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Wertingen

08.06.2016

Regenflut überschwemmt Roggden

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Nur noch Schlamm: Die Staatsstraße bei Roggden wurde bei dem Unwetter überschwemmt. Ein Radlader räumte den Schlamm von der Fahrbahn.

Das Unwetter trifft den Wertinger Stadtteil. An manchen Orten steht das Wasser fast einen Meter hoch. Keller werden überflutet. Warum ein Bürger sauer auf die Stadt ist.

Mit einem Schrubber kehrt Josef Endres den Schlamm aus seinem Haus in Roggden. „Da musst du das Lachen wieder lernen“, sagt der Landwirt mit einer Portion Galgenhumor. Das Unwetter hat am Mittwochmorgen den Wertinger Stadtteil voll getroffen. Von der Staatsstraße läuft die Regenflut in Bächen in die Dorfmitte hinunter. „Das war abartig“, sagt Kreisbrandmeister Olaf Dehlau. Der Aufbach im Dorf tritt über die Ufer, Anwesen werden überflutet. 14 Keller laufen voll, informiert der Kommandant der Feuerwehr Roggden-Hettlingen, Christian Mayrböck.

Das Unwetter trifft allein Roggden. „Es war eine große Wolke, die lokal abgeregnet hat“, sagt Dehlau. Nach Bocksberg und Laugna (wir berichteten) hat es nun den Wertinger Stadtteil getroffen. Gegen 1.30 Uhr hatte es am Mittwoch in Roggden heftig zu regnen begonnen. Um 3.45 Uhr kam es zu Überschwemmungen. Das Wasser sei an manchen Stellen bis zu einem Meter hoch gestanden, sagt Dehlau. Auf der Staatsstraße zwischen Roggden und Zusamaltheim liegt um 5.30 Uhr immer noch eine Schlammmasse, die von einem Radlader weggeräumt wird. Etwa 70 Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks, der Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung sowie der Feuerwehren Roggden-Hettlingen, Wertingen, Zusamaltheim und Sontheim helfen beim Auspumpen der Keller und dem Säubern der Straßen.

Landwirt Endres hat in der ärgsten Not mit Mist einen Damm errichtet, der das Hochwasser von seinem Haus fernhalten sollte. Vergeblich. Der Keller ist vollgelaufen. „Mir reicht’s“, sagt die Frau des Milchbauern, Stefanie Endres. Die beiden Gefriertruhen, die Waschmaschine und der Trockner seien kaputt. Die desaströsen Milchpreise und jetzt die Überschwemmung – es hat schon bessere Zeiten im Hause Endres gegeben.

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Nebenan, in der Raiffeisenstraße, schrubbt Otto Miller mit seiner Mutter Anneliese den Keller, der ebenfalls vollgelaufen war. Der Roggdener ist sauer auf die Stadt Wertingen. „Das Hochwasser-Problem in Roggden ist seit Riesebecks Zeiten (der frühere Wertinger Bürgermeister) bekannt“, schimpft Miller. Es sei versprochen worden, dass Roggden „hochwasserfrei“ werde. Bei starkem Regen laufe aber der Kanal nicht ab, sagt Miller. Und dann komme das Wasser aus dem Aufbach heraus.

Landwirt Endres schaut in seinen Niederschlags-Messbehälter. Mehr als 50 Liter pro Quadratmeter habe es in etwa zwei Stunden geregnet. Für Roggden war das zu viel. Feuerwehrmann Reinhold Wagner hat eine Tasse Kaffee gereicht bekommen. Ihm gefällt, dass alle zusammenhelfen. Gegen 6.30 Uhr spritzen die Feuerwehrleute den Schlamm von der Raiffeisenstraße. Und auf der Staatsstraße läuft der Verkehr wieder normal, so als ob nichts passiert wäre. In den umliegenden Orten wie Wertingen und Binswangen hat ohnehin niemand etwas vom Unwetter in Roggden mitbekommen.

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