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Stadtbergen

17.06.2017

Hier heißt es oft: Absteigen und schieben

Am Graben in Stadtbergen ist es ruhig – eine prima Radlstrecke, wenn man sie kennt. Paul Reisbacher bemängelt die fehlende Beschilderung.
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Am Graben in Stadtbergen ist es ruhig – eine prima Radlstrecke, wenn man sie kennt. Paul Reisbacher bemängelt die fehlende Beschilderung.

Mit dem Rad und Paul Reisbacher durch Stadtbergen: Wo es noch Schwachpunkte gibt und wo es gut läuft.

Bestnoten gab es für Königsbrunn, Bobingen und Neusäß beim jüngsten Test des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs, der mit einem Fragenkatalog die Fahrradfreundlichkeit von deutschen Städten untersucht hatte. Stadtbergen schnitt schlecht ab: Mit einer 3,99 in der Gesamtbewertung landete die Stadt im unteren Drittel des Rankings, das vor allem eines soll: Impulse geben, um das Fahrradklima zu verbessern. Wo es in Stadtbergen hakt und wo es gut läuft, weiß Paul Reisbacher. Der frühere Lehrer kennt sich aus. Er ist so etwas wie der Vorzeigeradler von Stadtbergen. Dreimal ist er schon um die Welt geradelt – jedenfalls in der Summe der vielen Kurzstrecken die der 75-Jährige zwischen seinem Wohnort und seinem früheren Arbeitsplatz an der Volksschule Steppach zurückgelegt hat.

Schlechte Beschilderung Die kleine Rundfahrt mit Paul Reisbacher durch Stadtbergen beginnt am Rathaus. Schön rollt das Rad Am Graben – kaum Verkehr, viel Schatten. Ein prima Radweg – aber was hilft’s, wenn er kaum bekannt ist? Reisbacher bemängelt: Radwege in der Stadt müssen besser beschildert werden. Die grünen Hinweistafeln des Landkreises seien zu klein. Und manchmal verwirrend: In der Hagenmähderstraße zum Beispiel gibt der gezackte Geradesauspfeil ein Rätsel auf (Foto). Was er wohl sagen will?

Radwege hören auf An vielen Stellen in Stadtbergen sind gekennzeichnete Radwege unvermittelt zu Ende.

Gefährliche Kreisel Am Kreisverkehr der Hagenmähderstraße in Richtung Ackermann-Straße müssen Radler auf den Gehweg, um über die Polkstraße zu kommen. Einfacher und sicherer wäre es, wenn der Radweg im Kreisel geführt würde. Der Kreisverkehr an der Panzerstraße ist nach Meinung von Reisbacher zu hoch: Autofahrer hätten damit Radfahrer nicht im Blick. Und umgekehrt. Außerdem müssten die Hinweisschilder deutlich vor die Querungshilfe.

Fehlende Radwege Viele Radler nutzen die viel befahrene Bismarckstraße, um in die Augsburger Innenstadt zu kommen. Doch einen durchgängigen Radweg oder einen markierten Streifen gibt es nicht. Nur an der Straßenbahnhaltestelle Stadtberger Hof am „Fifty-Fifty“ dürfen Radler rechts auf einen ausgewiesenen Weg. Der ist allerdings keine 100 Meter lang. An der Haltestelle auf der gegenüberliegenden Seite wird’s zudem eng zwischen Randstein und Schiene. Reisbachers Kommentar: „Bei Schienen muss man höllisch aufpassen.“

Gefährliche Kreuzung An der Kreuzung von Bismarckstraße und Nestackerweg haben es die Radler schwer. Der Bereich ist zwar groß und übersichtlich. Aber dauert es seine Zeit, bis Radler sicher los können. Vielleicht könnte eine Tempobeschränkung helfen. Sie schlägt Reisbacher jedenfalls vor. Auch an der Kreuzung Hagenmähder und Bismarckstraße müssen Radfahrer aufpassen: Wer abbiegen will, muss einfädeln. Oder absteigen und über die Fußgängerwege die Engstelle sicher überqueren. Wie so oft.

Gute Wege Unbeschwert dahinradeln: Das funktioniert am besten entlang der Panzerstraße. Auf beiden Seiten befindet sich ein ausreichend breiter Radweg. Weitere gute Radwege gibt es in Stadtbergen laut Reisbacher am Fryar-Circle (Volkwein-Straße und B 17), von Deuringen nach Stadtbergen, an der Holderstraße, entlang der Radegundisstraße, der Gögginger Straße und teilweise entlang der Augsburger Straße.

Keine Querungshilfen Wer auf der Panzerstraße in Richtung Norden will, muss über die Leitershofer Straße. Eine Querungshilfe fehlt hier allerdings genauso wie am August-Abenstein-Weg am Schlaugraben.

Schlechte Oberfläche Auf Teilen der Augsburger Straße wird’s für Radfahrer ruppig.

Fehlendes Radwegekonzept Es ist nicht nur die mäßige Orientierung an Kreuzungspunkten und am Beginn von Radwegen: Stadtbergen bräuchte generell ein Radwegkonzept, findet Dauerradler Paul Reisbacher. Es sollte auch speziell auf häufig benutzte Verbindungen nach Augsburg hinein oder ins Umland eingehen. Wünschenwert sei auch eine Radkarte für Neubürger.

Serie Der Test vor Ort geht weiter. Als nächstes sind wir in Gersthofen unterwegs

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