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Thierhaupten

16.01.2020

Zwei Partner für das Seniorenzentrum in Thierhaupten

Im Vordergrund ist das Grundstück mitten im Ortszentrum von Thierhaupten zu sehen, auf dem das Seniorenzentrum entstehen soll.
Foto: Margret Sturm

Das ins Schlingern geratene Vorhaben in Thierhauptens Ortsmitte nimmt wieder Fahrt auf. Doch ein zentraler Punkt sorgt nach wie vor für Diskussionen.

Die Planungen zum Neubau eines ambulanten Seniorenzentrums in Thierhaupten werden wieder konkreter. Nachdem die Sozialstation Meitingen im September des vergangenen Jahres ihren Ausstieg aus dem Gemeinschaftsprojekt verkündet hatte, haben nun Gespräche mit neuen Interessenten stattgefunden: Der Pflegedienst Sturm und das Bayerische Rote Kreuz wollen mit der Marktgemeinde kooperieren. Dabei könnten sich die beiden möglichen Partner gegenseitig in ihrer Arbeit ergänzen.

In der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderates Thierhaupten stellte die Geschäftsführerin Renate Sturm den Pflegedienst vor, den sie selbst 1991 in Affing gegründet hatte. Heute gehören dem familiengeführten Unternehmen auch Niederlassungen in Thierhaupten und Göggingen an.

Auch Plätze in der Tagespflege sind geplant

Laut Geschäftsführerin verfüge der Betrieb über ein großes Versorgungsnetzwerk: Der Pflegedienst wird ergänzt durch das Sanitätshaus und die Gesundheitspraxis Sturm sowie eine ambulant betreute Senioren-Wohngemeinschaft in Mühlhausen. Erfahrungswerte, die im Thierhauptener Seniorenzentrum nützlich sein könnten: Auch hier soll eine derartige Wohngruppe entstehen. Bisher geplant waren unter anderem auch acht bis neun Plätze in der Tagespflege. Dort würde sich Renate Sturm eine Anpassung auf mindestens 20 Teilnehmer wünschen.

Gleicher Ansicht zeigte sich auch Thomas Haugg vom Bayerischen Roten Kreuz. Als Geschäftsführer des Kreisverbandes Augsburg-Land bestätigte er: „Erst ab einer solchen Anzahl an Teilnehmern rechnet sich die Tagespflege.“ Die Rolle seiner Organisation umriss er ganz deutlich: „Wir können dort beraten und im tagtäglichen Leben unterstützen, wo Bedarf ist.“

Dabei sieht Haugg den Pflegedienst Sturm nicht etwa als Konkurrenz. Stattdessen sei für ihn eine „wunderbare Zusammenarbeit“ vorstellbar: Durch das Mitwirken von 5500 Ehrenamtlichen im Kreisverband Augsburg-Land sei zum Beispiel die Einrichtung eines Hausnotrufes und eines Nachtwachtdienstes in dem Seniorenzentrum möglich, das in Thierhauptens Ortskern entstehen soll. Den geplanten Standort begrüßten beide.

Freie Wähler: „Wir sind gegen diesen Standort“

Doch gerade die vorgesehene Lage des Gebäudes sorgt immer wieder für Diskussionen. Im Namen der Freien Wähler betonte Gemeinderat Paul Heinrich während der jüngsten Sitzung: „Wir sind gegen diesen Standort.“ Das Gelände unterhalb der Kirche biete keinen Platz für mögliche Vergrößerungen der Pflegeeinrichtung. Außerdem wies Heinrich auf eine schlechte Park- und Verkehrssituation gerade in Hinblick auf die benachbarte Kindertagesstätte hin. Dabei sei das Projekt ein wichtiges Thema für die Freien Wähler, welches man nicht hinauszögern wolle.

Zweite Bürgermeisterin Renate Durner (SPD) hingegen sah keinen Diskussionsbedarf und lobte das „tolle Konzept“ des geplanten Projektes. Franz Hölzl (CSU) erinnerte an bisher gute Entwürfe aus städtebaulicher Sicht und fügte hinzu: „Verkehrstechnisch wird das auch funktionieren.“

Überzeugt vom Grundstück in der Ortsmitte

Mit einer sachkundigen Bewertung von Konzeption und Lage wandte sich Regina Mayer vom Landratsamt Augsburg an das Gremium. Als Fachbereichsleiterin Soziales Betreuungswesen und Seniorenfragen zeigte sie sich überzeugt vom Grundstück in der Ortsmitte: „Wir sprechen von rüstigen Menschen mit nur ambulantem Pflegebedarf, die im dörflichen und kulturellen Leben integriert sein wollen.“ Auch die begrenzte Fläche sei für sie kein Kritikpunkt, da später ebenso an anderer Stelle erweitert werden könnte. So spreche sich auch das Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) für eine kleinräumigere Planung und gegen große Blockbauten aus.

Mayer betonte die ambulante Auslegung des geplanten Seniorenzentrums vor allem im Kontrast zu einer stationären Einrichtung, die eine größere Fläche mit Garten und somit eine Lage eher außerhalb des Ortes erfordern würde. In Thierhaupten sei ein solches stationäres Heim derzeit jedoch nicht wirtschaftlich zu betreiben, wie die Fachbereichsleiterin weiterhin erklärte.

Unter anderem fehle es an Bedarf und am Interesse möglicher Träger. Bürgermeister Toni Brugger (CSU) rief dazu auf, die Meinungen sämtlicher Experten nicht außer Acht zu lassen und betonte: „Die Menschen im Ort warten auf das Seniorenzentrum.“

Trotz aller Standort-Debatten beschloss das Gremium einstimmig: Die Verwaltung wird damit beauftragt, das Konzept an die potenziellen Partner anzupassen.

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