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Fußball

18.03.2020

Ruhe auf den Unterallgäuer Plätzen

In ganz Bayern sind Sport- und Spielplätze wegen der Corona-Pandemie vorerst gesperrt. Wie es in den kommenden Wochen etwa für die Ligen des Bayerischen Fußballverbandes (BFV) weitergehen soll, ist offen.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Der Bayerische Fußballverband hat die Spielsperre mittlerweile bis nach Ostern ausgeweitet. Der ausgerufene Katastrophenfall bedeutet außerdem Trainingsverbot. Wie gehen die Unterallgäuer Mannschaften nun damit um?

Der Fußball ruht – und wird das auch noch länger tun, als ursprünglich gedacht. Hatte der Bayerische Fußballverband (BFV) ursprünglich die Saison für seine Amateurkicker bis Ende März ausgesetzt, so reagierten die Funktionäre Anfang der Woche auf die größere Gefahrenlage durch das Corona-Virus. Nun ist der Spielbetrieb in sämtlichen Ligen bis auf Weiteres ausgesetzt. Erst frühestens nach dem 19. April, zum Ende der Osterferien, und auch nur mit einer Vorankündigung von mindestens 14 Tagen sei eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs denkbar, heißt es von BFV-Seite.

Aufgrund des von der bayerischen Staatsregierung ausgerufenen Katastrophenfalls ist bis auf Weiteres auch kein Trainingsbetrieb möglich - die Sportplätze sind gesperrt. Der BFV ruft alle Vereine und Mitglieder zudem dazu auf, sich strikt an die Vorgaben der zuständigen Behörden zu halten. Jeder einzelne müsse seinen Beitrag leisten, um die Ausbreitung des Virus‘ zu verlangsamen.

Ob die Saison zu Ende gespielt wird, ist fraglich

Natürlich liegt es im Interesse des BFV und seiner Vereine, dass Nachholtermine gefunden werden, alle Spiele der Saison 2019/20 ausgetragen werden und die Spielzeit regulär beendet wird. Stand jetzt ist es allerdings nicht möglich, eine Einschätzung abzugeben, ob und inwieweit die Wiederaufnahme des Spielbetriebs in Einklang mit den Empfehlungen bzw. Vorgaben der zuständigen Behörden zu bringen ist.

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„Es gibt wilde Gerüchte darüber, wie es weitergeht oder ob es überhaupt weitergeht“, sagt Kammlachs Trainer Manuel Neß. Er belegt mit seiner Mannschaft aktuell den zweiten Platz in der Fußball-Kreisliga, hat also gute Chancen, in der kommenden Saison Bezirksligaluft zu schnuppern. „Für uns wäre es nicht bitter, wenn wir weiter in der Kreisliga spielen würden“, sagt Neß. „Damit hätten wir kein Problem.“ Viel schlimmer sei es für Mannschaften wie etwa den FC Pipinsried in der Bayernliga, die mit 21 Punkten Vorsprung die Tabelle anführen, oder den SV Cosmos Aystetten, der die Bezirksliga mit zwölf Punkten Vorsprung anführt.

Der TSV Mindelheim führt die Kreisliga an

Sein Kollege vom TSV Mindelheim, Benedikt Deigendesch, hält es ganz wie Patrick Reimer (Lesen Sie hier: Patrick Reimer: „Es tut weh, aber ich kann es nachvollziehen“). Der Eishockey-Profi hatte vergangene Woche gegenüber der MZ gesagt, es tue zwar weh, aber das Aus der DEL-Saison sei vollkommen nachvollziehbar. „Genau so sehe ich es auch“, sagt Deigendesch. Er glaubt nicht daran, dass die Saison noch beendet werden wird. „Es macht ja auch keinen Sinn, die Saison nur noch mit englischen Wochen durchzupeitschen. Das ist für viele Vereine schlichtweg nicht darstellbar“, sagt er. Für sein Team, immerhin Spitzenreiter in der Kreisliga Mitte, sei es natürlich blöd. „Wir haben uns eine gute Ausgangsposition erarbeitet.“

Auch in den Ligen darunter geht es den Spitzenreitern ähnlich. In Kirchheim, Tabellenführer der Kreisklasse Allgäu 2, werde man jede Entscheidung des BFV unterstützen, sagt Trainer Karl Kögel. Dabei sei jeder Auf- oder Abstieg und auch allgemein der Fußball völlig egal, wenn es um die Gesundheit der Menschen geht, so Kögel weiter. Er sei trotzdem froh, dass nicht er die Entscheidung, wie es denn letztendlich weitergeht, treffen muss. Allerdings hoffe er, dass es eine Lösung gibt und die aktuelle Saison zu Ende gespielt wird. Für den Tabellenführer der A-Klasse Allgäu 2, den SV Oberrieden und seine Spieler, wäre es ein herber Rückschlag, falls die Saison abgebrochen wird und es keinen Aufstieg gibt. „Man spielt nicht jedes Jahr so eine grandiose Vorrunde und damit um den Aufstieg mit“, erklärt Spielertrainer Florian Huber. Er ist sich aber sicher, dass es so kommen werde, dass die Saison abgebrochen wird. Letztendlich seien ihnen aber die Hände gebunden.

Wie es in den Fußballligen nach den Osterferien weitergehen wird? Das weiß noch niemand. Wenn es nötig ist, werde man die Aussetzung erneut verlängern oder möglicherweise auch den Spielbetrieb komplett einstellen, heißt es seitens des Fußballverbandes.

In Dirlewang hängt das Jubiläum in der Schwebe

Den FSV Dirlewang erwischt es dabei nicht nur sportlich. Zwar könnte der Verein, der in der Kreisklasse Allgäu 1 zur Winterpause den neunten Platz belegt (mit vier Punkten Vorsprung auf den letzten Platz), von einem Corona-bedingten Saison-Aus profitieren. Doch weit schwerer als ein möglicher Kampf um den Klassenerhalt wiegt derzeit die Unsicherheit über das geplante Vereinsjubiläum. „Wir haben viele Ideen für unser 100-Jähriges“, sagt FSV-Vorsitzender Bernd Perzewski.

„Aber es ist mittlerweile alles so unsicher, dass wir nicht für alles eine Zusage haben oder auch geben können.“ Zuletzt habe er mit der Traditionsmannschaft des TSV 1860 München noch ein Jubiläumsspiel gegen die AH des FSV Dirlewang ausgemacht.

Doch auch das steht mittlerweile auf tönernen Füßen. „Mittlerweile hätten die Löwen zwar einen Kader mit Ex-Profis beieinander, können aber aufgrund der Corona-Lage noch keine Zusage machen“, sagt Perzewski.

Weitere Highlights für die Jubiläumsfeierlichkeiten Anfang Juli seien ein Ballkünstler, ein hochdotiertes Jugendturnier mit Nachwuchsteams wie dem FC Heidenheim oder Musikbands. „Wir haben schon viele Verträge geschlossen“, sagt Bernd Perzewski. Er glaubt nicht, dass es in der Fußballsaison bei der bisherigen Pause bleibt. „Ich gehe davon aus, dass die Saison annulliert wird.“ Dann würde der FSV Dirlewang auch in der kommenden Saison in der Kreisklasse Allgäu 1 antreten. Perzewski glaubt, dass die Mannschaft das jedoch auch so geschafft hätte. „Wir haben uns für die Rückrunde einiges vorgenommen“, sagt er.

Weil nun jedoch Training und Testspiele ausfallen, geht Trainer Thomas Knerr einen anderen Weg. Er habe den Spielern individuelle Trainingspläne zukommen lassen. „Die dürfen die Spieler in den kommenden Wochen umsetzen und gerne mit Fotos dokumentieren. Das ist sogar erwünscht“, sagt Perzewski und lacht.

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