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Verkehr

12.01.2020

Ein Jahr BRB: Ende gut, alles gut?

So sah es vor gut einem Jahr aus: Ein Zug der Bayerischen Regiobahn am Augsburger Hauptbahnhof. Sie hatte gerade die Strecken von Augsburg nach Landsberg und ins Allgäu übernommen und war von einer Panne in die nächste geschlittert: Es gab reihenweise Verspätungen und Zugausfälle.
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus Vor gut einem Jahr übernahm die BRB die Bahnstrecken in der Region. Nach einem Auftakt mit vielen Pannen läuft es jetzt deutlich besser, aber ein Problem bleibt

Etwas länger als ein Jahr ist es her, dass die Bayerische Regiobahn (BRB) den Großteil des Streckennetzes in unserer Region übernommen hat. Nach einem klassischen Fehlstart mit Pleiten, Pech und Pannen sind die Züge ab März deutlich pünktlicher geworden. Wir sprachen mit der Ausfischtsbehörde, der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) und den BRB-Verantwortlichen, wie ihr Fazit nach einem Jahr aussieht.

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Schlechter hätte es kaum beginnen können: Nachdem die BRB das Netz auf den Strecken zwischen Landsberg und Augsburg sowie zwischen Buchloe und Augsburg übernommen hatte, gab es direkt am ersten Werktag einen Streik. Das war am 10. Dezember, und so mussten fast alle Züge gestrichen werden. Hier traf die BRB keine Schuld, doch was folgte, war ein Mix aus hausgemachten Problemen und Einflüssen von außen wie beispielsweise die Großbaustelle zwischen Buchloe und Geltendorf, die für viel Ärger bei den den Bahn-Kunden sorgte. Zahlreiche Züge waren in den Monaten Januar und Februar unpünktlich oder fielen ganz aus. Am Ende wurde es der Aufsichtsbehörde BEG zu bunt und die BRB-Verantwortlichen wurden zum Rapport nach München einbestellt.

Maßnahmenpaket zeigte Wirkung

Dabei wurde ein Maßnahmenpaket beschlossen, das Wirkung zeigte: So wurden beispielsweise die Wendezeiten der Züge in den Endbahnhöfen verlängert, und der dadurch gewonnene Zeitpuffer führte dazu, dass die BRB-Züge deutlich pünktlicher wurden. Lag im Januar und Februar der Pünktlichkeitswert nur knapp über 80 Prozent und damit deutlich unter dem Durchschnitt in Bayern, stieg er ab März auf Werte zwischen 93 und 96 Prozent an, wobei „pünktlich“ nach dieser Definition bedeutet, dass der Zug nicht mehr als fünf Minuten Verspätung hat. „Die BRB hat im Jahr 2019 nach den uns vorliegenden vorläufigen Werten eine durchschnittliche Pünktlichkeit von 93 Prozent erreicht. Damit lag sie über dem vorläufigen bayernweiten Durchschnittswert von 92 Prozent“, sagt Agnieszka Urban, Sprecherin der Aufsichtsbehörde BEG.

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Auch Christopher Raabe, Sprecher des Bahnbetreibers BRB, sieht die Bilanz unterm Streich positiv: „Eine Strecke neu zu übernehmen ist immer eine Herausforderung, aber hier gab es schon besondere Probleme wie die Baustelle auf der Strecke zwischen Buchloe und Geltendorf, so dass wir nicht so starten konnten, wie wir das gerne gehabt hätten. Doch seit dem Frühjahr läuft es deutlich besser bis auf die Sommerferien, wo auf der Strecke zwischen Landsberg und Kaufering die Züge ausfallen mussten, weil wir da mit massiven Personalproblemen zu kämpfen hatten.“

Personalmangel bereitet Bahnbetreiber BRB Probleme

Damit spricht der BRB-Mann die größte Herausforderung für die nächsten Monate an. Denn wie viele andere Bahnunternehmen auch tut sich die BRB schwer, Personal zu finden. „Die Situation ist weiter nicht einfach“, sagt Raabe: „Wir haben jetzt neue Ausbildungsgruppen gestartet mit dem Ziel, einen personellen Überhang zu schaffen, damit keine Züge mehr wegen Personalmangels ausfallen müssen. Wir hoffen sehr, dass wir das Problem in den Griff bekommen.“

Das hofft auch die Aufsichtsbehörde BEG: „Wir erwarten nun, dass die BRB den Betrieb dauerhaft stabilisiert und außerdem weiterhin konsequent an den Themen wie der Anschlusssicherung oder insbesondere auch der Verbesserung der knappen Personalsituation arbeitet“, so Agnieszka Urban.

Unterm Strich blickt die BRB aber zuversichtlich in die Zukunft und hofft, die zuletzt guten Werte bestätigen zu können: „Wir sind guter Dinge, dass es so weiter geht. Die Großbaustelle mit der Elektrifizierung zwischen Buchloe und Geltendorf, die uns viele Probleme bereitet hatte, ist abgeschlossen, und größere Baumaßnahmen stehen 2021 nicht an. Verbessern wollen wir uns aber noch auf den Gebieten Sauberkeit und Qualität der Durchsagen, wo wir zwar einen Platz im vorderen Mittelfeld belegen, aber da wollen wir noch besser werden“, so BRB-Sprecher Raabe.

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