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Friedberg

04.05.2020

Paartalbahn fährt wieder im 15-Minuten-Takt nach Friedberg

Alle 15 Minuten geht es nach Friedberg, alle 30 Minuten nach Aichach: Auf der Paartallinie läuft wieder der Regelbetrieb.
Bild: Christoph Lotter (Archiv)

Seit Montag läuft zwischen Augsburg und Ingolstadt wieder der Regelbetrieb. Beim Fuggerexpress nach München dauert es noch. Doch das hat offenbar gute Gründe.

Die Paartalbahn fährt seit Wochenbeginn wieder im Regelbetrieb, das heißt im bekannt (fast) 15-Minuten-Takt zwischen Friedberg und Augsburg. „Die Züge sind nur locker besetzt, also nutzerfreundlich in diesen Zeiten“, berichtet der Beauftragte der Stadt Friedberg für den Öffentlichen Personennahverkehr, Manfred Schnell. Auch nach Aichach klappt der 30-Minuten-Takt wieder, nach Ingolstadt geht es weiterhin jede Stunde.

Für den Fuggerexpress zwischen Augsburg und München wird dieser Zustand nach Angaben des Fahrgastverbandes Pro Bahn erst ab dem 18. Mai erreicht. Der Fahrgastverband berichtet darum von zahlreichen Beschwerden. „Der Knackpunkt ist, dass ein Netz, dessen Züge im Jahr fast 20 Millionen Zugkilometer zurücklegen und insofern umgerechnet am Tag zusammen mehr als einmal um die ganze Erde fahren, nicht auf Zuruf funktioniert“, erläutert Jörg Lange, Beauftragter für den Fugger-Express bei Pro Bahn.

Warum es beim Fuggerexpress zwischen Augsburg und München noch dauert

Züge müssten an den richtigen Stellen sein und dürften nicht im Werk stehen oder auf regelmäßige vorgeschriebene Instandsetzen und Durchsichten warten. Und vor allen Dingen müssten viele Mitarbeiter, allen voran die Triebfahrzeugführer, entsprechend des Fahrplans eingeteilt sein.


„Wer jetzt fordert, da müsse doch gleich morgen ein weiterer Zug fahren, fordert damit eben auch, dass dann quasi über Nacht ein Lokführer aus dem Überstundenabbau wieder in den Dienst beordert wird und sich von jetzt auf gleich beispielsweise überlegen muss, wer nun seine Kinder betreut“, äußert er Verständnis für die lange Dauer.

Doppelstockgarnituren auf der Strecke von Friedberg nach München

Aufgrund des in der gesamten Branche herrschenden Personalmangels seien auch schon vor Corona häufige Dienstplanänderungen die Regel gewesen. Das Management müsse aufpassen, nicht noch mehr Druck zu erzeugen, der die Arbeitsbedingungen in der Branche weiter verschlechtert. „Das steht und fällt mit dem Personal vor Ort“, sagt der Friedberger ÖPNV-Beauftragte Manfred Schnell mit Blick auf Lokführer, Zugbegleiter und Stellwerker. Immerhin wird zur Erhöhung der Kapazität auf der Achse Augsburg-München jedoch bereits jetzt ein Teil der Verstärkerzüge mit Doppelstockgarnituren gefahren.

Schnell weist darauf hin, dass der Regelverkehr weitestgehend auch für die AVV-Busse gelte. „Trotz geringem Fahrgastaufkommens waren und sind alle wesentlichen Verbindungen und Fahrten sichergestellt. Das ist keine Selbstverständlichkeit in diesen Zeiten“, findet Schnell.

So läuft es bei der Tramlinie 6 zwischen Friedberg-West und Augsburg

Dass die Tramlinie 6 zwischen Friedberg-West und Augsburg wochenlang nur im Ferienfahrplan fuhr, war wegen des geringen Fahrgastaufkommens seiner Einschätzung nach kein Problem. Nur anfangs habe es mit der Abstimmung zwischen Tram und Bus gehapert. „Jetzt läuft es aber wieder rund“, berichtet Schnell. (AZ)

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