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Blindheim

01.08.2020

Glücksmomente auf dem „Rathausbalkon“

Ein unvergesslicher Tag. Durch den 1:0-Sieg gegen Baiershofen schafft der SC Blindheim-Gremheim am 16. Juni 2002 den Aufstieg in die Kreisklasse Donau. Eine 33-jährige Durststrecke ging zu Ende. Unser Bild zeigt das Team mit glücklichen Fans. Auf unserem kleinen Bild jubeln Jürgen Behringer, Torschütze Stefan Hitler und Christian Schön (von links) über den Treffer zum entscheidenden 1:0.
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Ein unvergesslicher Tag. Durch den 1:0-Sieg gegen Baiershofen schafft der SC Blindheim-Gremheim am 16. Juni 2002 den Aufstieg in die Kreisklasse Donau. Eine 33-jährige Durststrecke ging zu Ende. Unser Bild zeigt das Team mit glücklichen Fans. Auf unserem kleinen Bild jubeln Jürgen Behringer, Torschütze Stefan Hitler und Christian Schön (von links) über den Treffer zum entscheidenden 1:0.
Bild: Brugger

Plus Fußball-Rückblick: Zwei Jahre vor dem Zusammenschluss mit Schwenningen zum FC Donauried schafften Blindheim-Gremheims Kicker den Kreisklassen-Aufstieg via Relegation. Siegtorschütze gegen Baiershofen war Stefan Hitzler. Und die Feier legendär.

Auf der Fußball-Landkarte ist der SC Blindheim-Gremheim im zweiten Halbjahr 2004 verschwunden. Fußball gespielt wird in Blindheim aber trotzdem noch. Nach einer Fusion mit der Fußballabteilung des FC Schwenningen unter dem neu gegründeten Vereinsnamen FC Donauried. „Die Vorrunde spielen wir in Schwenningen, die Rückrunde hier in Blindheim“, erklärt Georg Hausmann. Wegen Corona ist diese Regelung derzeit allerdings außer Kraft gesetzt. Seit der Gründung des FC Donauried vor 16 Jahren bis Ende 2019 war Hausmann Erster Vorsitzender beim Fusionsklub, seit einigen Monaten führt er den SC Blindheim-Gremheim. Dieser ist mit aktuell 550 Mitgliedern weitaus stärker als der FC Donauried (rund 100 Mitglieder). Angeboten werden beim SCBG unter anderem Sportarten wie Turnen, Gymnastik oder Volleyball, aber auch Yogakurse und dergleichen können die Mitglieder besuchen.

Lange Durststrecke überwunden

Als der Fußball noch zu den Sportarten zählte, der beim SC Blindheim-Gremheim angeboten wurde, mussten die Anhänger des 1969 gegründeten Vereins eine lange Durststrecke in Kauf nehmen, ehe es wieder einen großen Erfolg zu bejubeln gab. Dieser stellte sich in der Saison 2001/2002 ein. Bis drei Spieltage vor Schluss lieferte man sich mit dem TSV Binswangen in der A-Klasse Donau II ein Kopf-an-Kopf-Rennen an der Tabellenspitze. Doch nach einer 1:3-Heimniederlage war der Traum von der Meisterschaft geplatzt. Es folgten weitere Schlappen in Unterglauheim (2:4) und gegen den SV Wortelstetten (0:2). „In diesen Spielen haben wir uns für die anstehende Relegation geschont“, klärt Karl-Heinz Schabert, Spieler beim damaligen Vizemeister, 18 Jahre später auf. Schließlich wollte man die Kräfte schonen. Und die Rechnung ging auf. Im ersten Relegationsspiel wurde der TV Gundelfingen nach 0:1-Rückstand in Lutzingen noch mit 2:1 besiegt. Es folgte die alles entscheidende Partie gegen den Drittletzten der Kreisklasse Donau, den SV Grün-Weiß Baiershofen.

550 Zuschauer wohnten dieser Begegnung bei über 30 Grad bei. „Es war wirklich brutal heiß“, erinnert sich Christian Schön, der in dieser Saison gemeinsam mit Stefan Hitzler ein starkes Sturmduo beim SCBG bildete. Doch gegen Baiershofen lief wenig zusammen. Zum Glück für die Donautaler ging auch beim Gegner sehr wenig. Baiershofen musste auf seinen Torjäger Rainer Wiedemann verletzungsbedingt verzichten. Die erste Halbzeit verlief völlig ereignislos. Pech hatten die Blindheimer bei einem Schuss an den Außenpfosten durch André Kobinger (31.). Auf der Gegenseite vergab Peter Wiedemann nach 50 Minuten eine große Chance. Zum Matchwinner avancierte Blindheims Youngster Stefan Hitzler. Als Baiershofens Torwart Karl Zinkler einen Schuss von Jürgen Behringer nur abklatschen konnte, war der damals 19-Jährige zur Stelle und staubte aus elf Metern ab. Dies geschah nach 68 Minuten. Die restliche Spielzeit überstand der A-Klassenvizemeister schadlos, sodass beim Schlusspfiff von Schiedsrichter Zeller alle Dämme brachen.

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18 Jahre nach dem Aufstieg des SC Blindheim-Gremheim schwelgen Stefan Hitzler, Georg Hausmann, Christian Schön, Franz Bartik und Karl-Heinz Schabel (von links) gerne in Erinnerungen an eine erfolgreiche Fußballzeit.
Bild: Herdin

Schließlich hatte der SC Blindheim/Gremheim 33 Jahre auf diesen Moment warten müssen, um wieder einen Aufstieg feiern zu können. Was folgte, waren unvergessliche Stunden und Tage. Christian Schön – seit einigen Monaten Vorsitzender beim FC Donauried – und Franz Bartik bekommen noch heute glänzende Augen, wenn sie von der Heimfahrt von Kicklingen nach Blindheim im Autokorso und von den Feierlichkeiten im Dorf berichten. Unter anderem zeigte sich die Mannschaft auf dem Balkon eines örtlichen Lebensmittelgeschäfts. „Da haben wir gefeiert wie der FC Bayern auf dem Rathausbalkon in München“, schwärmt Ex-Abteilungsleiter Franz Bartik und ergänzt: „Der Aufstieg nach so vielen Jahren im Fußball-Unterhaus war einfach wie eine Erlösung.“

Der Vater des Erfolgs

Vater des Erfolges, und da sind sich alle Blindheimer Verantwortlichen und Akteure von damals einig, war Spielertrainer Klaus Zahner. Der ehemalige Bezirksoberligakicker des FC Lauingen hielt mit 42 Jahren den Laden hinten dicht. „Und ist er nach vorne gegangen, habe ich hinten meistens abgesichert“, verrät Georg Hausmann. Einen so ehrgeizigen Trainer wie Klaus Zahner, ergänzt Karl-Heinz Schabert, habe er bis dahin noch nicht erlebt. Leider ist der Erfolgscoach einige Zeit später im Alter von nur 49 Jahren verstorben.

Zwei Jahre konnte sich der SC Blindheim/Gremheim nach dem Aufstieg in der Kreisklasse halten. Gemeinsam mit dem Lokalrivalen FC Schwenningen ist man nach der Saison 2003/2004 abgestiegen. Nicht nur an der notwendigen Qualität hat es in diesem Jahr bei beiden Vereinen gefehlt, „auch quantitativ hatten wir unsere Probleme“, gesteht Ex-Torjäger Christian Schön. Ergo hat man aus der Not eine Tugend gemacht, und noch im gleichen Sommer den FC Donauried gegründet. Der sportliche Erfolg kehrte mit den Aufstiegen 2010 und 2012 zurück. Dass es den Fusionsklub irgendwann nicht mehr braucht und der SC Blindheim sowie der FC Schwenningen wieder selbstständig in den Spielbetrieb einsteigen, das ist überhaupt kein Thema. „Wir sind zufrieden, so wie es jetzt läuft“, sagt SCBG-Vorsitzender Hausmann. Ohne aber jene schöne Zeit, als Blindheim-Gremheim noch alleine manchem Gegner das Fürchten lehrte, missen zu möchten.

SC Blindheim-Gremheim – GW Baiershofen 1:0

SC Blindheim-Gremheim: Franz Schuster – Klaus Zahner –Karl-Heinz Schabert (6. Leonhard Schaaf), André Kobinger – Michael Mayer, Georg Hausmann (77. Bernd Wegmann), Thomas Scherer, Uhl, Enno Mayer (64. Jürgen Behringer) – Christian Schön, Stefan Hitzler

SV Grün-Weiß Baiershofen: Zinkler – Ritter – Fischer, Vogg – Miller, Klein, Hofmeier (27. Minute Schmidt), Hämmerle (72. Storr), Leutenmaier (51. Fritz) – P. Wiedemann, Spacil

Tor: 0:1 Hitzler (68.) – Schiedsrichter: Zeller (Breitenthal) – Zuschauer: 550 in Kicklingen

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