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Straßen
08.06.2017

B2: Nothaltebuchten ersetzen den fehlenden Standstreifen

Bauarbeiten an der B2 zwischen Nordendorf und Mertingen: Die Fahrbahn wird derzeit neu gemacht und es entstehen Nothaltebuchten (rechts).
Foto: Benedikt Siegert

An der kurzen Strecke zwischen Nordendorf und Mertingen entstehen 22 Buchten, weil beim Neubau damals gespart wurde

Noch bis Ende Juli dauern die Bauarbeiten an der Bundesstraße 2 zwischen Nordendorf und Mertingen. Neben der Erneuerung der Fahrbahndecke werden in diesem nur sechs Kilometer langen Abschnitt 22 Nothaltebuchten geschaffen. Zwischen Gersthofen und Nordendorf gibt es dagegen keine einzige solche Nothaltebucht auf der B2, wie Stefan Heiß vom Staatlichen Bauamt Augsburg auf Anfrage unserer Zeitung bestätigt. Zur Frage, warum das so ist, erläutert Heiß: „Man hat damals beim Bau der B2 einen Spar-Querschnitt ohne Standstreifen gewählt, damals war die Philosophie eben eine andere.“ Heutzutage baue man nicht mehr ohne Standstreifen, betont Heiß, der beim Bauamt für den Landkreis Augsburg zuständig ist.

Auch zwischen Nordendorf und Mertingen wurde auf diesen Standstreifen verzichtet. Um dort trotzdem die Verkehrssicherheit zu erhöhen, würden nun nachträglich in beiden Fahrtrichtungen jeweils elf Nothaltebuchten eingebaut. Das seien keinesfalls zu viele, betont Heiß, denn laut Planungsrichtlinien soll der Abstand zwischen den Nothaltebuchten lediglich 500 Meter betragen. Sie sollen – wenigstens teilweise – das Fehlen des Standstreifens kompensieren.

Eine Nothaltebucht ist 40 bis 60 Meter lang und drei bis vier Meter breit. Sogar ein Lkw könnte also im Fall einer Panne dort abgestellt werden. Zum Pausemachen oder normalen Parken sind die Nothaltebuchten allerdings nicht gedacht, sondern nur für Pannenfahrzeuge, damit diese nicht auf der Fahrbahn abgestellt werden müssen.

Auch beim Bau der Ortsumfahrung Meitingen wurde auf einen Standstreifen verzichtet. Doch ob in diesem Abschnitt jemals Nothaltebuchten errichtet werden können, ist fraglich. Die Straße liege hier erhöht auf einem Damm, folglich würde der Bau von Haltebuchen einen großen Aufwand erfordern, betont Heiß. Zwischen Nordendorf und Mertingen sei die Straße dagegen ebenerdig und deshalb ein nachträglicher Einbau der Buchten leichter. Doch generell sei es durchaus denkbar, dass man den Bau der Buchten an der B2 Richtung Süden weiterführt, wenn der Aufwand vertretbar sei. Es gebe zwar momentan keine konkreten Absichten für den Streckenabschnitt zwischen Gersthofen und Nordendorf, doch es gebe auf jeden Fall Überlegungen hinsichtlich weiterer Nothaltebuchten. Ein Bau kann laut Heiß aber nur im Zusammenhang mit anderen Straßenbauarbeiten erfolgen. Ob für die B2 zwischen Gersthofen und Nordendorf solche Arbeiten anstehen, ist noch ungewiss.

Das Bauamt wartet derzeit auf die „bayernweite Zustandserfassung der Straßen“, die von der Obersten Baubehörde erstellt wird. Aus dieser Zustandserfassung, die bis Mitte des Jahres vorliegen soll, ergibt sich dann, wie dringlich an welcher Stelle Straßenbauarbeiten durchgeführt werden müssen. Ob die B2 zwischen Gersthofen und Meitingen dabei ist, kann Heiß nicht sagen. „Ideal ist der Zustand dort ohne Standstreifen allerdings nicht“, findet auch er. Zwar gibt es in dem Bereich an manchen Stellen einen kleinen, abmarkierten Streifen, doch ein klassischer Standstreifen sei das nicht, denn der habe eine Mindestbreite von 2,50 bis drei Metern.

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