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Osttangente

03.08.2015

Widerstand gegen die Osttangente: Nun rudert auch die CSU zurück

Die Bundesstraße AIC 25 in Höhe der Abfahrt Lechhausen/Stätzling. Die Straße soll vierspurig zur Augsburger Osttangente ausgebaut werden.
Bild: Annette Zoepf

Die Proteste gegen die Osttangente haben bei der CSU scheinbar Wirkung gezeigt: Sie hält die Bedenken für nachvollziehbar und stellt nun einen eigenen Kriterienkatalog auf.

Im neuen Bundesverkehrswegeplan sehen CSU-Politiker für lange Zeit die einzige Möglichkeit, die Verkehrsprobleme in der Region zu lösen. Doch angesichts der zunehmenden Proteste, auf die die Pläne für eine Osttangente stoßen, mehren sich auch bei den Christsozialen die Bedenken. Von einer großen Lösung, die vierspurig von der Autobahn bei Derching zur Bundesstraße 17 bei Oberottmarshausen führt, will inzwischen niemand mehr etwas wissen.

So wie im Augsburger Westen die vierspurige B17 (=Westtangente) den Verkehr um die Großstadt herumlenkt, so soll langfristig auch östlich des Lechs eine leistungsfähige Umgehungsstraße den überörtlichen Verkehr aufnehmen – und den Augsburger Osten ebenso wie Friedberg und Kissing entlasten. Doch zahlreiche Umweltverbände, Grüne, ÖDP und Unabhängige haben sich im Landkreis Aichach-Friedberg in einem Aktionsbündnis gesammelt, das gegen die Osttangente trommelt.

Der Bauernverband im Wittelsbacher Land rechnet vor, dass 250 Hektar Land verbraucht werde. Das bringe nicht nur Familienbetriebe unter Druck, sondern mindere nachhaltig die Lebensqualität aller Bürger. Und selbst der Friedberger Kleingartenverein und die Rassegeflügelzüchter sehen ihre Anlagen bedroht. Sie wollen sich mit allen Mitteln gegen den Verlust ihres „kleinen Paradieses“ wehren, kündigten sie bei einer Infoveranstaltung an.

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Augsburger Osttangente stößt auf Kritik in der Region

Auf Zustimmung stieß das Projekt ohnehin nur in Friedberg und Kissing. Stadt- und Gemeinderäte erhoffen sich von der Osttangente eine Entlastung ihrer Ortsdurchfahrten. Doch die Marktgemeinde Mering hat ebenso Nein gesagt wie die Stadt Königsbrunn. Gerade eben hat die Meringer CSU noch einmal bekräftigt, dass sie eine vierspurige Straße mit überörtlicher Bedeutung ablehnt. Denkbar sei allenfalls eine zweispurige Umfahrung von Kissing und Mering St. Afra, die dann auf die Staatsstraße nach Königsbrunn führt.

Auch der CSU-Kreisverband unter der Führung des Landtagsabgeordneten Peter Tomaschko betont in einer kürzlich verabschiedeten Resolution, dass die Straße möglichst flächensparend auf Bestandsstraßen errichtet werden, natur- und umweltverträglich sein und größtmöglichen Lärmschutz bieten soll. Im Übrigen habe nie jemand von einem autobahnähnlichen Ausbau gesprochen, heißt es. Das Wort „Osttangente“ kommt in der Erklärung schon gar nicht mehr vor und soll am besten ganz aus dem Wortschatz verschwinden.

CSU: Osttangente soll möglichst flächensparend errichtet werden

Dass die Bedenken gegen das Projekt nicht aus der Luft gegriffen sind, davon ließen sich die Bundestagsabgeordneten Hansjörg Durz und Volker Ullrich und die Landtagsabgeordnete Carolina Trautner bei einem Besuch in Königsbrunn überzeugen. Der Trassenverlauf zwischen Lechstaustufe 23 und B17 bei Oberottmarshausen werde „aus nachvollziehbaren Gründen abgelehnt“, hielten sie nach einem Gespräch mit Königsbrunns Bürgermeister Franz Feigl (CSU) fest.

Die drei CSU-Abgeordneten fordern deswegen die Darstellung von weiteren Trassenvarianten. Der Vorschlag Ullrichs, die Straße erst südlich der Staustufe 23 über den Lech zu führen, stieß allerdings bei der CSU Aichach-Friedberg und den Gemeinden bereits auf einhellige Ablehnung.

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