Fußball

16.05.2019

Näher an den Fans

Der Erfolg des SSV Ulm 1846 Fußball im DFB-Pokal gegen Eintracht Frankfurt war ein wichtiger Motor für die Ulmer Seiten in den sozialen Netzwerken. Das stärkt den Fußballklub als Marke.

Mit großem Aufwand betreiben die Spatzen verschiedene Seiten in den sozialen Medien. Davon profitieren Anhänger und Verein – vor allem, wenn die Ergebnisse auf dem Platz stimmen

Für Fußballfans ist das digitale Zeitalter ein Segen. Durch soziale Medien kommen sie dem Arbeitsalltag der Mannschaften und der Spieler sehr nahe. Die Teams geben sich deshalb viel Mühe, nach außen gut dazustehen. Es lohnt sich.

„Dass wir als Regionalligist nicht die Möglichkeiten haben wie beispielsweise die Bundesligisten, ist klar“, sagt Max Rieck, Pressesprecher beim SSV Ulm 1846 Fußball. Das mindert aber nicht die Relevanz, die die sozialen Medien schon in der Regionalliga haben. In Ulm kümmern sich Rieck und ein paar weitere Mitarbeiter um die Betreuung von Facebook, Instagram und Twitter. Sie teilen die Aufstellungen vor Spielen, filmen die Kicker beim Warmmachen, informieren über besondere Aktionen und schaffen so Nähe zwischen Verein und Anhängern. „Wir wollen unsere Fans unterhalten, informieren und ihnen zeigen, was hinter den Kulissen passiert“, erklärt Rieck. Am wichtigsten ist dafür Facebook. Um die zwölftausend Menschen („Follower“) folgen den Ulmern auf der Seite, im Ligavergleich liegt der SSV damit auf Platz sieben (siehe Infokasten). Das war nicht immer so, denn vor zwei Jahren lagen die Spatzen noch bei 8600 Followern – die Seite hat einen Sprung von rund 3400 Nutzern gemacht. Ein guter Wert für einen Viertligisten. Das Team hat damals angefangen, mehr Inhalte auf den Seiten zu veröffentlichen und so mehr Menschen auf den Fußballklub aufmerksam zu machen. Dahinter stecke ein großer Aufwand, sagt Rieck. Verschiedene Ziele stecken allerdings genauso dahinter.

Beim SSV Ulm 1846 Fußball ist die zunehmende Präsenz in den sozialen Netzwerken auch ein Resultat der Professionalisierung, die der Verein derzeit anstrebt: „Die Professionalisierung hört nicht beim sportlichen Bereich auf, die Leute verfolgen auch das Drumherum“, erklärt Max Rieck. So soll die Marke SSV Ulm 1846 Fußball gestärkt werden. Eine starke Marke kommt bei Sponsoren gut an und auch Fans gefällt es besser, wenn ihre Mannschaft eine tragende Rolle in der Welt des Fußball spielt. Erfolg ist dafür die Grundlage. „Nach erfolgreichen Spielen geht die Zahl der Follower nach oben“, sagt Ulm Pressesprecher. Ein gutes Beispiel dafür war der Sieg im DFB-Pokal gegen Eintracht Frankfurt. Bis zu fünfmal mehr Menschen als sonst haben danach mit den Seiten der Ulmer interagiert. Das können die Spatzen nochmals schaffen. Ein Sieg im WFV-Pokalfinale nächste Woche würde den Weg zum DFB-Pokal ebnen. Auch ein Blick auf die anderen Mannschaften der Regionalliga Südwest offenbart, dass die Teams mit den meisten Followern fast ausschließlich im oberen Teil der Liga-Tabelle rangieren. Wobei auch die Tradition der Mannschaften eine Rolle dafür spielt.

Neben der Markenbildung und der Interaktion mit Fans ist ein weiterer Aspekt wichtig im Umgang mit sozialen Medien: „Wir wollen eine junge Zielgruppe erreichen“, sagt Max Rieck. „Junge Menschen besuchen unsere klassische Internetseite nicht mehr.“ Dafür verbringen sie viel Zeit auf Instagram und Co. Außerdem lässt sich durch Kommentare oder Nachrichten der Fans auf den Seiten auch gut nachvollziehen, wie ihre Stimmung in Bezug auf das Team ist. Deshalb möchten die Ulmer noch aktiver werden und in Zukunft noch mehr Inhalte erstellen. Doch das ist laut Max Rieck noch eine „Wunschvorstellung“.

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