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Festakt

16.01.2019

Vom „Trainingslager“ im Allgäu nach Aichach

Abschied und Willkommen: (von links) Gerhard Kestner, Landrat Klaus Metzger und Cornelia Nieberle-Schreiegg.
Bild: Johann Eibl

13 Jahre lang war Gerhard Kestner für die Berufsschulen im Wittelsbacher Land verantwortlich. Seit August übt dieses Amt nun Cornelia Nieberle-Schreiegg aus. Für die beiden Pädagogen gibt es viele lobende Worte und Dank

Knapp drei Jahrzehnte lang war Cornelia Nieberle-Schreiegg zuletzt als Lehrerin in Kaufbeuren tätig. Peter Tomaschko (CSU), Mitglied des Bayerischen Landtags, folgerte daraus: „29 Jahre Trainingslager im Allgäu, das sind beste Voraussetzungen für das Wittelsbacher Land.“

Nieberle-Schreiegg wurde in einer Feierstunde als neue Leiterin der Beruflichen Schulen Wittelsbacher Land, der Staatlichen Berufsschule Aichach-Friedberg mit den angeschlossenen Berufsfachschulen und der angeschlossenen Wirtschaftsschule in Pöttmes in ihr Amt eingeführt und ihr Vorgänger Gerhard Kestner offiziell verabschiedet. Dazu hatten sich weit über 100 Ehrengäste in der Berufsschule in Aichach eingefunden. Darunter waren auch viele Vertreter aus der Wirtschaft, die früher oder später wieder auf Jugendliche mit einer guten Schulausbildung für ihre Unternehmen hoffen.

Auf sportlichem Terrain bewegten sich die Festredner auch mit Blick auf Gerhard Kestner. Der Oberstudiendirektor a. D. war früher Handballer, kein Wunder bei seiner Statur. Landrat Klaus Metzger kennt ihn schon lange und erinnerte sich an eine Szene in einem Spiel in Gersthofen, als Kestner von seinen körperlichen Vorzügen profitierte. „Is’ des a’ Viech“, soll damals ein Beobachter gerufen haben. Dieser Sport habe ihn geprägt, erklärte Metzger weiter und nannte als typische Eigenschaften das Durchsetzungsvermögen sowie den unbedingten Willen, „die Dinge im Team zu erledigen“. Kestner sei ein zentraler Baustein der Bildungsregion Wittelsbacher Land gewesen.

Tomaschko berichtete von einer Begegnung mit der neuen Schulchefin bei der Freisprechung von Schreinern in Dasing. Dort habe sie ihn auf Anhieb überzeugt.

Susanne Reif, Leiterin des Bereichs Schulen an der Regierung von Schwaben, schilderte den Werdegang von Gerhard Kestner, der aus Augsburg stammt. Bei der Firma NCR wurde er Werkzeugmacher, dann besuchte er die Berufsaufbauschule und die Berufsoberschule. Diese Stationen bezeichnete die Rednerin als Modellbeispiel für die Durchlässigkeit im bayerischen Bildungssystem.

Kestner unterrichtete in Schweinfurt, in Donauwörth und in Lauingen. Ein Jahr lang war er bei der Regierung von Schwaben als Referent tätig. Ein weiteres Jahr war er an der Berufsfachschule für Schmuck und Glaskunst in Neugablonz als „Fachmann für Personal- und Menschenführung“ gefordert. Die letzte berufliche Station führte ihn 2005 nach Aichach. Dabei ging es nicht zuletzt um den Aufbau der Wirtschaftsschule in Pöttmes sowie den Unterricht für Asylsuchende und Flüchtlinge. Im Ruhestand hat Kestner nun mehr Zeit zum Kochen, Backen und zum Tanzen.

Von Susanne Reif erfuhren die Gäste auch einiges über Cornelia Nieberle-Schreiegg, die aus Schwabmünchen im Landkreis Augsburg stammt, den Beruf der Bürokauffrau erlernt hat und in München studierte; in Aichach ist seit dem 1. August 2018 als Leiterin der Berufsschule im Einsatz. Geradlinig, verlässlich und ehrlich nannte sie Reif und zeigte sich beeindruckt davon, dass sie selbst in schwierigen Situationen ruhig bleibe. Für die Handwerkskammer Schwaben sprach Volker Zimmermann, für den Personalrat Christof Baumann; außerdem fanden die Schülervertreter Tamara Panic und Marco Seitz lobende Worte.

„Ich bin überwältigt“, versicherte Gerhard Kestner nach den diversen Reden. Er blickte zurück auf das Jahr 1980, damals wurde den Lehrern in Bayern verboten, die Schüler zu züchtigen, 20 Jahre später durften das auch die Eltern nicht mehr machen. Nun aber – so Kestner – beklage jeder fünfte Lehrer Übergriffe von Schülern oder Eltern. Lehrkräfte würde oft als Reparaturdienst betrachtet. 13 Mal habe er bei Fahrten nach Aichach und zurück die Erde umrundet: „Und das Kollegium hat in der Zeit 34 Kinder zur Welt gebracht.“ 750 Euro, die er als Geschenke zu seinem Abschied erhielt, hat er an die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) überwiesen. Mit Stolz wies er darauf hin, dass der Landkreis Aichach-Friedberg bei den Typisierungen bei Personen über 18 Jahren Platz sechs unter über 600 Landkreisen in Deutschland einnehme.

Cornelia Nieberle-Schreiegg betonte: „Ich bin sehr gut angekommen an der Schule. Herr Kestner hat mir einen Schatz überlassen.“ Etwa in Form der Lehrer, von denen einige der Schulband angehörten, die zwischen den Reden zu hören war.

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