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Feiertag

05.10.2019

Gedenkgottesdienst zur Deutschen Einheit

Nach dem Festgottesdienst lud Hansjörg Durz die Besucher zur Gedenkfeier auf den Franziskanerplatz ein. Von links: Hansjörg Durz, Bruder Kornelius, die Pfarrer Thomas Demel und Bernd Prochna, sowie Pater Thomas.
Bild: Hieronymus Schneider

Bundestagsabgeordneter Hansjörg Durz würdigt in Klosterlechfeld das historische Ereignis mit einer Ansprache auf dem Franziskanerplatz

Der Tag der Deutschen Einheit ist kein kirchlicher Feiertag. Dennoch wurde er in der Klosterlechfelder Wallfahrtskirche Maria Hilf im Rahmen eines Festgottesdienstes in besonderer Weise begangen. Der Gottesdienst, zu dem auch die Wallfahrer aus Scheuring gekommen waren, wurde von den Pfarrern Thomas Demel und Bernd Udo Rochna aus Neu-Ulm zusammen mit Bruder Kornelius und Pater Thomas zelebriert. Neben dem Bundestagsabgeordneten Hansjörg Durz (CSU) nahmen auch der Landrat und Bezirkstagspräsident Martin Sailer sowie Altlandrat Karl Vogele an der Gedenkfeier teil.

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Pfarrer Bernd Rochna, ein langjähriger Weggefährte von Pfarrer Demel und von Hansjörg Durz, zog in seiner Predigt einen Vergleich zum Wetter an diesem Feiertag. „Obwohl heute die Sonne so schön scheint, ist es doch sehr kühl. So ist auch das Miteinander in unserem Land oft sehr kalt, obwohl es uns doch eigentlich gut geht“, sagte der Pfarrer und arbeitete den Unterschied zwischen Unfrieden und konstruktivem Streit heraus. Nur das gemeinsame Ringen um die besten Lösungen könne den Frieden im Hause Deutschland bewahren.

Nach dem Gottesdienst würdigte der Bundestagsabgeordnete Hansjörg Durz auf dem Franziskanerplatz den 29. Gedenktag zur Deutschen Einheit. Er erinnerte an Günter Litfin, den Berliner Schneider, der am 24. August 1961 beim Fluchtversuch über den Humboldthafen von Ost- nach Westberlin als erstes von vielen Opfern erschossen wurde. „Am heutigen Tag feiern wir, dass sich der Drang nach Freiheit weder durch Mauern noch durch Schießbefehle unterdrücken ließ“, sagte Durz und erinnerte an die friedlichen Montagsdemonstrationen in der DDR der Jahre 1988 und 1989, die für die ganze Welt bis heute ein Vorbild seien. „Sie sind ein Symbol dafür, dass Bürger die Dinge zum Guten wenden können und haben ihren Ursprung in den Gebeten in der Leipziger Nikolaikirche“, sagte der Bundestagsabgeordnete.

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Durz erinnerte an die denkwürdige Pressekonferenz des 9. November 1989 zum neuen Reisegesetz der DDR, in der Günter Schabowski die Massenausreise von DDR-Bürgern noch in dieser Nacht und in den Folgetagen auslöste. Dadurch wurde der Zerfall der DDR unaufhaltsam und die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten ein Jahr später unter Bundeskanzler Helmut Kohl am 3. Oktober 1990 ermöglicht.

Angesichts des erneuten Kampfes zweier politischer Systeme um die Vorherrschaft in der Technologie zwischen den USA und China gelte es, nicht wieder neue Mauern aufzurichten, sondern ein Verständnis von Technologie zu entwickeln, welches den Menschen in den Mittelpunkt stelle. „Die Leitplanken dieses Weges gibt uns das Grundgesetz vor, das heuer seinen 70. Geburtstag feiert“, so Durz. Nur mit dieser demokratischen Verfassung können die auch nach drei Jahrzehnten immer noch bestehenden Unterschiede zwischen Ost und West überwunden und gleiche Lebensverhältnisse erreicht werden, mahnte Durz.

Die Gedenkfeier wurde mit der Nationalhymne abgeschlossen. Im Anschluss lud der CSU-Ortsverband Klosterlechfeld alle Teilnehmer zu einer Weißwurst-Brotzeit im Schützenheim ein. Dabei spielte das Trio Fred, Jim und Johnny noch zur Unterhaltung der Gäste auf.

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