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Fußball-Nachlese

19.05.2015

BCR macht die Nacht zum Tag

Michael Strasser gibt vom Balkon des BCR-Sportheims den „Einpeitscher“ – die Aufstiegsfete dauerte bis in die frühen Morgenstunden.
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Michael Strasser gibt vom Balkon des BCR-Sportheims den „Einpeitscher“ – die Aufstiegsfete dauerte bis in die frühen Morgenstunden.
Bild: Kleist

Während die Rinnenthaler ihren Aufstieg ausgiebig feiern, trauert man andernorts einer verpassten Chance hinterher. Klasse Wochenende für den TSV Friedberg

Schon Minuten vor dem Schlusspfiff wurden sie ausgepackt – die Sektflaschen und die Meisterschafts-T-Shirts. 4:0 führte der BC Rinnenthal im Derby gegen den TSV Dasing, die letzten Zweifel – so sie denn überhaupt noch bestanden hatten – an der Rückkehr in die Kreisliga waren längst ausgeräumt. Und als Schiedsrichter Tobias Beyrle abpfiff, ließen die BCR-Kicker ihrer Freude freien Lauf. Nach den üblichen Sektduschen machte man in den neuen Shirts den „Diver“ vor den Fans, die schon während der 90 Minuten mit lautstarken Gesängen wie „Der BCR ist wieder da!“ für Stimmung gesorgt hatten. „Ich denke, über die gesamte Saison hinweg gesehen, sind wir verdient Meister geworden“, meinte BCR-Spielertrainer Marco Surauer. Das sah auch Dasings Trainer Daniel Nowak so, der schon vor dem Schlusspfiff zur Rinnenthaler Bank kam und allen ehrlich zum Titelgewinn gratulierte. „Mission erfüllt!“ stand denn auch auf der Vorderseite des T-Shirts, die Rückseite zierten die Aussagen „Heim-/Auswärtsmeister, Torjägerkanone, Geilste Trainer, Bester Betreuer, Geilste Fans, Bester Verein“ – klare Statements also. Und nach den ersten Festivitäten auf dem Platz ging’s dann im Sportheim hoch her, die Nacht wurde zum Tag gemacht. „Das hatten sich die Jungs auch verdient“, so Surauer, der deutlich früher als seine Spieler den Ort des Geschehens verließ. Auch die Rinnenthaler Damen feierten ausgelassen mit – schließlich waren auch sie aufgestiegen. „Das war witzig und schön“, schmunzelte Surauer. Wie fleißig von den Rinnenthalern Meisterschaft und Aufstieg gefeiert wurden, zeigt die Tatsache, dass in den frühen Morgenstunden sogar das Bier zur Neige ging.

Während also beim BCR richtig gefeiert wurde, herrschte weiter südlich im Landkreis eher Tristesse. Wieder einmal war der SV Mering bei seinem „Angstgegner“ FC Memmingen II gescheitert – diesmal mit 0:3. Damit ist die Chance auf den zweiten Platz in der Landesliga Südwest auf einen „verschwinden geringen Prozentsatz“ gesunken, wie es MSV-Trainer Günter Bayer konstatierte. Der konnte sich den Ausrutscher im Allgäu nicht erklären. „Das war kein gutes Spiel von uns, irgendwie war da eine Hemmschwelle, ich bin immer noch am analysieren, woran es gelegen haben könnte“, so Bayer. Der Wille sei da gewesen, das Fleisch aber war eher schwach. „Die Enttäuschung war groß, es hat halt wieder nicht gereicht – und in dieser Saison wäre sogar Platz eins in Reichweite gewesen“, meinte Bayer, der die Saison dennoch als „hervorragend“ bezeichnete. Nun heiße es Mund abwischen und in der nächsten Saison einen neuen Anlauf zu unternehmen.

Auf die neue Saison baut man auch beim TSV Friedberg. Die in diesem Jahr so gebeutelten Fußballer feierten am vorletzten Spieltag gleich mehrere Premieren. Die „Erste“ holte mit 4:1 in Wiggensbach den ersten Auswärtssieg in der Bezirksliga Süd, der TSV II schaffte mit dem 3:0 bei den Sportfreunden den ersten Sieg überhaupt und damit gewannen erstmals in dieser Spielzeit beide Mannschaften an einem Wochenende. Dennoch war beim TSV I nicht alles Gold, was glänzt. „In der ersten Halbzeit war’s Not gegen Elend, nach der Pause waren wir dann besser, aber Wiggensbach hat nach dem 2:0 doch deutlich die Flügel hängen lassen“, meinte Trainer Willi Gutia. Auf der Heimfahrt wurde dennoch ein bisschen gefeiert. Das taten auch die Mannen von Markus Specht nach dem 3:0 gegen die Sportfreunde. „Ich wollte nicht ohne Sieg abschließen und bin froh, dass das geklappt hat. Das tut uns gut für die Psyche, zumal wir verdient gewonnen haben“, so Specht. Das bestätigte auch sein Gegenüber Damir Mackovic, der jedoch „restlos enttäuscht“, von seiner Mannschaft war. Dass ein Großteil des Teams von Donnerstag bis Samstag auf Mallorca weilte, wollte er nicht als Entschuldigung gelten lassen. „So darf man sich im letzten Heimspiel nicht präsentieren“, ärgerte er sich.

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Auch einige andere Entscheidungen stehen seit dem Wochenende fest. So geht der Kissinger SC als Tabellenzweiter der Bezirksliga Süd in die Aufstiegsrelegation zur Landesliga. Bei Schwaben verlor Kissing mit 2:3. „Wir haben am Ende alles riskiert, weil uns ein Unentschieden auch nicht geholfen hätte“, erklärte KSC-Trainer Sören Dreßler, der seinem Team jedenfalls eine große Moral attestierte. Mehr als die Niederlage beschäftigt den Trainer die Tatsache, dass mit Alex Kergel und Franko Berglmeir zwei weitere Spieler verletzt rausmussten. „Im letzten Spiel gehen wir sicher kein Risiko und werden jeden schonen, der auch nur leicht angeschlagen ist“, so der Trainer. Der FC Stätzling ist nach dem 3:0 in Neugablonz sicher Dritter und freut sich am kommenden Samstag schon auf die Saisonabschlussfeier.

Eine Abschlussfeier steigt am Pfingstsamstag auch beim SV Wulfertshausen – doch es könnte passieren, dass es für den SVW in die Verlängerung geht. Gegen Wehringen wird man wohl gewinnen müssen, will man in der Kreisliga bleiben. Das 0:0 in Diedorf aber lasse hoffen, meinte Co-Trainer Sven Eschenlohr. „Da haben wir gut gespielt, aber eben kein Tor gemacht“, so seine Analyse.

Fest steht auch, dass der SV Ottmaring absteigen muss, das 1:2 gegen Schwabegg machte den Abstieg perfekt. „Es lag sicher nicht an diesem Spiel, sondern an vielen Faktoren, die in dieser Rückrunde nicht optimal waren – zudem fehlte uns halt zu oft unser Stammtorwart“, meinte Trainer Werner Heiß. Der wird nach dieser Saison eine Pause einlegen. Auch der SVO II muss runter, doch der Abstieg in die B-Klasse stand schon vor längerer Zeit fest.

Nichts wurde es mit dem erhofften Aufstieg für die Sport-Freunde Bachern. Sie patzten schon im Nachholspiel beim 2:3 in Gundelsdorf und verloren nun auch 2:4 in Mauerbach. Allerdings hätte auch sein Sieg nichts mehr geholfen, das Spitzentrio gewann ebenfalls.

Dort spielt nächstes Jahr sicher auch der TSV Merching, der 2015 noch ohne Punktverlust ist. Gefeiert wird der Aufstieg nach dem letzten Spieltag am Samstag. Und über die Relegation könnte auch der BC Rinnenthal II noch nach oben klettern: Im letzten Heimspiel gegen den TSV Rehling II gab es diesmal einen klaren 4:0-Sieg.

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