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Allkampf

15.01.2021

„Allkämpfer geben niemals auf!“

Auch das gehört zum Repertoire des Allkampfs. Fritz Kinzel bei einem spektakulären Bruchtest.
Foto: Allkampfschule Kinzel

Fritz Kinzel konnte 2020 trotz Corona gleich mehrere Jubiläen feiern. Seit 1995 leitet er die älteste Allkampfschule in Europa

Für den 52-jährigen Fritz Kinzel war 2020 ein mehr als besonderes Jahr. Nicht nur wegen Corona. Seit 35 Jahren betreibt er nun Kampfsport und der hat sich zu weit mehr als nur einem Hobby entwickelt. 1985 begann der damals 17-Jährige seine Allkampf-Karriere im Allkampf-Center Zusmarshausen. Daneben trainierte er noch zusätzlich Taekwondo unter dem heutigen Großmeister und Gründer des Allkampf-Jitsu-Systems Jakob Beck (10. Dan).

1989 ging Kinzel dann zur Polizei. Hier kamen die Sportarten Judo, Ju-Jutsu sowie Aikido hinzu. Zum einen brachten ihm dort die Trainer Josef Art, Peter Weidinger und Johannes Daxbacher einiges an fachlichem Wissen bei, zum anderen sammelte er im polizeilichen Dienst reichlich persönliche Erfahrungen. Dieses Wissen bringt Kinzel nun seit mehr 25 Jahren selbst seinen Schülerinnen und Schülern in den eigenen Kampfsportschulen in Dinkelscherben, Agawang und Rettenbach bei. Als Behördentrainer und Polizeiausbilder für Selbstverteidigung, Schießen und polizeiliches Einsatztraining bildete er Generationen an jungen Polizistinnen und Polizisten bei der Bereitschaftspolizei Königsbrunn aus.

Kinzel begann auch mit der Teilnahme an Wettkämpfen und Meisterschaften im Ju-Jutsu und Taekwondo, später auch im Allkampf-Jitsu und Kickboxen. 1991 gründete er mit befreundeten Sportlern die Allkampfschule in Horgau, erweiterte sein Repertoire um Bo-Jitsu und Jiu-Jitsu

Im März 1995 übernahm er schließlich die erste Allkampfschule Deutschlands. Gelegen im kleinen Örtchen Steinekirch, einem Ortsteil von Zusmarshausen. Diese wurde 1974 von Jakob Beck persönlich gegründet und ist somit die älteste Allkampfschule Europas.

1996 erwarb Kinzel seine Kampfrichterlizenz bei der Deutschen Allkampf Union (DAU), deren Amt als zweiter Vorstand er seit 2003 ausführt. Ab 2000 entwickelte er eine neue Disziplin im Allkampf-Jitsu. 2004 dann wurde die bis heute bestehende Lehrstätte in Agawang eröffnet. Für einige Zeit trainierten die Sportler ab 2006 zusätzlich in Zusmarshausen. 2008 wurde der Sport- und Selbstverteidigungsverein Agawang gegründet. Fritz Kinzel repräsentiert den Verein von Beginn an als erster Vorsitzender. 2009 wurde in Rettenbach (Landkreis Günzburg) eine Abteilung für Allkampf-Jitsu und Aerokickkarate gegründet.

2014 musste der Verein die ursprüngliche Sportstätte in Steinekirch verlassen und nutzte die Gelegenheit, um seine Räumlichkeiten in ein neues Dojo nach Dinkelscherben zu verlegen. Somit begann mit dem 40-jährigen Bestehen und gleichzeitig dem Ende des Dojo Steinekirch (1974-2014) eine neue Ära.

Vor zehn Jahren legte Kinzel die letzte praktisch absolvierbare Prüfung zum 6. Dan und somit zum Großmeister im Allkampf-Jitsu ab und bereits fünf Jahre später wurde ihm von Jakob Beck und dem Budo Center Europa der 7. Dan verliehen – auch wegen besonderer Verdienste für den Sport. 2016 wollte sich Kinzel nochmals beweisen und legte den 6. Dan auch im Jiu-Jitsu ab.

2019 folgten die nächsten Jubiläen für den Kampfsportverein: Sie feierten das 45-jährige Bestehen der Schule und das zehnjährige Bestehen der Abteilung in Rettenbach.

„Ich hoffe, ich kann diesen tollen Sport noch viele Jahre ausüben“, sagt Fritz Kinzel. Er möchte sein Wissen noch an viele Schüler weitergeben und die durch den Sport gewonnenen Freundschaften pflegen. Auch in diesem für den Amateursport schwierigen Jahr 2020 konnte der Schulleiter auf seine Trainer und Mitglieder zählen. Mit Online- und Outdoortrainings ließ man sich etwas einfallen, wie alle weiterhin fit bleiben können. Nun hofft er, „dass alle gesund bleiben und wir bald wieder gemeinsam trainieren können und dass wir den Spaß und die Freude nicht verlieren.“ Dabei gibt er seinen Schützlingen eines mit auf den Weg: „Ein Allkämpfer gibt niemals auf!“

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