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Senden/Weißenhorn

27.10.2020

Corona-Testzentrum in Weißenhorn: Warum Schulklassen sich dort nicht testen lassen können

Das Corona-Testzentrum zieht von Senden nach Weißenhorn.

Plus Abstriche werden im Winter drinnen im Corona-Testzentrum in Weißenhorn durchgeführt. Das Landratsamt Neu-Ulm erklärt, wie der neue Testablauf aussieht.

Das Corona-Testzentrum zieht von Senden nach Weißenhorn um. Ab Mittwoch können sich Bürger im ehemaligen Feneberg-Supermarkt, Kammerlanderstraße 1, testen lassen. Der Grund für den Umzug ist der nahende Winter: Je weiter die Temperaturen sinken, desto unangenehmer wird es, die weitgehend im Freien liegende Teststation in Senden bei der Feuerwehr aufrechtzuerhalten. Das Landratsamt erklärt, wie der neue Testablauf aussieht.

„Es war von Anfang an klar, dass das Testzentrum nicht dauerhaft in Senden bleiben kann, sondern über den Winter umziehen muss“, sagt Jürgen Bigelmayr, Sprecher des Landratsamtes Neu-Ulm, auf Anfrage unserer Redaktion. Der Landkreis zahlt der Stadt Weißenhorn „einen günstigen Preis, der deutlich unterhalb der ortsüblichen Marktkonditionen liegt“, so Bigelmayr. Die Stadt Senden habe die Feuerwehrwache im Rahmen der Amtshilfe gratis zur Verfügung gestellt, doch anders als in Senden handle es sich beim ehemaligen Feneberg um ein Gewerbeobjekt.

Bürger werden in Weißenhorn drinnen getestet

Die Tests finden in Zukunft drinnen statt, die Bürger bleiben nicht mehr wie in Senden im Auto sitzen, sondern werden zu Fuß durch die Teststation geleitet. Betreiber des Testzentrums bleibt das Landratsamt Neu-Ulm, es arbeitet mit dem Generalunternehmer Huber Group aus Mühlhausen zusammen. Das Unternehmen ist für die EDV-technische Abwicklung zuständig und hat wiederum mit einem medizinischen Dienstleister einen Vertrag für die Durchführung der Tests geschlossen. Phasenweise habe auch das Rote Kreuz sehr wertvolle Unterstützung geleistet, so Bigelmayr, „aber das geht auf Dauer natürlich nicht, die Leute machen das schließlich ehrenamtlich“.

Die Öffnungszeiten bleiben die gleichen wie bisher: Montag 17 bis 20 Uhr, Mittwoch 16 bis 19 Uhr und Freitag 15 bis 18 Uhr. Jeder mit einem Wohnsitz im Landkreis oder Personal von Schulen und Kindertagesstätten mit Arbeitsort im Landkreis Neu-Ulm darf sich testen lassen, es ist jedoch eine vorherige Anmeldung nötig. Ausnahme: Erkrankte Personen werden nicht im Testzentrum getestet, sie müssen zur weiteren Abklärung Kontakt mit dem Hausarzt oder dem ärztlichen Bereitschaftsdienst unter Telefon 116117 aufnehmen.

Auch ganze Schulklassen können derzeit aus mehreren Gründen nicht zur Teststation kommen. Von Susanna Oberdorfer-Bögel, Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler im Illertisser Stadtrat, kam die Kritik, dass Illertisser Schüler im Quarantänefall mehrfach bis nach Neu-Ulm gefahren werden müssen. Das sei für die ohnehin schon belasteten Eltern kaum zumutbar.

Landratsamt: Schulen müssen schnell getestet werden

Peter Dieling vom Landratsamt kann dies nachvollziehen, sieht aber derzeit keine andere Möglichkeit. An Schulen müsse nach dem geltenden Pandemieplan schnell getestet werden. Im Weißenhorner Corona-Testzentrum sei dies jedoch nur mit vorheriger Anmeldung jeweils einzelner Personen möglich, damit sei es nicht geeignet, schnell größere Gruppen zu testen. Dieling bittet um Verständnis für die Lage im Gesundheitsamt. Dort seien die Ressourcen begrenzt, deswegen könne die Logistik nicht doppelt vorgehalten werden. Derzeit werde auf dem Skaterplatz neben dem Landratsamt ein winterfestes Zelt für eben solche Fälle – Schulklassen oder größere Gruppen – aufgebaut.

Dennoch macht Dieling Hoffnung auf mögliche Besserung: „Wir prüfen, ob eine mobile Lösung – zum Beispiel einen Bus an eine betroffene Schule zu schicken – möglich wäre.“ Eventuell könnten ganze Klassen in Zukunft auch in Weißenhorn im Testzentrum Abstriche machen lassen, wenn dieses für die Öffentlichkeit geschlossen hat. „Doch das ist alles technisch ziemlich kompliziert und die Sicherheit der Ergebnisse muss natürlich zu 100 Prozent gewährleistet werden“, so Dieling.

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