Newsticker
RKI warnt vor Überschätzung von Selbsttests in der Pandemie-Bekämpfung
  1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Der Airbus ist im Anflug auf das Lechfeld

Region Landsberg

02.01.2019

Der Airbus ist im Anflug auf das Lechfeld

Ein Teil der A400M-Flotte der Bundeswehr wird ab 2025 auf dem Fliegerhorst auf dem Lechfeld stationiert. Unser Bild zeigt den Flieger beim Tag der Bundeswehr im Juni 2017 in Penzing.
Bild: Thorsten Jordan (Archiv)

Die Pläne für den Flugplatz in Lagerlechfeld stoßen nicht nur auf Gegenliebe in den Nachbargemeinden. In Scheuring fürchtet man vor allem den Lärm.

Die Transportflieger der Bundeswehr kommen nach der Schließung des Penzinger Flugplatzes in die Region Landsberg zurück. Auf dem Lechfeld sollen ab 2025 zehn Airbus des Typs A400M stationiert werden. Einige europäische Partner wollen weitere Maschinen hinzuliefern oder Flugzeiten auf deutschen Maschinen buchen. Einhergehen wird dies mit mehr Verkehr auf der Bundesstraße 17 und Fluglärm. Auf der anderen Seite stehen Investitionen von 170 Millionen Euro sowie die Schaffung von mindestens 500 neuen Arbeitsstellen – einige auch bei der Flugplatzfeuerwehr. So werden dem Vernehmen nach zehn Mann der bislang 47-köpfigen Penzinger Truppe nach Lagerlechfeld wechseln.

Wirken sich die Pläne auf den Immobilienmarkt aus?

Was die meisten Bürgermeister aus dem Umfeld des Fliegerhorstes in ersten Reaktionen jedoch am stärksten beschäftigt, ist die Frage, wie sehr sich durch die Aufstockung an Dienstposten der Druck auf den Wohnungsmarkt weiter erhöhen wird. Die Ironie: Die Lärmschutzzone um den Fliegerhorst schränkt die Nachbargemeinden in ihrer baulichen Entwicklung ein. Der Scheuringer Bürgermeister Manfred Menhard befürchtet vor allem mehr Fluglärm. „Meine Begeisterung hält sich in Grenzen“, sagte er auf LT-Nachfrage, „zumal wir nicht wissen, wie viele Flugzeuge kommen und welche Lärmentwicklung von ihnen ausgeht. Die Euphorie des Bundestagsabgeordneten Durz teile ich nicht, denn die Belastung wird sich bei uns niederschlagen.“ Im ganzen vergangenen Jahr sei es relativ ruhig gewesen, doch als kurz vor Weihnachten an ein paar Tagen mehr geflogen wurde, „entstand in der Bevölkerung gleich Unmut, weil man es nicht mehr gewohnt ist“.

Lesen Sie dazu auch: Airbus auf dem Lechfeld: Das sind die Folgen für die Region


Das Lechfeld galt schon länger als Favorit

Bei einem Besuch des Luftwaffengeschwaders 62 in Wunstorf bei Hannover hat Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen am Mittwoch die künftige Nutzung des Fliegerhorstes Lechfeld bestätigt. 24 solche Transportflugzeuge sind dort momentan stationiert. Bis 2022 sollen es 40 sein. Weitere 13 werden in den Folgejahren an die Luftwaffe ausgeliefert. Zehn, so heißt es momentan, kommen dann ans Lechfeld. Hier entsteht eine multinationale Transportgruppe, zusammen mit befreundeten Staaten. Tschechien und Österreich seien an einer entsprechenden Kooperation interessiert, hieß es damals. Mit weiteren Partnern sollen derzeit Gespräche laufen.

Bis Ende 2018 waren mehrere Standorte auf ihre Eignung für diese internationale Transportgruppe überprüft worden. Das Lechfeld galt seit zwei Jahren als Favorit. Wunstorf soll jedoch die größte A400M-Basis der Luftwaffe bleiben. Dort gibt es bereits alles, was eine Luftbrücke zwischen Deutschland und den derzeitigen Einsatzgebieten der Bundeswehr in Mali, in Afghanistan oder in Jordanien erfordert. Auch Platzreserven sind in Wunstorf noch vorhanden.

Die Wetterlage auf dem Lechfeld spricht für den Standort

Das waren Argumente, die gegen eine zweite Drehscheibe für Transportflüge in alle Welt sprachen. Für eine zweite Basis – und die möglichst im Süden des Landes – sprachen hingegen mehr Gründe, war am Mittwoch zu vernehmen. So verfügt das Lechfeld angeblich über die zweitbeste Flugwetterlage aller Luftwaffenbasen. Es gibt hier eine erneuerte Piste samt Rollwegen und tragfähigen Stellplätzen, die für den Dauerbetrieb nur etwas ausgebaut werden müssen. Und die potenziellen Partnerstaaten, die von hier aus gemeinsam mit Deutschland ihre Einheiten südlich und südöstlich von Europa versorgen wollen, sollen sich wegen der räumlichen Nähe fürs Lechfeld ausgesprochen haben.

Auch der Bundestagsabgeordnete Hansjörg Durz (Augsburg-Land) hatte sich für eine neue Verwendung des seit der Auflösung des JaboG 32 im Jahr 2013 nur wenig genutzten Fliegerhorstes eingesetzt. Die Bundeswehr sei ein großer Arbeitgeber und ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für die Region. Durz spricht von einem starken Rückhalt, den die Bundeswehr am Lechfeld genieße. Er erwartet nicht, dass sich dies ändert, wenn am Fliegerhorst wieder mehr Maschinen stationiert sind. Denn der A400M gilt als leiser als die einst in Penzing stationierten Transall.

Einen Kommentar zum Thema lesen Sie hier: Der Airbus A400M ist wichtig für die Region


02.01.2019, Niedersachsen, Wunstorf: A400M des Lufttransportgeschwader 62 stehen auf dem Vorfeld des Flugplatzes. Foto: Holger Hollemann/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
17 Bilder
Geschichte, Zahlen, Pannen: Das ist der Transport-Flieger A400M
Bild: Holger Hollemann
Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren