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ERC Ingolstadt

03.01.2020

„Ingolstadt 1b“ schlägt erneut das „Original“

Umkämpftes Derby: In dieser Szene kann sich der ehemalige Meister-Panther Travis Turnbull (rechts) gegen Ingolstadts Goalie Jochen Reimer (links) und Verteidiger Simon Schütz (Mitte).
Bild: Johannes Traub

Panther müssen sich Straubing am Freitagabend trotz einer 2:0-Führung mit 2:4 geschlagen geben. Sechs Akteure des Tigers-Kaders plus Headcoach Tom Pokel und der verletzte Stephan Daschner haben eine Schanzer Vergangenheit

Der ERC Ingolstadt ist am Freitagabend mit einer Niederlage ins Jahr 2020 gestartet. Das Team von Cheftrainer Doug Shedden, das kurzfristig auf die erkrankten Brett Olson und Brandon Mashinter verzichten musste, unterlag vor 4815 Zuschauer in der ausverkauften Saturn-Arena den Straubing Tigers trotz einer 0:2-Führung am Ende mit 2:4 (1:0, 1:2, 0:2). Am Sonntag (19 Uhr) geht es zum nächsten Derby nach Nürnberg.

Wenn Panther und Tigers in dieser Saison aufeinandertreffen, könnte dieses Duell getrost unter dem Motto „Ingolstadt 1a gegen Ingolstadt 1b“ stattfinden. Im Kader der Gäste standen gestern mit Sebastian Vogl, Benedikt Kohl, Benedikt Schopper, Felix Schütz, Kael Mouillierat und Travis Turnbull gleich sechs Akteure, die in der Vergangenheit bereits für die Schanzer aufgelaufen waren. Hinzu kommen der derzeit verletzte Stephan Daschner (gebürtiger Ingolstädter) und Headcoach Tom Pokel, der einst in der Saison 2003/2004 wenige Monate als Co-Trainer des legendären Ron Kennedy agierte.

Dass „Ingolstadt 1a“ – sprich die Panther – nach den ersten 25 Minuten in der mit 4815 Zuschauern ausverkauften Saturn-Arena mit 2:0 führten, hatte vor allem einen Grund – und der stand im ERCI-Kasten: Jochen Reimer! Gleich dreimal liefen die Niederbayern in Form von Schütz (2./16.) und Michael Connolly (7.) alleine auf den Goalie der Hausherren zu, konnten diese aber nicht überwinden. Besser machten es seine Vorderleute, die zunächst doch Probleme hatten, hochkarätige Möglichkeiten zu kreieren, in der 17. Minute: Als Straubings Antoine Laganiere eine Scheibe vor dem eigenen Kasten nicht kontrollieren konnte, landete diese bei Mirko Höfflin. Dieser reagierte blitzschnell und beförderte das Spielgerät durch die Schoner vom Jeff Zatkoff hindurch zur etwas schmeichelhaften Führung.

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Nur wenige Sekunden später stand der Tigers-Schlussmann erneut im Blickpunkt: Beim Versuch, den Torwinkel zu verkürzen, machte Zatkoff ohne Fremdeinwirkung eine derart unglückliche Bewegung, dass er von Betreuern gestützt vorzeitig in die Kabine musste und nicht wieder kam. Seinen Platz übernahm Ex-Panther Sebastian Vogl, der jedoch in der 25. Minute schon hinter sich greifen musste. In Überzahl prallte ein Schuss von David Elsner von der Bande zurück. Vogl war aus seiner Position, Neuzugang Brett Findlay reagierte blitzschnell und drückte den Puck zum 2:0 über die Linie. Es war zugleich sein erster Treffer im ERCI-Trikot.

Hatten sich beide Teams bis dahin eine überaus faire Partie geliefert (Balisys Strafe in der 24. Minute war zugleich die erste Hinausstellung in diesem Match), griffen die Unparteiischen im weiteren Verlauf des zweiten Abschnitts immer mehr ins Geschehen ein. Fünf-gegen-Fünf wurde nun kaum noch gespielt. Nachdem die Schanzer drei weitere Überzahl-Gelegenheiten erfolglos verstreichen ließen, durften sich plötzlich die Gäste im Powerplay versuchen – und das sogar 1.40 Minuten mit zwei Akteuren mehr auf dem Eis (38.).

Erst wurde Kris Foucault nach einem Foul auf die Sünderbank verfrachtet. Dann folgten nach einem Handgemenge auch noch Fabio Wagner, Colton Jobke und Matt Bailey (bei Straubing waren es Balisy und Turnbull). Dies hatte aus ERCI-Sicht Konsequenzen: Erst gelang Mitchell Heard bei „Fünf-gegen-Vier“ zunächst das 1:2 (40./Foucault war zwischenzeitlich zurückgekehrt), ehe nur 41 Sekunden später Sandro Schönberger diese Begegnung endgültig wieder auf „Null“ gestellt hatte (40.).

Doch es sollte aus Ingolstädter Sicht im Schlussabschnitt noch schlimmer kommen. Erneut Heard mit einer starken Einzelleistung, der sich zuvor gegen zwei Panther-Akteure durchgesetzt hatte (56./Shedden: „Gerade Sean Sullivan muss sich in dieser Situation deutlich besser verhalten.“) sowie Sena Acolatse mit einem Schuss ins mittlerweile verwaiste Hausherren-Gehäuse sorgten dafür, dass die Niederbayern im dritten Duell in dieser Saison mit den Panthern zum dritten Mal die Oberhand behielten.

„Wir haben es schlichtweg verpasst, in unseren drei Powerplay-Situationen nach der 2:0-Führung den dritten Treffer nachzulegen. Das war für mich der Game-Changer“, resümierte ERCI-Coach Doug Shedden, der sich „sehr enttäuscht“ darüber zeigte, „dass wir gegen Straubing erneut einen Weg gefunden haben, um dieses Spiel zu verlieren.“

ERC Ingolstadt: Reimer – Wagner, Koistinen; Edwards, Sullivan; Friesen, Jobke; Schütz – Simpson, Bailey, Collins; Foucault, Findlay, D’Amigo; Elsner, Höfflin, Wohlgemuth; Detsch, Taticek, Olver. – Tore: 1:0 Höfflin (17.), 2:0 Findlay (25./PP), 2:1 Heard (40./PP), 2:2 Schönberger (40.), 2:3 Heard (56.), 2:4 Acolatse (60.). – Zuschauer: 4815 (ausverkauft).

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