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Weissenhorn

08.06.2020

Kliniken im Landkreis Neu-Ulm: Vieles wird wieder normal

Die Container sind da: Mit solchen Modulen wird in den nächsten Wochen der Anbau für die Stiftungsklinik in Weißenhorn hochgezogen. Links im Bild: Stiftungsdirektor Marc Engelhard.
Foto: Alexander Kaya

Plus Angesichts der geringen Fallzahlen benötigt der Kreis das Claretinerkolleg nicht mehr als Ausweichkrankenhaus. Und in Illertissen ist die Isolierstation aufgelöst.

Die Krankenhauslandschaft im Kreis wird Stück für Stück wieder „normalisiert“. Dazu gehört unter anderem, dass vorerst keine Notfallklinik mehr benötigt wird, in Illertissen wieder Patienten zur Geriatrischen Rehabilitation kommen können und in Weißenhorn wieder deutlich mehr Kapazitäten für Operationen zur Verfügung stehen. Außerdem wird jetzt bei der Stiftungsklinik gebaut.

Zusätzliche Betten im Claretinerkolleg nicht mehr notwendig

Seit geraumer Zeit bewegt sich die Zahl der Corona-Infektionen im Landkreis auf sehr niedrigem Niveau. In den vergangenen sieben Tagen wurden lediglich zwei neue Ansteckungsfälle gemeldet. Deshalb kam die Regierung von Schwaben zu dem Schluss, dass die zusätzlichen Bettenkapazitäten im Claretinerkolleg Weißenhorn derzeitig nicht mehr notwendig seien. Nun solle das Gebäude wieder seiner ursprünglichen Nutzung zugeführt werden. Das bedeutet: Nach den Sommerferien zieht die Montessori-Schule, die derzeit in der Weißenhorner Förderschule untergebracht ist, wieder in ihre angestammten Räume ein. Allerdings wird dennoch einiges anders sein. Die Planungen für die Einrichtung eines Notfallkrankenhauses bleiben bestehen, auch die bereits installierten Infektionsschleusen werden nicht abgebaut. Ursprünglich sollten im Ernstfall, 64 Betten im Hauptgebäude und 75 in der Turnhalle aufgestellt werden können. Bisher wurde das Gebäude als Ausweichklinik nicht benötigt, die regulären Versorgungskapazitäten im Kreis genügten. „Sie waren immer ausreichend“, sagt Edeltraud Braunwarth, „auch wenn die Betten manchmal voll waren.“

Corona-Notaufnahme besteht weiterhin

Derzeit hält die Kreisspitalstiftung 15 Prozent ihrer Bettenkapazitäten für Corona-Patienten bereit. Auch die Corona-Notaufnahme besteht weiterhin. Sie stellt sicher, dass Menschen mit möglichen Krankheitssymptomen durch einen separaten Eingang in die Klinik gelangen können.

Auch die Illertalklinik in Illertissen war wegen der Pandemie umorganisiert worden. Wie die Kreisspitalstiftung nun mitteilt, kommen die Patienten der Geriatrischen Rehabilitation zurück. Die übergangsweise eingerichtete und stets voll belegte Isolierstation ist jetzt aufgehoben. Dort waren übergangsweise Menschen untergebracht, die 14 Tage lang in Quarantäne ausharren mussten, bevor sie in ein Pflegeheim wechseln durften. Allerdings können wegen der weiter geltenden Vorsichtsmaßnahmen noch nicht so viele Reha-Patienten aufgenommen werden wie vor der Krise.

Verschoben wird der geplante Umzug der Schmerztagesklinik von Illertissen nach Neu-Ulm. Sie soll an der Donauklinik dauerhaft ihren Platz finden. Allerdings gelten dort derzeit noch Kapazitätsbeschränkungen, sodass die Schmerzklinik bis zum Herbst weiterhin in Illertissen bleibt.

Keine Mitarbeiter und Patienten im Krankenhaus infiziert

Stolz ist Stiftungsdirektor Marc Engelhard darauf, dass sich während der bisherigen Corona-Krise dank restriktiver Maßnahmen weder Mitarbeiter der Stiftung noch Patienten in den Krankenhäusern mit dem Coronavirus infiziert haben. Jede Woche werde in Weißenhorn und Neu-Ulm getestet. Nun gelte es, Schritt für Schritt zum „Regulärbetrieb“ zu kommen.

In Hochzeiten der Krise mussten 30 Prozent der Klinikkapazitäten für Covid-19-Patienten reserviert bleiben, jetzt nur noch die Hälfte. Dennoch seien auch in den vergangenen Monaten notwendige Operationen stets durchgeführt worden, etwa wenn es um Krebsoperationen oder Chemotherapien ging, beteuert Engelhard. Allerdings mussten alle Maßnahmen, die länger als vier Wochen warten konnten, zurückstehen. Belebter ist mittlerweile wieder die Notaufnahme. Jedoch kommen dort auch wieder Menschen mit eher geringfügigen Wehwehchen. Johannes Kleber, organisatorischer Leiter der Notaufnahme, formuliert es so: „Die kommen, wenn nachts um zwei der Zeh juckt.“

Weißenhorner Klinik wird erweitert

Mit deutlicher Verzögerung haben jetzt erst die Arbeiten für die provisorische Erweiterung der Weißenhorner Klinik begonnen. Dieser Modulbau sollte bereits am 30. Juni bezugsfertig sein. Er erhöht die Kapazität der Weißenhorner Klinik von bisher 160 auf 203 Betten. Zudem soll dort die akutmedizinische Versorgung unterkommen, die von der Illertalklinik nach Weißenhorn wandert. Jetzt haben gerade mal die vorbereitenden Arbeiten begonnen. Stehen soll das Fertighaus-Provisorium laut Engelhard rund drei Jahre lang. Dann folgt der „richtige“ Anbau.


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