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Künstliche Intelligenz

25.11.2019

Bekommt Schwaben eine automatisierte Flugtaxi-Fertigung?

Das Flugtaxi "City Airbus": Ein Vorstoß aus Schwaben zeigt, wie man in der Region Künstliche Intelligenz und Lufttaxi-Produktion verbinden könnte.
Bild: Luzia Grasser (Archiv)

Plus Bayern investiert Milliarden in die Förderung Künstlicher Intelligenz. Aus dem Landtag kommt nun die Idee, KI für die Flugtaxi-Produktion in Schwaben zu nutzen.

Künstliche Intelligenz gilt als Schlüsseltechnologie für das 21. Jahrhundert. Fachleute mahnen aber, dass die USA und China führend seien und sich Deutschland nicht abhängen lassen dürfe. Im Oktober hat Bayerns CSU-Ministerpräsident Markus Söder zwei Milliarden Euro bis 2023 in Aussicht gestellt, um Spitzentechnologie zu fördern, vor allem im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI). Ein Schwerpunkt soll an den beiden Münchner Universitäten liegen.

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Aus Schwaben kommt nun ein Vorstoß, wie man sich an der Initiative beteiligen könnte. Und zwar, indem man zeigt, wie sich Künstliche Intelligenz in einer Fabrik anwenden ließe. Zum Beispiel in der Fertigung von Leichtbau-Teilen für Drohnen und Flugtaxis.

Augsburger Vorstoß: KI-Werkstatt soll künstliche Intelligenz für Firmen nutzbar machen

Der Vorstoß stammt vom Forschungsnetzwerk MAI Carbon, das seine Geschäftsstelle in Augsburg hat und auf Leichtbau konzentriert ist. Die Idee ist, die Denkfabrik zur Künstlichen Intelligenz in München durch eine reale Fertigung in Schwaben zu ergänzen. Erkenntnisse aus der Theorie könnten so in der Praxis umgesetzt werden. "Wir wollen mit der Fabrik Unternehmen zeigen, wie die Anwendung Künstlicher Intelligenz sinnvoll gelingen kann", sagt Alexander Gundling, Hauptgeschäftsführer des Dachvereins Composites United.

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Video: dpa

Selbst für Hersteller wie Airbus war es nicht einfach, aus Karbon-Fasern in Serienfertigung Flugzeugteile zu bauen. Am Ende geht es darum, dass Unternehmen hierzulande auch in der Zukunft wettbewerbsfähig produzieren können, heißt es in einem 34-seitigen Papier.

Unterstützt wird der Vorstoß von den beiden schwäbischen Landtagsabgeordneten Johannes Hintersberger (CSU) und Bernhard Pohl (Freie Wähler). "Der KI-Denkfabrik an der TU München wollen wir eine KI-Werkstatt zur Seite stellen", schreiben beide in einem Brief an das Wirtschafts- und das Wissenschaftsministerium in München.

Künstliche Intelligenz könnte in Schwaben zur Flugtaxi-Produktion genutzt werden

Gundling ist überzeugt, dass die Luft- und Raumfahrtindustrie ein geeigneter Bereich ist, um Forschungsergebnisse zur Künstlichen Intelligenz in der Fertigung umzusetzen. Den Forschern schwebt vor, dass Leichtbau-Teile für Drohnen und Flugtaxis bald vollkommen fehlerlos und automatisch von Maschinen gebaut werden. "Im Bau von Drohnen und Flugtaxis ist noch vieles Handarbeit", sagt Gundling. Die Flugobjekte sind für ihn keine Science Fiction. "Flugtaxis werden kommen", sagt er. Er verweist auf Firmen wie Lilium aus Weßling in Oberbayern, die bei dem Thema sehr weit sind, oder den geplanten CityAirbus.

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15 Bilder
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Bild: Luzia Grasser

Schwaben sei mit den hier ansässigen Luftfahrt-Unternehmen ein idealer Standort für eine KI-Werkstatt, sagen die Abgeordneten Hintersberger und Pohl. Hier sitzen große Hersteller wie Airbus Helicopters in Donauwörth oder MT Aerospace in Augsburg. Das Unternehmen Premium Aerotec stellt am Lech auch Teile in Leichtbauweise für den Airbus 350 her.

Zudem beschäftigen sich derzeit rund 120 Forscher in Augsburg mit dem Thema Leichtbau – unter anderem an der Universität, der Hochschule, zwei Fraunhofer-Instituten und einer Niederlassung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. Bald sollen es 150 Forscher sein. In Schwaben sei damit ein "Hotspot" für Wissen rund um Materialien wie Karbon und Metall entstanden, sagt Gundling. Dies sei ein Alleinstellungsmerkmal.

Augsburg und Kaufbeuren kommen als Standorte in Frage

Zwei mögliche Standorte für die Lufttaxi-Fertigung schlagen die Landtagsabgeordneten bereits vor: Zum einen könnten Teile des früheren Fujitsu-Geländes in Augsburg belegt werden. Zum anderen biete sich das Bundeswehrgelände in Kaufbeuren an, wo viele Räume ungenutzt sind.

Die Kosten veranschlagt das Netzwerk MAI Carbon auf rund 200 Millionen Euro, die Projektdauer auf zwölf Jahre. Start könnte 2021 sein. Ob der Vorstoß Chancen hat? Bernhard Pohl ist davon überzeugt: „"Wir haben riesige Chance, unseren technologischen Vorsprung zu halten, wenn wir auf die richtigen Dinge setzen."

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25.11.2019

Ein nettes Spielzeug, für einen Nischenmarkt, in das man nicht zu viel Entwicklungs- Ressourcen verschwenden sollte.

Wesentlich interessanter fände ich es, Kohlefaserbauweise mit Elektromobilität zu verbinden. Z.B. in der Straßenbahnstadt Augsburg komplette Wagenkästen für Tramzüge zu fertigen. Leichtbauweise, um Energie zu sparen, den Lärmpegel und die Belastung der Schienen zu reduzieren.

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