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Loppenhausen

12.03.2020

Großer Ärger: Sanierung der B 16 ist verschoben

Zwischen Loppenhausen und Aletshausen wird – Stand heute – wohl doch nicht in diesem Jahr gebaut. Gegen diese Entscheidung will Bürgermeister Jürgen Tempel nun kämpfen.
Bild: Ulla Gutmann

Plus Bürgermeister Jürgen Tempel ist sauer, weil die Bundesstraße bei Loppenhausen doch nicht wie geplant erneuert wird. Nun will er kämpfen.

Jürgen Tempel ist sauer. Stinksauer. „Ich fühle mich verraten und verkauft“, sagt der Bürgermeister von Breitenbrunn. Er hat sich wie schon sein Vorgänger für eine Verkehrsinsel für die B 16 bei Loppenhausen starkgemacht – und dachte eigentlich, dass sie in diesem Jahr gebaut wird. Bis am Mittwoch der Anruf aus dem Straßenbauamt Kempten kam: Das Projekt, in das Tempel viel Zeit und Arbeit investiert hatte und in dem eigentlich so gut wie alles geklärt war, ist vorerst gestrichen.

Der Grund: Für die angekündigte Sanierung der B 16 auf zwei Kilometern bis Aletshausen im Landkreis Günzburg ist nicht genügend Geld vorhanden.

Auf der B 16 bei Loppenhausen sind viele Fahrzeuge unterwegs

Doch von vorn: Schon länger ist bekannt, dass durch Loppenhausen viele Autos und Lastwagen fahren. Eine Verkehrszählung 2017 lieferte die entsprechenden Zahlen – inklusive jeder Menge Tempo-Überschreitungen. Der „Spitzenreiter“ brauste laut Bürgermeister Tempel mit 131 Sachen durch den Ort.

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Tempel schildert, wie es nach der Zählung weiterging: Bei einer Verkehrsbegehung im Herbst 2017 seien sich alle Beteiligten einig gewesen, die Fahrzeuge am nördlichen Ortseingang mit einer Verkehrsinsel „abzubremsen“. Die Rede war von 60 Metern, in denen ein sogenannter „Fahrbahnteiler“ gebaut werden sollte. Dazu gibt es auch eine schriftliche Vereinbarung.

2018 erreichte den Bürgermeister die freudige Nachricht aus dem Straßenbauamt: Loppenhausen bekommt nicht nur die Verkehrsinsel, sondern auch noch eine sanierte B 16 bis zur Landkreisgrenze. Letztlich sollte die gesamte Straße bis Aletshausen saniert werden.

Die Pläne zeigen, was zwischen Loppenhausen und Aletshausen alles geplant war

Pläne wurden gemacht: Kurvenbereiche entschärft, eine Linksabbiegespur von Norden in die Hasberger Straße geplant, dazu die Verkehrsinsel am Loppenhausener Ortseingang. Außerdem sollte die Fahrbahn erneuert und verbreitert werden. Alles habe wunderbar funktioniert, sagt Tempel: die Kampfmittelerkundung in dem Gebiet, das einst bombardiert worden ist. Die Grundstücksverhandlungen mit den 20 Besitzern entlang der Strecke, die Tempel und seine Gemeinderäte binnen zwei Wochen erledigt hatten. Die nötigen Baumfällarbeiten, die Information der Bürger. „Es war gigantisch, wie die Leute mitgegangen sind“, sagt Tempel – und immerhin das zaubert ihm an diesem so ärgerlichen Tag ein Lächeln ins Gesicht. Noch im November 2019 habe es eine Verkehrsbesprechung mit 26Teilnehmern gegeben. Wegen des bevorstehenden Winters habe man den Baubeginn auf 2020 vertagt.

Dann aber erfuhr Tempel im Januar, dass es womöglich Probleme mit der Finanzierung gibt. Er erkundigte sich im Straßenbauamt Kempten und erhielt Anfang Februar schriftlich die „gute Nachricht (...), dass wir die Finanzierung geklärt haben und den Ausbau nördlich Loppenhausen sowie die Deckensanierung im Nachbarlandkreis Günzburg heuer durchführen werden“. Die Ausschreibung, in der ein Bauunternehmen gesucht wird, solle in den nächsten Wochen im Staatsanzeiger veröffentlicht werden, heißt es weiter. Tempels Sorgen waren damit zerstreut, zumal er noch die dazugehörige Terminplanung erhielt.

Die Info an Bürgermeister Tempel kam am 11. März

Tatsächlich wurde das Projekt aber nie ausgeschrieben, sagt Tempel. Erst an diesem Mittwoch, den 11. März, habe er telefonisch erfahren, dass das Bundesverkehrsministerium die Mittel für den Straßenausbau gekürzt habe – und das rund drei Millionen Euro teure Projekt B 16 damit von den Bauämtern in Krumbach und Kempten vorläufig auf Eis gelegt wurde. Die Maßnahme soll realisiert werden, „sobald es die finanziellen Möglichkeiten zulassen“, heißt es aus dem Staatlichen Bauamt Kempten, „voraussichtlich im kommenden Jahr“. Seit Mitte Februar weiß man im Bauamt, dass weniger Haushaltsmittel zur Verfügung stehen. Als sich dann die Hoffnung, doch noch mehr Geld zu bekommen, zerschlagen habe, sei am 11. März beschlossen worden, die Bauarbeiten zu verschieben. „Die Entscheidung haben wir uns nicht leicht gemacht, da sich die Gemeinde und besonders Bürgermeister Tempel sehr für das Projekt eingesetzt haben und uns auch erfolgreich bei den Grundstücksverhandlungen unterstützt haben“, heißt es von Seiten des Amtes in Kempten.

Nicht nur die (vorläufige) Absage ärgert Tempel: „Es ist eine Sauerei, mich so lange im Unklaren zu lassen.“ Für ihn sei das eine große Vertrauensverletzung. Schließlich habe er sich mehr als eigentlich nötig für das Projekt eingesetzt, er habe seinen „guten Namen dafür hergegeben“, wie er sagt, und die Bürger hätten ihm vertraut.

Tempel will den Kampf nicht aufgeben: Er wünscht sich ein konkretes Datum mit Garantie und hat sich deshalb mit einem Brandbrief an Abgeordnete und Politiker auf Bundes- und Landesebene gewandt. Seine Wut richtet sich nicht gegen das Straßenbauamt: „Ich denke nicht, dass es Behördenwillkür ist, sondern dass die Politik versagt – egal, wen sie damit trifft.“

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