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Justiz

23.07.2018

Syrgenstein und Bachhagel vor Gericht

Sechs Feuerwehren aus dem Bachtal waren 2016 bei einem tödlichen Unfall im Einsatz. Die Versicherung weigert sich, die Kosten dafür zu übernehmen. Jetzt kommt es zum Prozess

An jenem Freitag im Januar 2016 ist der Winter über den Landkreis hereingebrochen. Den ganzen Tag schneite es, Kinder freuten sich, endlich Schlitten fahren zu können. Auf den Straßen dagegen löste der Wintereinbruch Chaos aus. Auf spiegelglatter Fahrbahn ereigneten sich zahlreiche Unfälle. Zu einem besonders tragischen kam es bei Syrgenstein. Ein 44-Jähriger aus dem Landkreis Heidenheim fuhr auf der Umgehung von Syrgenstein in Richtung Oggenhausen, kam ins Rutschen und prallte gegen ein entgegenkommendes Auto. An dessen Steuer saß eine 58-Jährige aus dem Bachtal. Sie überlebte den Unfall nicht.

Die Folge war ein Großeinsatz. Die Polizei schaltete einen Gutachter ein, die Feuerwehr sperrte die Umgehung über mehrere Stunden. Im Einsatz waren sechs Wehren aus Syrgenstein und Bachhagel. Die insgesamt über 60 Ehrenamtlichen waren nach Angaben der Verwaltung teilweise bis zu sechs Stunden eingebunden. Sie sicherten die Unfallstelle, sperrten die Straße, leiteten den Verkehr um und leuchteten die Straße aus.

Die Verwaltung in Syrgenstein hat für diesen Einsatz eine Rechnung erstellt. 6000 Euro für die Wehren aus Syrgenstein, 5000 Euro für die Wehren aus Bachhagel. Hintergrund: Kommunen übernehmen die Kosten für Feuerwehreinsätze, wenn es um Personenrettung geht. Handelt es sich jedoch um technische Hilfeleistungen, also etwa das Sperren der Straße oder das Regeln des Verkehrs, gibt die Kommune die Kosten weiter.

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So wie in diesem Fall. Neun Monate nach dem Unfall gehen die Rechnungen an die Halterin des unfallverursachenden Autos heraus. Die Versicherung der Frau weigert sich jedoch, den kompletten Betrag zu zahlen. Das Unternehmen zweifelt die Angemessenheit des Einsatzes an und äußert Bedenken über die abgerechnete Einsatzzeit. Zur Debatte steht offenbar unter anderem die Tätigkeit des Schneeschippens durch die Feuerwehr. Als Kompromiss bietet die Versicherung Syrgenstein 4800 Euro und Bachhagel 4000 Euro an. Das lehnt die Verwaltung ab.

Am heutigen Montag kommt es zum Prozess vor dem Augsburger Verwaltungsgericht. Anwesend werden unter anderem die zuständigen Feuerwehrkommandanten, Bachhagels Bürgermeisterin Ingrid Krämmel sowie Syrgensteins Bürgermeister Bernd Steiner sein. „Die Versicherung versucht, die Kosten zu drücken“, sagt Steiner. „Sie versucht, an diesem vergleichsweise kleinen Beispiel einen Präzedenzfall zu schaffen.“ Auch Ingrid Krämmel hat kein Verständnis für das Vorgehen der Versicherung und verweist auf die äußerst widrigen Wetterbedingungen am Tag des Unfalls. Der Prozess beginnt um zehn Uhr.

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