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Kreis Günzburg

16.11.2017

Toter am Parkplatz gibt Polizei Rätsel auf

Die Polizei hat die Parkbucht an der B16 am Stadtrand von Günzburg gesperrt. Dort war am Vorabend ein 36-Jähriger tot aufgefunden worden.

Die Polizei hat am Stadtrand von Günzburg die Leiche eines 36-Jährigen in einer Parkbucht gefunden. Für die Ermittler gibt es auch nach der Obduktion noch viele Ungereimtheiten.

Keine Hinweise auf eine Gewalteinwirkung – das ist das vorläufige Ergebnis einer Obduktion, die am Donnerstagnachmittag bekannt wurde. Sie war notwendig geworden, weil die Polizei am Stadtrand von Günzburg am späten Mittwochabend einen Toten gefunden hatte. Der 36-Jährige stammt nach Informationen unserer Zeitung aus dem Raum Donauwörth.

Der Mann lag hinter einer Parkbucht an der B 16. Die Polizei wurde am Abend alarmiert, ein Bewusstloser liege auf dem Parkplatz an der Bundesstraße in Fahrtrichtung Gundelfingen. „Offensichtliche Hinweise“ auf ein Gewaltdelikt hat es bereits nach einer Leichenschau nicht gegeben, erklärte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West. Da die Todesursache aber als ungeklärt galt, veranlasste die Staatsanwaltschaft Memmingen eine Obduktion am Institut für Rechtsmedizin in München. Ein endgültiges Ergebnis gibt es noch nicht, da der Mann zum Beispiel theoretisch auch vergiftet worden sein könnte. Das toxikologische Gutachten soll heute oder zu Beginn der kommenden Woche vorliegen.

Auch andere Fragen bleiben offen. Eine davon lautet: Wie ist der Mann auf den Parkplatz gekommen? Ein Auto des Verstorbenen hat die Polizei in der Parkbucht nicht gefunden. „Wir sprechen von einem Auffindeort, nicht vom Sterbeort oder vom Tatort“, erklärte der Polizeisprecher gegenüber unserer Zeitung. Der 36-Jährige könnte dort abgelegt worden sein. Das ist aber nur eine von mehreren Möglichkeiten. Der Mann sei weder geknebelt noch gefesselt gewesen und liegend von der Polizei gefunden worden. Die Frage, wie der Mann aus dem Landkreis Donau-Ries auf den Parkplatz bei Günzburg gelangt ist, gehört zu den „Ungereimtheiten“, denen die Polizei nachgeht.

Die Kripo Neu-Ulm hat inzwischen die Ermittlungen übernommen. Insbesondere ist für die Kripo (Telefon: 0731/8013-270) von Interesse, ob jemandem am Mittwochnachmittag oder -abend im Bereich der Parkbucht beim sogenannten Lutzenberger See verdächtige Personen oder Fahrzeuge aufgefallen sind. Um mögliche Spuren zu sichern, ist gestern Mittag eine große Suchaktion angelaufen. Die lang gezogene Parkbucht, in deren Nähe der Mann am Vorabend aufgefunden worden war, hatte die Polizei für den Verkehr gesperrt. Mehr als ein halbes Dutzend Polizeiautos waren am frühen Donnerstagnachmittag vor Ort. Augenzeugen berichten von „zehn und mehr Fahrzeugen“, die zeitweise am Einsatz beteiligt gewesen sein sollen. Hinter dem Parkplatz durchkämmten Kriminalbeamte und Kräfte der Operativen Einsatzdienste Neu-Ulm das Gelände. Auch Polizeihunde waren in die Suche eingebunden.

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