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Höchstädt

10.09.2020

Abstiegssorgen: Die Hoffnung bei der SSV Höchstädt stirbt zuletzt

Er ist der Hoffnungsträger im Höchstädter Abstiegskampf: Trainer Ümit Tosun, der mit einer taktischen Umstellung das rettende Ufer nach dem Re-Start noch erreichen möchte.
Bild: Karl Aumiller

Plus Kreisligist SSV Höchstädt steht auf direktem Abstiegsplatz in der Kreisliga Nord. Doch die Rückkehr von Verletzten und eine Systemänderung machen Mut.

Um das rettende Ufer zu erreichen, gilt es für die Höchstädter Kicker, in der Kreisliga Nord aus den verbleibenden neun Pflichtspielen sechs Punkte Rückstand wettzumachen. Trainer Ümit Tosun, der im Schwaben-Ländle beheimatet ist, ärgert sich derweil über die getroffenen Maßnahmen im Freistaat Bayern bezüglich der Corona-Pandemie. „Ich kann nicht begreifen, dass 30 Kilometer weiter solch strenge Auflagen gelten.“ In Württemberg laufen derweil die Pflichtspiele vor Zuschauern, und in den Sportheimen darf geduscht werden.

SSV Höchstädt steht auf direktem Abstiegsplatz

17 Pflichtspiele hat die SSV Höchstädt in der Kreisliga Nord absolviert und steht mit Rang 13 auf einem direkten Abstiegsplatz. Coach Ümit Tosun zieht aus der prekären Lage dennoch positive Schlüsse. So hat seine Mannschaft gegen die Favoriten der Liga, Reimlingen, Wörnitzstein oder auch Donaumünster, starke Spiele abgeliefert, aber leider Punkte liegen lassen. „Es gab auch schwache Vorstellungen von uns“, gibt der Trainer zu und begründet dies mit der Unerfahrenheit des Teams.

Nach einem kurzen sportlichen Ausflug zur SSV Glött ist Patrick Wanek wieder im Kreise seines Heimatvereins. Mit dem 19-jährigen Rumänen Josif-Emanuel Craciunesc hat sich der Klub zudem einen talentierten Kicker angeln können. Bei Johannes Bußhardt, der nach Stuttgart-Feuerbach wechselte, hat sich die SSV ein Zweitspielrecht gesichert. „Unser Ziel ist es, ihn bei wichtigen Partien dabeizuhaben“, sagt der Trainer und rechnet insgeheim mit vier bis fünf Einsätzen. Mit Ibrahim Pirincci und Harun Tosun gingen zwei gestandene Stammkräfte verloren. Beide haben sich wieder ihrem Ex-Klub TKSV Giengen angeschlossen.

Abstiegssorgen: Die Hoffnung bei der SSV Höchstädt stirbt zuletzt

Patrick Wanek ist der Denker und Lenker

Seit der Saison 2018/19 schwingt Ümit Tosun das Zepter bei den Rothosen von der Donau. Nicht mehr an seiner Seite ist Franz Dirschinger, der aufgrund von Meinungsverschiedenheiten vom Vorstand freigestellt wurde. Umso mehr zählt der Coach auf die Mitarbeit der beiden Sportlichen Leiter Thomas Korittke und Johannes Ebermayer sowie auf Torwarttrainer Tobias Herrle, der auch die Verantwortung für die zweite Mannschaft innehat.

Patrick Wanek ist der Denker und Lenker des SSV-Spiels. Laut seinem Trainer ist er ein sehr kreativer Spieler, noch dazu mit eingebauter Torgarantie. Ungern verzichtet Tosun auch auf Florian Kratzer mit all seiner Erfahrung auf der Sechserposition. Nach der unrühmlichen Rassismus-Affäre beim Spiel in Möttingen wurde Abdul Wahab Ibrahim-Ussif mit fünf Wochen Sperre belegt. Seit wenigen Tagen kann der 26-jährige Abwehrspieler wieder mitwirken, und darüber ist sein Coach heilfroh. Es kommt noch besser: Die beiden langzeitverletzten Defensivstammkräfte Max Veh und Pawel Moltschanow zählen neuerdings wieder zum Team.

Die ersten Testspiele gingen verloren

Anfang August gingen die ersten Testspiele gegen Reisensburg und Donauried verloren. „Zu dem Zeitpunkt fehlte mir eine Reihe von Spielern, und dazu fehlte der Mannschaft noch eine gewisse Fitness“, ergründet Ümit Tosun diese Schwächephase. Zwischenzeitlich hat sich das Team stabilisiert, was mit den Siegen gegen Dillingen (3:2) und Lauingen (5:1) deutlich zum Ausdruck kommt. Die Anfälligkeit im Abwehrzentrum hat den Trainer zum Umdenken veranlasst. Er lässt jetzt das Team im 4-1-3-2-System spielen. „Es läuft noch nicht alles rund, aber wir sind auf einem guten Weg“, freut sich Tosun auf seine taktische Maßnahme.

Noch neun Pflichtspiele stehen an, und der Coach ist zuversichtlich. Das gründet auch auf der Tatsache, dass die Trainingsbeteiligung weitaus besser ist als noch in der Vorrunde. Mit 53 Gegentoren offenbarten sich etliche Unzulänglichkeiten im Abwehrbollwerk, die man in den Griff bekommen will. Tosun: „Mit der Systemumstellung sind wir kompakter geworden, und auch die Abstände passen besser.“ Im Ligapokal warten Derbys gegen Schretzheim, Holzheim und Kicklingen. An den Ligaerhalt auf dieser Schiene glaubt der Trainer weniger: „Da muss man schon realistisch bleiben.“

Die Karten werden neu gemischt

In gewisser Weise werden mit dem Re-Start die Karten neu gemischt. Ganze 27 Zähler sind noch zu vergeben, und wenn die defensiv arg anfälligen Höchstädter dieses Übel in den Griff bekommen, darf man im Josef-Konle-Stadion an ein kleines Wunder glauben.

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