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Bellenberg

15.07.2020

Enkeltrick fliegt auf: Geldabholer sitzt in Untersuchungshaft

Immer wieder versuchen Betrüger, mit dem „Enkeltrick“ bei älteren Menschen Geld zu ergaunern.

Eine 68-Jährige brachte die Ermittler auf die Spur der Betrüger. In Bellenberg klickten die Handschellen.

Polizeibeamte der Polizeiinspektion Illertissen haben in Zusammenarbeit mit der Kriminalpolizei Neu-Ulm am Dienstagnachmittag nach einem versuchten „Enkeltrickbetrug“ einen Geldabholer in Bellenberg festgenommen. Den Erfolg verdankt die Polizei einer 68-Jährigen, die sich von den Betrügern nicht hatte täuschen lassen.

Nach Angaben der Polizei hatte der vermeintliche Enkel der Frau die 68-Jährige am Mittag telefonisch zu Hause kontaktiert. Der falsche Enkel sagte, er benötige für einen schnellen Autokauf dringend Geld.

Betrüger geben sich als Polizisten aus: Frau kontert souverän

Die Rentnerin erkannte die Betrugsmasche sofort, ging aber zum Schein trotzdem darauf ein und verständigte über eine Bekannte die Polizei. In der Folge wurde die 68-Jährige zweimal aufgefordert, zur Bank zu gehen, um einen Betrag von insgesamt 50000 Euro abzuheben. Nachdem die Seniorin gegenüber dem falschen Enkel zum Schein angegeben hatte, das Geld nun zu Hause zu haben, meldete sich ein angeblicher Kriminalbeamter der Kripo Neu-Ulm telefonisch und wollte seine Kollegen sprechen. Diesen Kontrollanruf von Täterseite parierte die 68-Jährige jedoch souverän und gab gegenüber dem falschen Kriminalbeamten an, dass sich keine Polizisten bei ihr zu Hause befinden würden.

Enkeltrick fliegt auf: Geldabholer sitzt in Untersuchungshaft

In der Folge kündigte der vermeintliche Enkel im Rahmen eines weiteren Telefonats an, dass in nächster Zeit ein Mitarbeiter des Autohauses, von dem der „Enkel“ das Auto erwerben möchte, vorbeikomme, um das bereitgelegte Geld abzuholen. Als daraufhin ein 29-Jähriger zur Abholung des Geldes bei der Rentnerin erschien, nahmen ihn Beamte der Polizeiinspektion Illertissen vor Ort fest. Der 29-jährige Geldabholer sitzt jetzt in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen dauern an.

Enkeltrickbetrug: Schon zwölf Fälle dieses Jahr im Kreis Neu-Ulm

Im Jahr 2020 sind der Polizei schon zwölf Fälle des Enkeltrickbetrugs im Landkreis Neu-Ulm mitgeteilt worden. Insgesamt meldeten sich in diesem Jahr bislang schon 68 betroffene Personen bei einer der Polizeidienststellen im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West (Kempten), um eine entsprechende Anzeige zu erstatten.

Bislang hatten die Täter glücklicherweise noch keinen Erfolg: Alle Taten wurden rechtzeitig erkannt und zur Anzeige gebracht. (az)

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