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Landkreis Augsburg

02.02.2021

Könnte die Staudenbahn schon ab Ende 2022 fahren?

Bisher waren die Triebwagen der Bayerischen Regiobahn auf der Strecke der Staudenbahn nur gelegentlich zu Besuch.
Foto: Walter Kleber (Archivbild)

Plus Geschäftsführer Hubert Teichmann bringt eine neue Variante ins Spiel, damit der Bahnverkehr zwischen Augsburg und Fischach schneller starten kann.

Nach Informationen von Teichmann sollen die Triebwagen, die eigentlich für die Staudenbahn vorgesehenen waren, von der Bayerischen Regionalbahn (BRB) bereits Ende 2022 eingesetzt werden. Die BRB verweist dazu an die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), die den Schienenpersonennahverkehr in Bayern plant, kontrolliert und finanziert. Eine Bestätigung der Gesellschaft, deren Aufsichtsratsvorsitzende Verkehrsministerin Kerstin Schreyer ist, gab es am Montag nicht. Laut Teichmann sollen die BRB-Züge nur zwischen dem Augsburger Hauptbahnhof und Gessertshausen pendeln und dann im Ladehof Gessertshausen eine etwa 50-minütige Pause machen.

Statt zu stehen, sollen Züge nach Fischach rollen

Der Chef der Bahnbetriebsgesellschaft (BBG) Stauden schlägt vor, die Züge während der Zeitspanne zumindest bis Fischach fahren zu lassen. Die BBG Stauden würde dafür die Trasse Gessertshausen–Fischach "kostenneutral" zur Nutzung zur Verfügung stellen. Damit hätte Fischach ab Dezember 2022 zumindest in der Hauptverkehrszeit montags bis freitags umsteigefreie Verbindungen von und nach Augsburg. Eine spätere Ausweitung nach Langenneufnach wäre ohne Probleme möglich, so Teichmann.

Die BRB sei dem Vorschlag anfangs offen gegenübergestanden, so Teichmann. "Dann wurde sie von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft zurückgepfiffen." Davon könne aber keine Rede sein, teilt die BRB mit. Laut Teichmann sollen Züge in die Stauden erst fahren, wenn die Infrastruktur auf dem neuesten Stand gebracht sei. Doch das Argument lässt er nicht gelten.

Teichmann: "Strecke kann jetzt schon befahren werden"

Der Streckenabschnitt Gessertshausen–Fischach müsse sich qualitativ im Vergleich zu Bestandsstrecken der DB nicht verstecken. Die Strecke werde bereits genutzt und könne mit 60 Stundenkilometern befahren werden. "Sie ist eine vollwertige gewidmete Bahnstrecke", sagt Teichmann. Er kritisiert: Bei der Ablehnung seines Vorschlags gehe es nicht mehr um praktikable Lösungen, sondern "nur noch um die reine Lehre". Teichmann fragt: "Warum muss es bei uns der ICE-Standard sein?"

Wohin führt der Weg der Staudenbahn?
Foto: Marcus Merk

Seine Variante hätte einen echten Mehrwert und koste den Steuerzahler keinen Cent. Bahnübergänge an der Strecke müsse der jeweilige Lokführer "angemessen" überqueren. Er könne mit Pfeifsignalen auf den Zug aufmerksam machen - so wie auch jetzt schon beim Betrieb auf der eingleisigen Strecke. Sie wird von Güterzügen genutzt, im Sommer auch für Ausflugsfahrten sowie für Probe-, Test- und Abnahmefahrten.

Mehr Bahnverbindungen für Dinkelscherben?

Die BEG prüfe wohl alternativ zur 50-minütigen Pause in Gessertshausen eine Verlängerung der Züge von und nach Dinkelscherben. Teichmann: "Dies hätte zur Folge, dass Dinkelscherben einen noch besseren Takt bekommt und die Stauden weiterhin in die Röhre schauen. Machen wir uns nichts vor, wenn man in München die Staudenbahn wollte, würde sie längst fahren", so Teichmann.

Am Sonntag nutzen viele die alte Bahn für einen Ausflug ins Grüne. Das fühlt sich ein bisschen an wie Urlaub vor der eigenen Haustür.
65 Bilder
Die Staudenbahn fährt wieder
Foto: Diana Zapf-Deniz

Wie berichtet, steht das Projekt auf der Kippe, weil die Rechnung, nämlich den Ausbau und den Unterhalt der 13 Kilometer langen Strecke von Gessertshausen nach Langenneufnach über die "Gleismiete" zu finanzieren, nicht aufgeht. Rund elf Millionen Euro fehlen laut einem Gutachten. Diese Summe könnte zu großen Teilen der Bund übernehmen. Für das Geld aus Berlin ist allerdings ein Wirtschaftlichkeitsnachweis durch ein Verfahren der Standardisierten Bewertung nötig. Darin geht es neben der betriebswirtschaftlichen Sicht auch um volkswirtschaftliche Faktoren. Die Kosten für das neue Gutachten will der Freistaat übernehmen.

Staudenbahn: Ein weiteres Gutachten soll her

Teichmann bezweifelt, ob die Staudenbahn mit dem Gutachten eine Chance auf Berücksichtigung hat. Das sei alles eine Frage der Kriterien, nach denen die Situation bemessen wird. Laut Teichmann sei es leichtsinnig, nur auf dieses Pferd zu setzen.

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Die Diskussion ist geschlossen.

02.02.2021

>> Die BEG prüfe wohl alternativ zur 50-minütigen Pause in Gessertshausen eine Verlängerung der Züge von und nach Dinkelscherben. <<

Mit Dieselzügen unter Fahrdraht bis Dinkelscherben - die BEG ist wirklich zu allem bereit um die Staudenbahn zu verhindern...

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