berthold Eberlein möchte zu so etwas zwar nichts Konkretes sagen – „jeder Arzt hat da seinen eigenen Stil, wie er mit dem Thema umgeht“ – erklärt aber, dass er selbst häufig mit Werbung für Abtreibungen konfrontiert werde. „Ich bekomme immer wieder Hinweise von Ärzten, die das machen“, sagt er. Ungefragt, und von Ärzten, die weit weg praktizieren.

Das sei unnötig, die Betroffenen bekämen bereits alle Informationen. „Wer einen Schwangerschaftsabbruch machen will, der findet eine Stelle“, sagt Eberlein. „Die Frauen hier sind versorgt.“ Dafür müsse niemand aktiv Werbung machen, es brauche auch keine Gesetzesänderung. „Hier im Landkreis funktioniert das.“

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