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Donau-Ries-Kreis

13.11.2020

Massenweise Schmierereien und Aufkleber in Donauwörth

In der Nacht auf Donnerstag haben Unbekannte die Schule in Mertingen mit zahlreichen Graffiti verunstaltet.
Bild: Helmut Bissinger

Plus Im Donau-Ries-Kreis verunstalten Unbekannte mit Graffiti und Aufklebern Bauwerke und Verkehrsschilder. Die Polizei verstärkt die Ermittlungen.

Wer durch Donauwörth spaziert, kann es spätestens seit dieser Woche nicht mehr übersehen: Immer mehr Wände sind durch Schmierereien und Verkehrsschilder durch Aufkleber, neudeutsch „Sticker“ genannt, verunstaltet. Die Täter machen inzwischen auch vor historischen Bauwerken nicht mehr halt. Bei der Polizei gehen fast täglich Anzeigen ein. „Das hat massiv zugenommen“, berichtet Stephan Roßmanith, Pressesprecher der Inspektion Donauwörth. Doch auch andernorts treiben vor allem Graffiti-Sprüher ihr Unwesen, beispielsweise in Oberndorf, Mertingen und Rain.

Auch das Rieder Tor und das Färbertörl in Donauwörth werden beschmiert

Über mehrere Fälle haben wir in dieser Woche bereits berichtet. Einige weitere kamen hinzu. In Donauwörth besprühten Unbekannte nicht nur die Kolping-Berufsschule, sondern mittlerweile auch das Rieder Tor und Färbertörl mit Begriffen, Zahlen und Symbolen in schwarzer, gelber und roter Farbe. Die Stadt hat deshalb Strafanzeige bei der Polizei erstattet.

Schmiererei am Rieder Tor in Donauwörth.
Bild: Helmut Bissinger

Doch nicht nur die Schmierereien sind in der Großen Kreisstadt und in deren Umland ein Ärgernis. Seit einigen Wochen macht sich verstärkt eine Unsitte breit, alle möglichen Gegenstände, hauptsächlich aber Verkehrszeichen, mit Aufklebern zu „verzieren“. Besonders häufig zu sehen sind „Sticker“, mit denen offensichtlich am häufigsten Fans der Fußballteams des FC Augsburg und des TSV 1860 München massenweise ihre Sympathie zu den Vereinen kundtun wollen.

Manche Aufkleber schaden den Verkehrszeichen zusätzlich

Ein zusätzliches Problem hier: Ein Teil der Aufkleber lässt sich Roßmanith zufolge kaum entfernen. Der Kleber sei so stark, dass sich auch die reflektierende Beschichtung der Verkehrseinrichtungen ablöse. Ein Beispiel dafür seien die Warnbaken an der Überquerungshilfe im Josef-Dunau-Ring vor der Schule in Asbach-Bäumenheim. „Das ist bereits mehrmals passiert, und der Schaden ist hoch“, schildert der Polizeisprecher.

Zugeklebt und beschmiert sind diese Wegweiser bei Hamlar.
Bild: Müller

Wie Roßmanith, so geht auch Ralf Schurius, Leiter der Polizeiinspektion Rain, davon aus, dass für die Sachbeschädigungen vornehmlich Jugendliche und Heranwachsende in Betracht kommen dürften. Über das Motiv könne man nur spekulieren. Möglicherweise sei Langeweile mit im Spiel.

Dieses Schild in Donauwörth zieht offenbar Fußballfans magisch an.
Bild: Wolfgang Widemann

Auch Mertingen hat sich als Schwerpunkt der Schmierereien herauskristallisiert

Im Bereich der Rainer Dienststelle hat sich in den vergangenen Wochen Mertingen als gewisser Schwerpunkt herauskristallisiert. „Dort hatten wir auch anderweitigen Vandalismus“, so Schurius: „Das ist wohl eine Gruppe, die Sachen beschmiert und kaputtmacht.“ Neuester Fall: Am Donnerstag stellten Verantwortliche der Antonius-von-Steichele-Grundschule mehrere Graffiti an dem Gebäude fest. Die Tatzeit lag zwischen Mittwoch, 16.45 Uhr, und Donnerstag, 7.10 Uhr. Die Hinterlassenschaften auf der Fassade und einem Fenster enthalten die Schriftzüge „ACAB“, „PEMA“, „Pattex“ und „Lets do drugs kidz“. Geschätzter Schaden: rund 500 Euro.

Gerade an Hauswänden könnten die Kosten für die Reinigung und den Neuanstrich schnell in die Tausende von Euro gehen, weiß der Erste Hauptkommissar. Angesichts des Schadens und des Ärgers sei man bemüht, gerade die Einzeltäter oder Gruppen, die wiederholt auftreten, ausfindig zu machen. Vor etwa zwei Jahren sei dies in Rain gelungen. Seitdem seien dort die Schmierereien zwar nicht ganz abgestellt, aber sie kämen nicht so häufig vor. Andererseits stellt Schurius fest: „Auf dem Land fällt so etwas immer auf.“

In Donauwörth hat die Polizei jetzt die Bemühungen verstärkt, den Verursachern der Schmierereien auf die Schliche zu kommen. Eine Ermittlungsgruppe kümmere sich um die Fälle, teilt Stephan Roßmanith mit.

Vielfach angesprüht: die Kolping-Berufsschule in Donauwörth.
Bild: Helmut Bissinger

Schmierereien in Oberndorf: Die Kripo bittet weiter um Hinweise

In eine ganz andere Kategorie fallen nach Einschätzung der Gesetzeshüter die Schmierereien, die vor einer Woche in Oberndorf an mindestens 26 Stellen entstanden. Dort waren alle möglichen Objekte – von der Hauswand bis zum Bushäuschen – das Ziel von Unbekannten. Angesichts der anscheinend politischen Motivation der Täter übernahm – wie gemeldet – die Kripo Dillingen, genauer gesagt Beamte mit dem Spezialbereich Staatsschutz, die Ermittlungen.

Die Nachforschungen dauerten aktuell an, erklärt Dienststellenleiter Michael Lechner. Der bittet Zeugen, die etwas Verdächtiges beobachtet haben, sich bei der Kriminalpolizei zu melden. Telefon: 09071/560. Auch die Inspektionen in Donauwörth und Rain nehmen Hinweise entgegen. Telefon: 0906/706670 (Donauwörth) oder 09090/70070 (Rain).

Dazu gibt es auch einen Kommentar: Diese „Künstler“ will niemand

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