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Fußball

30.06.2019

Ein Türkheimer mit dem Blick für Talente

Der Trainer und „seine“ beiden Nationalspieler: Werner Lux (Mitte) mit Sonja Lux und Alem Japaur.
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Der Trainer und „seine“ beiden Nationalspieler: Werner Lux (Mitte) mit Sonja Lux und Alem Japaur.
Bild: Archiv Lux

Vor sieben Jahren trainierte Werner Lux seiner Tochter Sonja zuliebe die F-Junioren in Türkheim. Mittlerweile ist er Vater einer Nationalspielerin.

Eigentlich wollte die kleine Sonja damals zu den Wertachfunken in die Minigarde. Doch sie war noch etwas zu jung, um für den Faschingsverein das Tanzbein zu schwingen. Um ihren Bewegungsdrang dennoch zu bändigen, ging ihr Vater Werner Lux mit ihr zum Fußball. Erst bei den Bambini, dann in der F2-Jugend.

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Und weil es später in der F-Jugend keinen Trainer gab, übernahm Werner Lux eben selbst die Mannschaft. Es sollte der Start eines starken und erfolgreichen Vater-Tochter-Gespanns werden. Denn Sonja Lux blieb dem Fußball seitdem nicht nur treu, sondern verbesserte sich stetig über die Stationen TSV Mindelheim (E-Jugend), JFG Wertachtal (D-Jugend), SpVgg Kaufbeuren (D-Jugend) und schließlich FC Memmingen (C-Jugend). Immer mit dabei: Papa Werner als Trainer.

In Memmingen endet die Trainerkarriere

Jetzt, im dritten Jahr beim FC Memmingen, endet diese Ära: „Sonja darf nun auch mal flügge werden“, sagt Werner Lux. Dass seine Tochter ihren Weg gehen wird, davon ist der 47-Jährige überzeugt. Seit einem Jahr ist sie immerhin schon U15-Nationalspielerin, hat ihre ersten fünf Länderspiele absolviert und hängt beim FC Memmingen ein weiteres Jahr in der C-Jugend dran. Vom Alter her wäre sie eigentlich nun eine Kandidatin für die B-Jugend. Weil sie allerdings weiter in einer Jungenmannschaft spielt, gilt für sie die Regelung, dass sie noch ein Jahr bei den C-Junioren bleiben darf.

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„Technisch und fußballerisch hätte sie es auf jeden Fall drauf, um in der B2-Jugend zu bestehen“, sagt Werner Lux. Aber körperlich seien ihr die Jungs überlegen. Letztlich hörte Sonja auf die Empfehlung ihres Vaters und der Verbandstrainerin, noch ein Jahr in der C-Jugend zu verbringen.

Diese Eigenschaft zeichnet Werner Lux aus: Er erkennt Talente und weiß sie zu fördern. Das schätzt auch sein ehemaliger Trainerkollege in Kaufbeuren, Martin Schulz, an ihm: „Werner hat einfach ein Auge für Talente. Er erkennt das Potenzial in einem Spieler unglaublich schnell und weiß auch ganz genau, wie er ihn individuell fördern muss“, lobt der aktuelle Trainer des TSV Kottern.

In Kaufbeuren hat der Türkheimer seine schönste Zeit

Das Lob gibt Lux zurück: „Die Zeit in Kaufbeuren war die erfolgreichste, schönste und auch lehrreichste.“ Hier entwickelte sich auch Alem Japaur, den Lux seit der E-Jugend beim TSV Mindelheim kennt, zu einem Riesentalent. Heute spielt Japaur in der U15 des FC Augsburg und der bosnischen Nationalmannschaft. „Es ist einfach schön anzuschauen, was herauskommt, wenn man gute Arbeit leistet und die Spieler sich entwickeln“, freut sich Werner Lux, der selbst eine ansehnliche Spielerkarriere vorweisen kann.

Als Torhüter („In der E-Jugend stellten sie mich ins Tor – dabei blieb es.“) zog er von Türkheim über Mindelheim hinaus in die bayerische Fußballwelt: Jugend beim TSV 1860 München, dann zum FC Memmingen, wo er nach der A-Jugend den Sprung in die Bayernligamannschaft schaffte. Seine letzte Station war nochmals der TSV Mindelheim, als dieser Ende der 1990er Jahre in der Landesliga spielte. Diese Erfahrungen gibt Lux an seine Schützlinge weiter, wenn auch mit einem für Torhüter eher ungewöhnlichen Credo: „Tore schießen ist schöner, als welche zu verhindern. Ich denke immer offensiv. Hinten reinstellen ist nicht meins“, sagt er.

Zum Abschluss geht es mit dem FC Memmingen nach China

Der Erfolg gibt ihm recht: Die E-Junioren des TSV Mindelheim gewannen zwei Jahre lang sämtliche Pflichtspiele und wurden Unterallgäuer Hallenmeister. Bei den D-Junioren hielt er die JFG Wertachtal in der Bezirksoberliga und wurde mit der SpVgg Kaufbeuren BOL-Meister und gewann die Ostallgäuer, Allgäuer und Schwäbische Hallenmeisterschaft. Seit zwei Jahren ist er nun mit Tochter Sonja bei den C-Junioren des FC Memmingen. Kürzlich reisten sie mit dem FCM nach China, um die bestehenden Verbindungen zu vertiefen. „Das ist ein ganz anderes Land“, sagt er.

Vier Spiele absolvierten die Memminger, alle vier wurden gewonnen. „Athletisch sind die Chinesen vielleicht sogar weiter als wir. Aber sobald es ins spielerisch-taktische Verständnis geht, hinken sie offensiv wie defensiv hinterher.“ Mit dieser Reise endete seine Jugentrainer-Tätigkeit. „Es war ein schöner Abschluss.“

Was passieren müsste, damit er es sich anders überlegt? „Ich bin jetzt nicht so ambitioniert, dass ich irgendeine Mannschaft trainieren muss. Wenn überhaupt, dann sollte es eine talentierte Jugendmannschaft sein.“ Eine, die will. Denn für Lux gibt es kaum schlimmeres, als ein talentierter Spieler, der zu wenig aus seinen Anlagen macht.

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