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DFB-Pokal

14.09.2020

Reichert, Rühle, Geyer - die Klasse von 1991 beim SSV Ulm 1846 Fußball

Tobias Rühle war nach dem DFB-Pokalspiel gegen Erzgebirge Aue und seiner Auszeichnung als Mann des Spiels ein gefragter Gesprächspartner für Interviews. Hinter ihm sein Teamkollege Johannes Reichert, mit dem er schon in der Jugend des SSV zusammengespielt hat.
Bild: Horst Hörger

Plus Mit Tobias Rühle, Johannes Reichert und Thomas Geyer waren drei Ulmer Fußballer am DFB-Pokalerfolg gegen Aue beteiligt, die schon in der Jugend zusammengespielt haben.

Ein Blick in die Startaufstellung der Ulmer Spatzen beim DFB-Pokalerfolg gegen den Fußball-Zweitligisten Erzgebirge Aue offenbart ein Muster, das sich nicht nur am vergangenen Samstag als erfolgreich entpuppte, sondern schon seit einiger Zeit. Mit Burak Coban, Ardian Morina, Vinko Sapina, Johannes Reichert, Thomas Geyer und Tobias Rühle standen Spieler auf dem Platz, die den SSV Ulm 1846 Fußball irgendwann einmal schon verlassen hatten und dann wieder zurückkehrten. Am Samstag war besonders einer von ihnen im Blickpunkt: Tobias Rühle, der nach der Partie als „Man of the Match“ ausgezeichnet wurde – dem Mann des Spiels. Zusammen mit Reichert und Geyer bildet er ein besonderes Trio.

Alle drei gehören dem Jahrgang 1991 an und alle drei spielten zusammen in der Jugend der Spatzen. Rühle zog es 2006 in den Nachwuchs des VfB Stuttgart, Thomas Geyer folgte ihm ein Jahr später. Zusammen schafften sie es bis in die Reserve der Stuttgarter, ehe sie ihre Karrieren in andere Teile Fußball-Deutschlands verschlugen. Reichert blieb bis 2014 in Ulm, wechselte dann nach Kaiserslautern und zwei Jahre später wieder zurück an die Donau.

Die nächste Pokal-Sensation der Ulmer Spatzen: Am Samstagabend besiegten sie den Zweitligisten FC Erzgebirge Aue verdient. Tobias Rühle erzielte das 1:0 für den SSV Ulm 1846 Fußball. Wie er seinen Treffer erlebt hat.
Video: Michael Kroha

Jetzt sind die drei wieder vereint, Geyer kam vor einem Jahr, Rühle im Winter. Wegen Corona dauerte es allerdings etwas, ehe sich der Stürmer im Team beweisen konnte. In der abgelaufenen Regionalliga-Saison stand er kein Mal auf dem Platz. Umso besser kam er dafür aus der Corona-Pause: Er traf in verschiedenen Tests und erzielte die wichtige 1:0-Führung im Finale des WFV-Pokals gegen Balingen. Im Ligaspiel gegen die SV Elversberg vor einer Woche holte er den Elfmeter zum 1:0 heraus und erzielte den 2:0-Endstand selbst.

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Seinen Startplatz im DFB-Pokal hatte er sich damit redlich verdient – und belohnte sich und seine Mannschaft mit dem Führungstreffer. „Entscheidend war, dass der Ball auf meinen schwachen Fuß kam, da überlegt man nicht so lange“, beschrieb der 29-Jährige seinen Treffer. „Deshalb hab’ ich einfach draufgehauen. Mit rechts hätte ich vielleicht einen Tick zu lange überlegt.“

SSV Ulm 1846 Fußball verpflichtet häufig ehemalige Spieler

Die Ulmer Rückholaktion war allein schon wegen Rühles Treffern in den beiden Pokalwettbewerben erfolgreich – und die Saison hat gerade erst angefangen. Er sagt jedenfalls: „Es ist unglaublich schön, ich bin daheim und meine Freunde und Familie sind hier. Es macht unglaublich Spaß und die Mannschaft zeigt, dass sie Spaß hat. So kann’s weitergehen.“

Den Wohlfühlfaktor beschreibt auch Johannes Reichert als einen Grund, weshalb der SSV immer wieder ehemalige Spieler zurück in die eigenen Reihen holt: „Der Verein hat schon etwas, wie soll man sagen...Magisches. Ich denke, wer einmal hier ist, der ist hier schon gefestigt. Klar, das liegt auch an den Leuten und daran, dass sie die Spieler nie aus dem Blick verlieren, die mal den Verein verlassen haben, um zu höherklassigeren Teams zu gehen.“

Wegen der Verletzung von Florian Krebs trägt Reichert derzeit die Kapitänsbinde der Spatzen und hat Thomas Geyer als Innenverteidiger an seiner Seite. Zusammen haben sie gegen Aue eine starke Leistung geboten. Wegen seiner langen Vereinszugehörigkeit bekommt Reichert in Ulm einen großen Teil der Aufmerksamkeit, der ruhigere Geyer geht dagegen in der öffentlichen Wahrnehmung etwas unter. Fußballerisch ist sein Wert aber unbestritten. Schon in der vergangenen Saison sorgte er im defensiven Mittelfeld für Stabilität. Er ist zwar nicht der auffälligste Fußballer auf dem Platz, das müssen Defensivspieler aber auch nicht sein.

Der SSV Ulm 1846 Fußball wirft den Zweitligisten FC Erzgebirge Aue aus dem DFB-Pokal und zieht damit in die zweite Runde ein. Einen Wunschgegner hat Spatzen-Kapitän Johannes Reichert nicht, er hat einen ganz anderen Wunsch.
Video: Michael Kroha

Die drei – Rühle, Reichert, Geyer – haben sich also nach einigen Jahren wiedergefunden und stehen stellvertretend für ein Team, das in den vergangenen Saisons zusammengefunden hat und das von den Offiziellen sinnvoll ergänzt wurde. Jetzt muss es in der jungen Saison nur noch zeigen, dass es auch über einen längeren Zeitraum konstant spielen kann und nicht nur in den großen Partien seine Leistung abliefert. Am Mittwoch (19 Uhr) steht schon wieder der Alltag in der Regionalliga Südwest an. Gegner im Ulmer Donaustadion ist dann der FSV Frankfurt, der mit einem Sieg in die Saison gestartet ist.

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Bild: Horst Hörger
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