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Unwetter in Bayern
25.06.2021

Ständig Gewitter und Hagel - was ist mit dem Wetter in Schwaben los?

Blitze, Donner, Hagel und Starkregen. So sehen die Nächte seit vergangenem Sonntag fast überall in Bayern aus. Schuld ist das Tief Volker – es bringt feuchte und warme Luftmassen aus dem Mittelmeerraum in den Süden Deutschlands.
Foto: Matthias Balk, dpa

Seit Anfang der Woche bereiten schwere Gewitter Probleme. Auch in der Nacht auf Donnerstag wüteten Stürme besonders im Süden Schwabens. Noch ist kein Ende der Unwetterlage in Sicht.

Tagsüber warm und schwül, nachts kühl, stürmisch und gewittrig. Was zu Beginn der Woche noch für Erleichterung nach der ersten Hitzewelle des Jahres gesorgt hat, wird immer mehr zum Ärgernis. Denn auch in der vergangenen Nacht haben Unwetter in verschiedenen Regionen Bayerns große Schäden angerichtet. So auch in Schwaben.

„Wir hatten in der Nacht auf Donnerstag etwa 65 Anrufe mit Unwetterbezug“, berichtet Pressesprecher Dominic Geißler vom Polizeipräsidium Schwaben Süd/West. Besonders heftig sei es in den Landkreisen Günzburg und Neu-Ulm verlaufen. Anrufer meldeten zahlreiche vollgelaufene Keller, überflutete Straßen und Gehwege sowie versperrte Unterführungen. Auf der A7 bei Füssen sorgte eine mehrere Zentimeter hohe Hagelschicht für einzelne Verkehrsbehinderungen.

Im Süden Schwabens wütete der Sturm besonders schlimm

In Krumbach standen eine Waschanlage und mehrere Fabrikhallen unter Wasser, in Ichenhausen bei Günzburg wurde wegen eines lokalen Hochwassers kurzzeitig aus Sicherheitsgründen eine Ortsnetzstation abgeschaltet, während in Unterknöringen, ebenfalls bei Günzburg, ein umgestürzter Baum für einen vorübergehenden Stromausfall in 17 Haushalten sorgte. „Die örtliche Feuerwehr war im Dauereinsatz“, so Geißler. Erst in den frühen Morgenstunden habe sich das Geschehen beruhigt. Verletzt wurde niemand. Der Sachschaden stehe noch nicht fest, doch er dürfte immens sein.

Doch woran liegt es, dass derzeit Nacht für Nacht derart schwere Unwetter über Bayern hinwegziehen? Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst kann es erklären: „Das Tief Volker ist im Süden Deutschlands für diese Unwetterlage verantwortlich. Wenn die Sonne in die feuchtwarme Luft hereinscheint, dann können sich hohe Gewitterwolken bilden, die mit Unwettern, Starkregen und massivem Hagel für Schäden sorgen“, sagt er.

Große Regenmengen, wie aktuell bis zu 100 Liter in Teilen Süddeutschlands, kommen durch wenig Wind in der Atmosphäre zustande. Es bilden sich Unwetterzellen, die sich kaum vom Fleck bewegen, sodass es konzentriert in einzelnen Regionen und sogar Stadtteilen zu Unwettern kommt. „Wir haben ein Tiefdruckgebiet über Süddeutschland, das sich bis in größere Höhen auch in der Atmosphäre etabliert hat“, erklärt der Experte. „Die Luftmassen, die jetzt wetterbestimmend sind, sind feucht und warm, da sie ursprünglich aus dem Mittelmeerraum kommen. Das sind die besten Voraussetzungen dafür, dass sich Unwetter bilden.“

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Ein Phänomen, das schon seit knapp einer Woche in Süddeutschland anhält. In Schwaben kommt dem Sprecher des Deutschen Wetterdienstes zufolge eine südwestliche Strömung hinzu. Am Nachmittag bilden sich über dem Allgäu, den Alpen und dem Schwarzwald die ersten Unwetter, da sich das Wetter über den Bergen vergleichsweise stärker aufheizt. Der Wind treibe dann diese Gewitter weiter.

„Normal ist es sicher nicht, das sind aktuell schon extreme Wetterlagen, die aber bis August immer wieder über einen längeren Zeitraum vorkommen können“, erklärt Andreas Friedrich. Vor allem Starkregen sei in den vergangenen zwanzig Jahren häufiger geworden. „Das ist ein Trend, der natürlich eine Auswirkung der Klimaerwärmung sein kann“, berichtet er. Der Sprecher des Deutschen Wetterdienstes geht davon aus, dass Unwetter in Zukunft nicht häufiger, aber dafür immer heftiger werden könnten. Auf stärkere Hagelschläge oder große Regenmengen müsse man sich in Zukunft vorbereiten.

Noch ist kein Ende der Unwetterlage in Sicht

Auch für das Ende der Woche ist noch keine Erleichterung in Sicht. Im Osten Bayerns kann es am Freitag tagsüber zu weiteren Gewittern kommen. „Erst dann ist das vorerst ausgestanden, da die feuchtwarme Luft nach Osten abgedrängt wird“, sagt Friedrich. Doch lange wird die Ruhe nicht währen: „Zum Wochenstart sollen die Temperaturen wieder steigen und sich erneut Gewitter zusammenbrauen.“

Es bleibt zu hoffen, dass Südschwaben dann auch so glimpflich davonkommt wie der Norden – dort hat es laut Präsidiumssprecher Michael Jakob in der Nacht auf Donnerstag bis auf einen umgestürzten Baum und einen angehobenen Gullydeckel keine gravierenden Vorfälle gegeben.

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