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Fußball-EM 2021
23.06.2021

Nach dem Uefa-Verbot: Der Regenbogen ist überall

Delphine und Manon sind aus Berlin zum EM-Spiel nach München angereist. In der Stadt haben sie keine Regenbogen-Fahne mehr bekommen, dafür direkt am Stadion.
Foto: Florian Eisele

Weil die Uefa es der Stadt München verboten hatte, das Stadion in Regenbogenfarben anzuleuchten, wurde der Protest kreativ - nun strahlt die Arena von innen.

Rekas Lächeln kann man auch hinter der Maske erkennen. Ihr Freund Szeverin erklärt, warum: „Sie ist einen Kilometer nach hinten gelaufen, um zu den Leuten zu kommen, die die Masken in den Regenbogenfarben verteilen.“ Nun ziert der Gesichtsschutz in den Regenbogenfarben das Gesicht der 18-Jährigen. Reka und Szeverin haben sich auch die bunten Fahnen besorgt, die vor der Münchner Arena verteilt werden. Das junge Paar hat auch ungarische Fahnen in der Hand - die Flagge ihres Heimatlandes. Im Spiel der DFB-Elf gegen Ungarn werden sie mit beiden Fahnen wedeln.

Reka und ihr Freund Szeverin sind beim EM-Spiel zwischen Deutschland und Ungarn dabei. Die beiden sind aus Ungarn angereist, sie tragen Ungarn-Fahnen und Regenbogenfahnen.
Foto: Florian Eisele

Ein Meer an Regenbogenfahnen beim Spiel Deutschland gegen Ungarn

Dass das Münchner Stadion zu dieser Partie bunt angeleuchtet wird - das wäre beiden lieber gewesen. „Jeder ist gleich, und was die ungarische Regierung gemacht hat - das war großer Mist“, sagt der 21-jährige Szeverin. Damit meint der junge Mann die Gesetze, die Regierungschef Viktor Orban mit dem Parlament beschlossen hat. Demnach ist die Abbildung von nicht-heterosexuellen Lebensformen in Schulbüchern verboten, auch der Informationszugang wurde eingeschränkt.

Um dagegen zu protestieren, wollte die Stadt München die Fröttmaninger Arena im Regenbogen erstrahlen lassen. Das sollte als Zeichen für Vielfalt und Toleranz stehen. Die Uefa lehnte das ab, weil es sich um einen politisch motivierten Antrag handelte - und nun leuchtet die Arena an diesem Abend eben von innen. 

Die Münchner Vertretung des Christopher Street Day von Queeramnesty sind „die Menschen mit den Fahnen“, wie Szeverin es formuliert hat. Im Vorfeld des Spiels haben sie mehr als 10.000 Fähnchen und Masken verteilt - die ihnen vom DFB gestellt wurden. Auf den Rängen im Stadion dominieren nach Anpfiff des Spiels in der Münchner Arena die schwarz-rot-goldenen Fahnen. Allerdings waren dazwischen auch etliche, meist deutlich kleinere Regenbogenfahnen zu sehen.

Auch der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hat beim letzten EM-Gruppenspiel Deutschlands gegen Ungarn Farbe bekannt. Der CSU-Politiker trug auf der Tribüne der Münchner EM-Arena am Mittwochabend eine Corona-Schutzmaske in Regenbogenfarben. "Klares Bekenntnis gegen Ausgrenzung und für Freiheit und Toleranz. Auch an der Staatskanzlei wird heute Abend eine Regenbogenfahne gehisst", schrieb er dazu bei Twitter.  Zuvor hatte er sich bereits enttäuscht gezeigt über das UEFA-Verbot einer Regenbogen-Stadionbeleuchtung.

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Auch die Volunteers beim EM-Spiel Deutschland gegen Ungarn zeigen Regenbogenfarben.
Foto: Florian Eisele

Fans haben in der Münchner Innenstadt keine Regenbogenflaggen mehr gefunden

Doch auch so ist an diesem Abend der Regenbogen fast überall zu sehen: Am VIP-Shuttle des Turniersponsors, an den Armen der Volunteers oder in den Fahnen, die Delphine Bloch und Manon Steiner hochhalten. Die Französin und die Österreicherin wohnen in Berlin und sind für das Spiel nach München gekommen. „In der Stadt haben wir vergeblich nach den Fahnen gesucht, die sind überall ausverkauft“, sagt Manon. Abhilfe gab es - na eben - vor dem Stadion. Delphine ist glücklich, noch eine Flagge ergattert zu haben: „Das ist für mich ein sehr wichtiges Zeichen. Ich bin froh, dass ich das hier zeigen kann.“

Auch in der Stadt München sind das Rathaus mit Fahnen geschmückt, das Windrad vor dem Stadion wird ebenfalls entsprechend angestrahlt. Auch viele Fußballvereine in der Republik, wie etwa der FC Augsburg, strahlen an diesem Abend ihre Arena entsprechend an. Viktor Orban bekommt das nicht zu sehen. Er hat seinen Besuch kurzfristig abgesagt.

Ein Fußballfan hat Regenbogenfahnen in den Haaren.
14 Bilder
Regenbogenfahnen überall: So bunt schmückt sich Deutschland
Foto: Christian Charisius, dpa
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24.06.2021

Nicht Deutschland hat sich gestern lächerlich gemacht! Sondern Sie mit diesem Kommentar. Glaube mehr gibt es dazu nicht zu sagen!?

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24.06.2021

Wer ein anschauliches Beispiel für den Begriff des Framings in den Öffentlich Rechtlichen Medien sucht: Dieser Artikel liefert es.

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24.06.2021

Sie sollten sich erst mal informieren, was öffentlich-rechtliche Medien sind!!!

https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96ffentlich-rechtlicher_Rundfunk
https://de.wikipedia.org/wiki/Augsburger_Allgemeine

Ihr Kommentar leifert ein anschauliches Beispiel zu was das Lesen von Fake-News und Falschinformationen führen kann, wenn man diese nicht hinterfragt.

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24.06.2021

Übrigens sieht man bei ihrem Kommentar das erfolgreiche Framing durch Fakenews-Kanäle bzw. sogenannte Alternativmedien.

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24.06.2021

Erstens, es war kein Meer von Regenbogen Fahnen sondern es waren nur ganz wenige Mini Fähnchen zu sehen und davon lagen die meisten davon dann im Dreck. Ansonsten kann man nur noch die Ironie der ungarischen Fans loben, die während und nach dem Spiel von Bella Rosa sangen. Deutschland als Nation hat sich heute lächerlich gemacht.

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24.06.2021

"Deutschland als Nation hat sich heute lächerlich gemacht."

Wie kommen Sie denn auf diese krude Idee?
Wenn, dann hat sich die UEFA lächerlich gemacht, denn dadurch wurde der Protest erst recht angefacht. Aber manchen fehlt eben der Mut sich für Ungerechtigkeiten einzusetzen.

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24.06.2021

Ein Fahnenmeer war es nicht. Bei den wenigen erlaubten Zuschauern auch nicht zu erwarten. Das die meisten im Dreck lagen, kann ich nicht bestätigen. Abgesehen, dass ich fast keine Minifänchen gesehen habe, sondern eher normale Fahnen, die meistens um die Shcultern gehängt waren.

Die Ironie der ungarischen Fans? Sie meinen wohl die, der ungarischen Hooligans und Neonazis?

https://www.tz.de/muenchen/stadt/em-2021-muenchen-ungarn-fans-sprechchoere-polizei-einsatz-kritik-soeder-zr-90821145.html
https://www.spiegel.de/sport/fussball/muenchner-polizei-erwartet-problematische-fans-aus-ungarn-a-8fe1ee27-7f51-4611-8f6b-af928df73e33
https://www.fr.de/politik/em-2021-deutschland-ungarn-carpathian-brigade-hooligans-nazis-hitlergruss-affenlaute-budapest-muenchen-90818813.html

Nein, Deutschland hat sich gestern nicht lächerlich gemacht. Gestern und wie man sieht auch heute, zeigen einige ihr wahres Gesicht.


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