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Oktoberfest in China

04.08.2020

Lederhose, Dirndl, Maske: Qingdao feiert Oktoberfest

Nicht überall fällt das Oktoberfest in diesem Jahr aus.
Bild: Peter Kneffel, dpa

Wegen der Corona-Pandemie wurde in München die Wiesn abgesagt. Im chinesischen Qingdao wird aber trotzdem Oktoberfest gefeiert - und nicht nur dort.

In München fällt das „O’zapft is!“ in diesem Jahr zwar aus – gut 8000 Kilometer östlich dagegen ist der gesellige Bierzelt-Rausch bereits in vollem Gange: Drei Wochen feiern die Chinesen in Qingdao schon im August ihre Version des Oktoberfests. In der fast acht Millionen Einwohner zählenden Ostküstenstadt mit deutscher Kolonialvergangenheit haben die Behörden nur 65 Corona-Infektionen und einen Virustoten registriert, so ausgelassen feiern wie sonst aber dürfen die Gäste in Qingdao in diesem Jahr trotzdem nicht. Wer Einlass bekommen möchte, muss eine Maske tragen und eine Corona-App vorzeigen. Auch auf den Bierbänken herrscht strenges social distancing.

Beim Oktoberfest im chinesischen Qingdao gibt es 1500 Biersorten - aber keine Stimmung

Ganz so tragisch sind die Einschränkungen nicht. Denn wer einmal einen asiatischen Abklatsch der Wiesn mitgemacht hat, weiß genau: So richtig Stimmung kommt ohnehin nicht auf. Zwar versuchen die Organisatoren in Qingdao, alles richtig zu machen: Sie servieren über 1500 verschiedene Biersorten – natürlich standesgemäß im Maßkrug. Sie haben eine Band engagiert, die in Trachtenhemden und Lederhosen Klassiker wie „Anton aus Tirol“ anstimmt. Und auch unter den Gästen ist die Dirndl-Quote fast so hoch wie auf der Theresienwiese. Nur: Bayerische Gemütlichkeit lässt sich eben nicht kopieren – zumal in einem autoritär regierten Land, in dem uniformierte Soldaten darüber wachen, dass die Gaudi nicht über die Stränge schlägt. Auf der anderen Seite aber haben die Chinesen mit ungeheurer Selbstdisziplin – vom Maskentragen bis zu drakonischen Ausgangssperren – dafür gesorgt, dass die Pandemie bei ihnen unter Kontrolle ist. Dafür haben sie sich nun auch die ein oder andere Maß verdient.

Auch in diesen Teilen der Welt wird Oktoberfest gefeiert

Auch in anderen Teilen der Welt sind die Menschen von Bier, Sauerkraut und Blasmusik und der bayerischen Gemütlichkeit begeistert. Nach dem Vorbild des Münchner Originals werden deshalb weltweit Oktoberfeste gefeiert - zum Beispiel hier:

  • Kitchener-Waterloo Oktoberfest in Kanada: Laut eigener Homepage ist es „Canada’s Greatest Bavarian Festival“, laut Goethe-Institut sogar das größte Oktoberfest Nordamerikas. Auf der Facebookseite des Kitchener-Waterloo Oktoberfestes zählen die Veranstalter schon die Tage rückwärts, bis es losgeht. Vom 6. bis zum 17. Oktober soll gefeiert werden – wenn es denn dabei bleibt. Das Oktoberfest hat dort seit 1969 Tradition.

  • Oktoberfest Zinzinnati in Ohio (USA): Vom 18. bis 20. September findet dort das Oktoberfest Zinzinnati statt. US-Medienberichten zufolge tüfteln die Veranstalter noch an einem corona-tauglichen Konzept. Allerdings wurde dort erst kürzlich das große Riverfest abgesagt – das Oktoberfest steht eventuell auch auf der Kippe.
  • Oktoberfest Brisbane, Australien: Sollte es dabei bleiben, dann findet das Oktoberfest „Down Under“ vom 9. bis 11. und vom 16. bis 18. Oktober statt. Die Veranstalter entscheiden im Moment noch, ob ein solches Fest möglich ist. Gleichzeitig läuft seit vier Monaten eine Petition, um aus dem 9. Oktober (also dem ersten Oktoberfest-Tag) in Queensland einen Feiertag zu machen – über 900 Menschen haben schon unterschrieben. In der Petition heißt es, das Oktoberfest solle das Ende des „Albtraum-Virus“ signalisieren.

  • Oktoberfest Kent, Großbritannien: Für das Oktoberfest in Kent im südöstlichen Großbritannien sind einige Tickets bereits ausverkauft. Dass das Fest stattfindet, ist wohl sicher – zumindest freuen sich die Veranstalter auf Facebook bereits auf den 3. Oktober, an dem es stattfindet.

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