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Region Augsburg

25.03.2019

Bald sollen größere Wagen auf der Straßenbahnlinie 6 fahren

Auf der Linie 6 sind bislang häufig kleinere Fahrzeuge unterwegs. Das wollen die Stadtwerke künftig ändern.
Bild: Annemarie Rencken

Die Stadtwerke Augsburg sehen die Straßenbahnlinie 6 nach Friedberg-West als Erfolg. In Zukunft sollen dort andere Fahrzeuge unterwegs sein. Kommt die Verlängerung?

13.15 Uhr, Schulschluss, Königsplatz. Trauben von Kindern und Jugendlichen drängen sich in die Straßenbahn der Linie 6, Sitzplätze sind Mangelware in der alten und recht kleinen GT6. Das ändert sich spätestens in Hochzoll, und am Endpunkt am Park-and-ride-Platz Friedberg-West sitzen nur noch wenige Passagiere in der Tram. Trotzdem sehen die Stadtwerke Augsburg die im Dezember 2011 eröffnete Sechser als Erfolg. Stadtwerke-Sprecher Jürgen Fergg: „Wir sind mit der Entwicklung sehr zufrieden.“ Allein zwischen 2015 und 2017 seien die Zahlen im Haltestellenvergleich um zehn bis 20 Prozent gestiegen, im Textilviertel sogar um 40 Prozent. Deswegen sollen auf der Strecke auch bald längere Straßenbahnen zum Einsatz kommen.

Die Stadtwerke wollen bis zum Jahr 2023 insgesamt 21 neue Straßenbahnen kaufen, vor allem für die Verlängerung der Linie 3 nach Königsbrunn. Doch auch Friedberg soll profitieren. Denn wenn der Augsburger Hauptbahnhof umgebaut ist und die Linie 5 zum Uniklinikum fährt, werde die Linie 6 ihr volles Potenzial entfalten, prognostiziert Fergg.

Friedberger Stadtrat wünscht sich Verlängerung der Linie 6

In Friedberg hofft man, dass die Sechser ihr Potenzial eines Tages vor allem deswegen entfaltet, weil sie in die Stadt hinein führt. Dass die Endhaltestelle sich auf der grünen Wiese befindet, ist den Friedbergern von jeher ein Dorn im Auge. Um nach Friedberg zu kommen, müssen Passagiere in den Bus umsteigen. Zum Fahrplanwechsel im Dezember will der AVV mit neuen Linien und einem Stadtbus-Konzept die Anbindung verbessern. Auch der Park-and-ride-Platz ist immer gut gefüllt. Langfristig aber wünscht sich der Stadtrat, dass die Tram verlängert wird.

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Er folgte einem Antrag der SPD, die rechtzeitig in die Diskussion einsteigen möchte, bevor die Trasse der neuen Augsburger Ostumgehung die Verbindung zerschneidet. Dazu muss die Stadt Friedberg mit dem Landkreis Aichach-Friedberg, der für den ÖPNV zuständig ist, der Stadt Augsburg und den Stadtwerken in Verhandlungen treten. Wenn sich alle einig sind, wäre der nächste Schritt eine Machbarkeitsstudie. Mögliche Zielpunkte der Sechser sind der Volksfestplatz samt Schulzentrum und/oder der Bahnhof.

Die Fahrgastzahlen nach Friedberg stiegen deutlich

Wäre das keine Konkurrenz zur Paartalbahn? Nein, heißt es dort. Die Bayerische Regiobahn legt wie die Stadtwerke keine exakten Zahlen vor. Ein Sprecher sagt jedoch, seit 2009 seien die Fahrgastzahlen von Augsburg nach Friedberg um 30 Prozent gestiegen. Die Taktzeiten am Wochenende sollen verdichtet werden. Man würde außerdem einen Ausbau der Tramlinie begrüßen, weil Kunden dann auch zwischen Hochzoll und Friedberg in die Straßenbahn einsteigen und wenige Haltestellen zum Friedberger Bahnhof fahren könnten.

Die Bahn sei als schnelle Verbindung gedacht, die Tram erschließe dagegen ganze (Wohn-)Gebiete. Zum Vergleich: Die Fahrt vom Augsburger Hauptbahnhof nach Friedberg Bahnhof dauert mit der Paartalbahn nur zehn Minuten, mit Straßenbahn und Bus – mindestens – 30 Minuten.

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