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Vöhringen

04.11.2019

Prozess: Mann lässt sich Nacktbilder von Kind schicken

Er soll eine 11-Jährige genötigt haben, ihm Nacktbilder zu schicken und eines davon über ein soziales Netzwerk verbreitet haben. Dafür musste sich ein 19-Jähriger aus Vöhringen vor dem Amtsgericht Neu-Ulm verantworten.
Bild: Alexander Kaya

Plus Ein 19-Jähriger aus dem Raum Vöhringen hat mit einem 11-Jährigen Mädchen gechattet und sich Fotos schicken lassen. Doch das war nicht der einzige Vorwurf.

Er soll eine 11-Jährige genötigt haben, ihm Nacktbilder zu schicken und eines davon über ein soziales Netzwerk verbreitet haben. Dafür musste sich ein 19-Jähriger aus dem Raum Vöhringen vor dem Amtsgericht Neu-Ulm verantworten. Doch das war nicht der einzige Vorwurf, den die Staatsanwaltschaft gegen den jungen Mann erhob. Laut Anklageschrift soll er auch kinderpornografische Bilder auf seinem Smartphone gespeichert haben.

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Gleich zu Beginn der Verhandlung räumte der 19-Jährige ein, mit dem Opfer über den Nachrichtendienst Whatsapp gechattet zu haben. Er habe mehrere Nacktbilder von dem 11-jährigen Mädchen geschickt bekommen. Doch er habe es nie unter Druck gesetzt oder die Bilder weiterverbreitet, erklärte der Mann. Wie der Kontakt zwischen den beiden zustande kam, wollte Richter Bernhard Lang wissen. Daran könne er sich nicht mehr erinnern, sagte der Angeklagte. „Ich war damals in verschiedenen Chatgruppen unterwegs und habe auch mit anderen Mädchen geschrieben.“ Aber diese habe er im Gegensatz zum Opfer, das aus dem Raum Aschaffenburg kommt, alle gekannt. „Ich habe nicht gewusst, dass sie erst 11 Jahre alt ist“, sagte der Mann zum konkreten Vorwurf.

Prozess wegen Nacktfotos in Vöhringen: Bilder kursieren auf Facebook

Ein Nacktbild des Mädchens kursierte laut Anklageschrift auf Facebook. „Mein Stiefsohn, der das Bild gesehen hat, machte mich darauf aufmerksam“, erklärte die Mutter der Opfers, die als Zeugin vor Gericht aussagte. Kurze Zeit später habe sich die Tochter ihr anvertraut – nachdem der Chatpartner ihr gedroht habe. Daraufhin sei sie mit ihrer Tochter zur Polizei gegangen. Allerdings wusste die Mutter vor Gericht nicht, um welchen Chatpartner es sich genau handelte.

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Denn wie der Angeklagte hatte auch das Mädchen mit mehreren Personen über Whatsapp Kontakt. Die Polizei hatte sowohl das Smartphone der 11-Jährigen als auch das des Angeklagten untersucht. Doch nicht alle Chatverläufe konnten nach Angaben der beiden Polizisten, die in dem Fall ermittelten, wieder hergestellt werden.

Opfer wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit vernommen

Die etwa einstündige Vernehmung des inzwischen 12-jährigen Mädchens erfolgte unter Ausschluss der Öffentlichkeit - brachte aber nach Angaben von Richter Lang keine klaren Erkenntnisse. Die Aussagen seien höchst widersprüchlich zu denen, die das Mädchen bei der Polizei gemacht hatte. Es gebe offensichtlich Verwechslungen mit den Chatpartnern. Die Staatsanwaltschaft beantragte noch während der Verhandlung, das Verfahren gegen den Angeklagten dahingehend einzustellen. Doch der Vorwurf, er habe kinderpornografische Bilder auf seinem Smartphone gespeichert, stand weiterhin im Raum.

Der 19-Jährige räumte ein, entsprechende Bilder geschickt bekommen und gespeichert zu haben. Die Polizei hatte vier Handys beschlagnahmt und mindestens zwei kinderpornografische Dateien sichergestellt, hieß es in der Verhandlung. „Sie zeigen den Missbrauch eines Kleinkindes“, sagte Richter Lang. „Es ist nicht verständlich, warum man sich solche Bilder auf dem Handy speichert.“

Er mahnte den 19-Jährigen, dass Nutzer solcher Bilder auch deren Entstehung fördern. Lang verurteilte den Angeklagten gemäß Jugendstrafrecht zu einer Geldstrafe von 800 Euro, die er nun an den Förderkreis für tumor- und leukämiekranke Kinder in Ulm zahlen muss.

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