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Ulm/Neu-Ulm

19.02.2021

Corona-Regeln an Schulen: Unterschiede zwischen Ulm und Neu-Ulm ärgern Eltern

Die drei Sendener Grundschulen gehören ab dem kommenden Schuljahr einem Verbund an. Damit können sie leichter zusammenarbeiten – und der Schulsprengel fällt weg.
Bild: Alexander Kaya

Plus Corona trennt die Städte Ulm und Neu-Ulm. Unterschiedliche Regeln an Schulen führen zu Betreuungsproblemen. Auch innerhalb von Neu-Ulm gibt es Unterschiede.

Tausende Pendler wechseln täglich mit ihrem Weg zur Arbeit nach Ulm oder in den Kreis Neu-Ulm das Bundesland. Die unterschiedlichen Regelungen in Sachen Schulöffnungen lassen Eltern am Föderalismus zweifeln: In Baden-Württemberg dürfen in den Grundschulen nämlich nur zwei Jahrgänge gleichzeitig an einer Schule sein. Das heißt zum Beispiel in einer Woche die ersten und dritten Klassen, in der nächsten die zweiten und vierten. In Bayern hingegen dürfen sämtliche Jahrgänge - in halber Klassenzahl - an der Schule sein. Wenn also Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sagt, der Freistaat werde "eher etwas vorsichtig und zurückhaltend" bei der Schulöffnung vorgehen, muss ergänzt werden, dass der Grüne Kollege Winfried Kretschmann aus Baden-Württemberg noch vorsichtiger ist.

Nur zwei Stunden Unterricht in Ulm, mehr in Neu-Ulm

Dies führt in Ulm jedoch zu teilweise extrem kurzen Unterrichtszeiten. "Zwei Stunden Unterricht ist absurd", sagt eine Lehrerin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Lehrerengpässe zeichnen sich längst ab, denn die Klassen werden - wie in Bayern - geteilt. Bei nur zwei Stunden Unterricht am Tag hält sich die Entlastung berufstätiger Eltern in Grenzen. In einer Mitteilung des Kultusministeriums heißt es: "Der Präsenzunterricht soll jeweils mindestens zehn Unterrichtsstunden pro Woche umfassen, gerne aber auch mehr, wenn dies die Schule ermöglichen kann." Diese Ermöglichung scheint durch einen notorischen Lehrermangel an vielen Schulen ein Wunschtraum zu sein. Zumal es für die Schulen weiterhin eine Notbetreuung für diejenigen Kinder zu stemmen gilt.

Pfuhl anders als die Stadtmitte: Die Schulen haben Freiheiten

Zu einem echten Problem wird das Ganze für Lehrer, die in Ulm wohnen aber in Neu-Ulm unterrichten. Denn in Neu-Ulm hingegen sind es oftmals fünf Stunden. Das Ungleichgewicht entsteht, weil im Kreis Neu-Ulm sämtliche Jahrgänge - von der ersten bis zur vierten Klasse - in halber Klassenzahl an den Schulen sein dürfen, im baden-württembergischen Ulm hingegen nur zwei Jahrgänge in halber Klassenstärke. Wobei die Umsetzung der Vorgaben den Schulen unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln frei gegeben wird. Das macht die Sache nicht übersichtlicher: Einzelne Schulen, wie etwa die "Grundschule Neu-Ulm in der Stadtmitte", ermöglicht es sämtlichen Kindern mit einem ausgeklügelten Konzept jeden Tag in den Präsenzunterricht zu kommen. In anderen Schulen im Kreis hingegen kommen die Kinder nur alle 14 Tage ins Schulhaus. Zum Teil muss an Schulen gleichzeitig Wechsel-, Distanz- und Präsenzunterricht stattfinden, was die Schulleitungen vor große Herausforderungen stellt. Und das mit unterschiedlichem Personalbestand, weil nicht jede Schule gleich viele "Lehrerstunden" zur Verfügung hat.

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