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AL-Frühjahrscheck

07.03.2020

Bereit für eine Herkulesaufgabe

Auf geht’s! Selami Murseli und Neuzugang Metin Bas (von links) sind bereit, mit dem TSV Neusäß den fast aussichtslosen Kampf um den Klassenerhalt aufzunehmen.
Bild: Oliver Reiser

Der TSV Neusäß hat eigentlich keine Chance mehr auf den Klassenerhalt – aber die will man nutzen

Frühjahrscheck, Teil 2. Nach dem SV Cosmos Aystetten werden wir diesmal den zweiten Vertreter in der Bezirksliga Süd, den TSV Neusäß, bei unserem Frühjahrscheck unter die Lupe nehmen. Die Schützlinge von Trainer Charly Pecher bestreiten am Wochenende einen Doppeltest gegen die SpVgg Langerringen und den TSV Hollenbach.

Mit 14 Punkten steckt der TSV Neusäß tief im klebrigen Abstiegssumpf fest. Der Relegationsplatz ist sieben Punkte entfernt. Zum rettenden Ufer fehlt nochmals ein weiterer Zähler. Vor allem im Angriff sind die Lohwaldkicker an Harmlosigkeit nicht zu übertreffen, konnten in 19 Spielen erst ein Dutzend Tore bejubeln. „Wir haben verletzungsbedingt einige Tiefschläge hinnehmen müssen, waren oft die bessere Mannschaft, aber hatten kein Spielglück“, will Trainer Charly Pecher aber die Flinte noch längst nicht ins Korn werfen.

Für das Unternehmen Klassenerhalt wurde nochmals nachgelegt. Vom TSV Gersthofen kamen Axel Rehm und Tim Wilde, von der SpVgg Bärenkeller David Golles. Dazu der Ex-Neusässer Metin Bas. Der 37-Jährige, der zuletzt ein Jahr pausiert hat, könnte für die nötigen Tore sorgen. „So ein Typ Spieler hat uns in der Vorrunde gefehlt“, sagt Charly Pecher. Beruflich bedingt kann er jedoch kaum trainieren. Pecher: „Vielleicht kann er eine Jokerrolle spielen?“ Jüngster Neuzugang ist Nelson Wongo vom Bezirksliga-Konkurrenten SV Türkgücü Königsbrunn. Der 20-Jährige mit angolanischen Wurzeln ist gebürtiger Augsburger und wurde in der Jugend des FCA ausgebildet. „Ein talentierter Junge, der aber lange pausiert hat“, sagt Pecher über den Angreifer. Tim Hofbauer (SV Bärenkeller), Valentin Walter (TSV Lützelburg) und Martin Brozovic (Karriere beendet) sind weg.

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Karl-Heinz „Charly“ Pecher hat die Mannschaft im Winter 2017/18 in einem desolaten Zustand übernommen und ist mit ihr aus der Bezirksliga abgestiegen. Erfolgreich wurde dann ein Neuaufbau betrieben und der sofortige Wiederaufstieg geschafft. Seit seinem Amtsantritt kämpft der 53-Jährige, der zu Beginn der Saison krankheitsbedingt von Co-Trainer Frank Lehrmann vertreten wurde, mit anhaltendem Verletzungspech. Zum Trainerstab gehören weiterhin Alexander Mayer, der sich um die Torhüter kümmert, und Kultbetreuer Karl Lenz, der das Mädchen für alles gibt. Als sportlicher Leiter fungiert Günther Hausmann.

Wenn das Wort Pechvogel auf jemanden zutrifft, dann auf Nico Rehm. Fast ein Jahr hat der Abwehrspieler wegen eines Kreuzbandrisses pausiert, um sich dann beim ersten Einsatz im Testspiel gegen den SSV Alsmoos-Petersdorf gleich nach fünf Minuten wieder das Kreuzband zu reißen. „Wir haben wahnsinnig viel Pech“, stöhnt Coach Pecher. Auch Moritz Schiele (Kreuzbandriss) wird diese Saison nicht mehr zum Einsatz kommen. Verletzt sind auch Neuzugang David Golles (Bänder) und Florian Sedlak, der sich aber langsam heranarbeitet. Tim Wilde war zuletzt vier Wochen im Urlaub. Eine „Wunschelf“ wird für Pecher also auch weiterhin ein Traum bleiben. Zum Dreh- und Angelpunkt hat sich in der Vorbereitung der eigentlich nur für die zweite Mannschaft vorgesehene Selami Murseli entwickelt. „Ein guter Fußballer mit viel Ruhe am Ball“, sagt Pecher, „leider kann auch er arbeitstechnisch nur wenig trainieren.“

Beim TSV Neusäß wurde die Vorbereitung um vier Wochen verlängert. Auf freiwilliger Basis und unter Anleitung der Leichtathletik-Trainerinnen des TSV traf man sich zu Stabilitäts- und Koordinationsübungen. Höhepunkt war der 3:1-Sieg gegen den Landesligisten FC Ehekirchen. „Da haben wir vor allem taktisch sehr diszipliniert gespielt“, freut sich Charly Pecher.

Der Startschuss ins Jahr 2020 erfolgt mit dem Kellerduell beim TSV Friedberg. „Dieses Spiel ist richtungsweisend – aber für beide“, sagt Pecher. Deshalb habe er kein Problem mit dem Druck. „Sieben Punkte Rückstand sind eine Herkulesaufgabe. Wir haben eigentlich keine Chance, aber die werden wir nutzen“, ist er trotzdem grundsätzlich vom Klassenerhalt überzeugt. „Alles andere wäre widersinnig. Wir können nur gewinnen.“ Deshalb werde man alles daransetzen, den letzten Strohhalm zu ergreifen, und noch mehr investieren. Pecher setzt auch darauf, dass in den restlichen Partien das zuletzt so oft fehlende Spielglück zurückkehrt.

Der Abstand ist schon sehr groß. Nur Superoptimisten glauben, dass der TSV Neusäß dem drohenden Abstieg noch entgehen kann. Aber abgerechnet wird bekanntlich zum Schluss.

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