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Krumbach

27.07.2018

Die Nachwuchssuche wird zum Problem

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Fünf junge Fleischer-Fachkräfte wurden von ihren Obermeistern Gerhard Baur (links) sowie Gunther Kühle und Josef Bader (rechts) zum erfolgreichen Bestehen der Gesellenprüfung beglückwünscht.
Bild: Hans Bosch

Westschwäbische Fleischerinnungen wissen ihre Prüfungsabsolventen als Fachkräfte zu schätzen. Das wurde bei der Freisprechungsfeier deutlich.

„Wir suchen natürlich intensiv Lehrlinge, sind aber leider nur wenig erfolgreich“, so ein Metzgermeister aus dem Raum Illertissen. Er selbst ergänzt: „Das tun die Spengler, Maler, Maurer und Friseure auch, vielfach ohne fündig zu werden.“ Diese Situation ist derzeit die große Sorge der Fleischerinnung Krumbach/Illertissen, aber auch der Nachbarinnungen Günzburg/Neu-Ulm und Ulm/Ostalb. Es wundert deshalb nicht, dass sie sich bemühen, die erfolgreichen Absolventen der diesjährigen Gehilfenprüfung im Rahmen einer besonderen Feier zu beglückwünschen.

Das Haus St. Michael in Krumbach hat sich dafür schon fest etabliert, in dem sich die drei Fleischerinnungen zu ihrer Jahresfeier treffen – bestens organisiert und vorbereitet von Obermeister Josef Bader. Dieser grenzüberschreitende Bereich ist identisch mit der schulischen Kooperation, denn alle dort beheimateten Auszubildenden besuchen die Neu-Ulmer Berufsschule, in der die Fleischerei-Fachverkäuferinnen und die angehenden Fleischer gemeinsam in einer Klasse unterrichtet werden. Das zeigt sich neben der Lehrlingssuche als zweites Problem: Mit acht weiblichen und sechs männlichen Schülern wird die notwendige Klassenstärke von 18 nicht erreicht. Sollte dieser Trend anhalten, bangen die Lehrmeister und Lehrkräfte um die Zukunft des Neu-Ulmer Standorts. Die bayerischen Vertreter hoffen deshalb auf eine „Aufstockung“ aus der Stadt Ulm und dem Ostalbkreis, die gebietsweise in Biberach/Riss unterrichtet werden.

Zur Freisprechungsfeier selbst begrüßte Obermeister Bader seine Kollegen aus Weißenhorn und Ulm, gekommen waren aber auch Kreishandwerksmeister Michael Stoll sowie die drei zuständigen Lehrlingswarte, mehrere Lehrkräfte und die Chefs der Ausbildungsbetriebe. Für den Hausherrn ein Zeichen, dass sich das Fleischerhandwerk um guten Nachwuchs bemühe und dessen Leistungen respektiere. Das wusste auch die Schülersprecherin und Jahrgangsbeste Simone Vidicevic in ihren Dankesworten an die Lehrer zu schätzen, die ihnen nicht nur „viel Wissen vermittelten“ sondern auch stets mit ihrem Rat zur Seite standen.

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Anschließend waren es die Obermeister Gerhard Baur (Ulm) und Gunther Kühle (Weißenhorn) sowie die Lehrlingswartin Petra Reinold (Vöhringen) und der Ulmer Kreishandwerksmeister Franz Semler, die zum Ausdruck brachten, dass alle auf ihre gezeigte Leistung stolz sein dürfen und künftig zurecht in ihrem Beruf als Fachkräfte tätig sein können.

Wunsch nach stetiger Weiterbildung 

Verbunden damit war stets der Wunsch sich weiterzubilden, die beruflichen Herausforderungen anzunehmen und sich trotzdem am Arbeitsplatz wohl und anerkannt zu fühlen. Fachbetreuer Norbert Gottner bezeichnete die Abschlussklasse als eine „gute Gruppe“, hatte aber als zusätzlichen Rat parat: „Ihr habt in eurem Leben erstmals das Beste erreicht und jetzt gilt es, auf den nächsten Schritt zu schauen“. Bange ist ihm bei der Klasse nicht: „Es war eine schöne Zeit mit euch!“

Vor der Zeugnisausgabe beschenkte Josef Bader die seit über 30 Jahre bei der Kreishandwerkerschaft tätige Ursula Huber mit Blumen und gab ihr für ihre erfolgreiche Arbeit im Sinne der Innungen die Bestnote „Sehr gut“, besonders in den Bereichen „Menschlichkeit und Verlässlichkeit“. Mit kleinen Geschenken und anerkennenden Worten bedacht wurden außerdem die drei Besten der jeweiligen Innung, nämlich Katharina Walk (Günzburg), Simone Vidicevic (Ulm) und der Fleischergeselle Mark Antonio Santosusso (Altheim/Alb).

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