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Landkreis Landsberg

21.10.2020

Landrat kippt Maskenpflicht an Grundschulen im Landkreis Landsberg

Am Sitzplatz im Unterricht dürfen die Grundschüler im Landkreis Landsberg die Schutzmaske ab Donnerstag wieder ablegen. Diese Entscheidung hat Landrat Thomas Eichinger (CSU) am Mittwoch getroffen.
Bild: Marijan Murat/dpa (Symbolfoto)

Plus Im Landkreis Landsberg ist der kritische Corona-Warnwert überschritten. Die Maskenpflicht an Grundschulen wird dennoch aufgehoben. Auf einigen Plätzen und Straßen gilt sie aber ab Donnerstag.

Gerade einmal einen Tag lang galt im Landkreis Landsberg eine Maskenpflicht an Grundschulen. Am Mittwochnachmittag hob Landrat Thomas Eichinger ( CSU) in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt und dem staatlichen Schulamt die Maskenpflicht in den Grundschulen vorerst wieder auf. Am Donnerstag dürfen die Schüler der ersten vier Klassen ihre Masken im Unterricht wieder ablegen. Die Pflicht, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, gilt dagegen ab Donnerstag auf einigen Plätzen in Landsberg, Dießen und Kaufering.

Die Aufhebung der Maskenpflicht gilt laut Pressemeldung des Landratsamts nur für den Sitzplatz, nicht für die übrigen Verkehrsflächen in den Grundschulen. Die Schüler müssen also wie bisher im Schulgebäude und auf dem Schulgelände eine Maske tragen. Grund für die Aufhebung der Maskenpflicht sei, dass die Grundschulen bisher im Landkreis nahezu keine Relevanz im Infektionsgeschehen hatten. „Die Entscheidung gilt bis auf weiteres. Wir werden das Infektionsgeschehen natürlich auch weiterhin sehr aufmerksam beobachten“, sagt Thomas Eichinger zu seiner Entscheidung, die unter anderem auch in der Stadt München und in den Landkreisen Unterallgäu und Ebersberg so getroffen wurde.

Landsberger Rektor ist froh über die Entscheidung

Gabriel Reißer, der Rektor der Grundschule in der Katharinenvorstadt in Landsberg, ist froh über die Entscheidung des Landrats. An seiner Schule hätten die Grundschüler bereits seit Montag probeweise im Unterricht eine Maske getragen. Das sei vor allem für die Erstklässler sehr anstrengend gewesen. „Aber die Kinder haben es geduldig ertragen“, sagt Gabriel Reißer. Dass die Mädchen und Buben die Maske am Sitzplatz nun wieder ablegen können, erleichtere auch den Unterricht und die Verständigung untereinander. Zudem sei die Gefahr einer Ansteckung an den Schulen gering, dafür sorge das Hygienekonzept. Kinder, die positiv auf das Coronavirus getestet worden sind, hätten sich nicht an der Schule infiziert. Was der Schulrektor kritisiert, ist, dass in jedem Landkreis andere Regelungen gelten. „Ich finde es befremdlich, dass es keine klare Linie gibt.“

Wenn eine Stadt oder ein Landkreis den kritischen Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschreitet, müssen in Bayern laut einer Allgemeinverfügung eigentlich alle Schüler eine Maske im Unterricht tragen. Jedoch ist eine abweichende Regelung in begründeten Einzelfällen möglich. Davon machte Landrat Thomas Eichinger jetzt Gebrauch.

Ab Donnerstag gilt auf stark frequentierten Plätzen in Landsberg, Dießen und Kaufering eine Maskenpflicht.
Bild: Sebastian Gollnow/dpa (Symbolfoto)

Inhalt der Allgemeinverfügung ist auch eine Maskenpflicht an stark frequentierten Plätzen. Diese Plätze und Straßen sind vom Landratsamt zu benennen. Die Auswahl sei in enger Abstimmung mit der Stadt Landsberg und den Gemeinden erfolgt, wie das Landratsamt auf Nachfrage mitteilt. Von der ab Donnerstag geltenden Maskenpflicht sind Standorte in Landsberg, Dießen und Kaufering betroffen:

  • Landsberg: Karolinenbrücke, Hubert-von-Herkomer-Straße, Leonhardiplatz, Klösterl, Gogglgasse, Hauptplatz, Salzgasse, Ludwigstraße, Herzog-Ernst-Straße, Georg-Hellmair-Platz, Alte Bergstraße, Spitalplatz, Schlossergasse, Schulgasse, Hinterer Anger, Limonigasse, Sandauer Straße, Vorderer Anger, Vordere Mühlgasse, Hintere Salzgasse, Flößerplatz und Peter-Dörfler-Weg.
  • Dießen: Gesamter Bereich der Seeanlagen, Untermüllerplatz, die so genannte Rialto-Brücke über den Mühlbach, Bahnunterführung zwischen Untermüllerplatz und See.
  • Kaufering: Wochenmarkt (immer freitags) am Fuggerplatz, Apotheke am Bgm.-Fritz-Jung-Platz gegenüber Seniorenstift, P+R Parkplatz in der Viktor-Frankl-Straße beim Verlassen des Bahnhofsgeländes.

So haben sich die Corona-Zahlen im Landkreis Landsberg entwickelt

Und wie haben sich die Corona-Fallzahlen im Landkreis entwickelt? Laut Wolfgang Müller, dem Pressesprecher des Landratsamts, waren am Mittwoch 69 Personen in Quarantäne, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Das waren drei weniger als am Vortag. Auch die Zahl der Kontaktpersonen, die zu Hause bleiben müssen, ging zurück: von 543 auf 535. Der Wert der Sieben-Tage-Inzidenz lag am Mittwoch (0 Uhr) unverändert bei 57,4. Etwa die Hälfte aller positiv Getesteten zeigt nach Angaben des Gesundheitsamts keine Symptome. Die anderen Betroffenen hätten bislang milde Verläufe der Erkrankung – im Klinikum werde derzeit kein Covid-19-Patient behandelt.

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