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Verkehr im Wittelsbacher Land

14.04.2015

Unabhängige lehnen Pläne für Osttangente ab

Kreisräte bezweifeln den erhofften Nutzen eines autobahnähnlichen Ausbaus. Nur in einem Punkt lassen sie mit sich reden.

Aichach-Friedberg Der geplante Ausbau der Kreisstraße AIC25 und der B2 zur Augsburger Osttangente ist unverantwortlich. Zu dieser Einschätzung kommen die Unabhängigen im Landkreis Aichach-Friedberg. Sie kritisieren den Landverbrauch, die Kosten und die unzureichende Entlastungsfunktion des Projekts für die B300 in Friedberg. „Eine Kissinger Umfahrung ist dringend notwendig, jedoch ohne Autobahnausbau“, stellte sie in einer Pressemitteilung fest.

Bei einer offenen Fraktionssitzung beschäftigten sich die Unabhängigen aus dem Kreistag mit dem Straßenbauprojekt, das von den Bürgermeistern aus Friedberg, Kissing und Aichach auch mit Unterstützung der Landtags- und Bundestagsabgeordneten betrieben wird. Die örtlichen Politiker setzen darauf, dass die Straße im neuen Bundesverkehrswegeplan als vordringlicher Bedarf festgelgt und anschließend in vier Teilstücken verwirklicht werden kann (wir berichteten.

Die Tangente soll eine Verbindung von der Autobahn A8 bei Derching zur B17 bei Königsbrunn herstellen. Der Fraktionsvorsitzende Sepp Bichler kritisierte vor allem den Flächenverbrauch bei einem vierspurigen Ausbau auf 24 Kilometer Länge. Wertvolle Biotop-, FFH- und Naturschutz-Gebiete würden durch diese Maßnahme zerschnitten. Für diese sensiblen Bereiche müssten in erheblichem Umfang Ausgleichsflächen bereitgestellt werden.

„Das Ziel dieser Planungen ist, die B 17 zu entlasten, da diese nicht mehr aufnahmefähig ist. Dies geht eindeutig zulasten unseres Landkreises“, so Bichler. Nicht der Individualverkehr, sondern der ständig zunehmende Lkw-Verkehr schaffe diese Probleme. Eine Umgehung von Kissing müsste nach seiner Einschätzung auch als kleine Lösung möglich sein.

Die Hoffnung, die B 300 im Bereich von Friedberg zurückzubauen und zu entlasten, wie es im Friedberger Stadtrat diskutiert wird, verwies Bichler ins Reich der Märchen. Bezüglich der Rückstufung der B 300 berichtete der Kreisrat und Pöttmeser Bürgermeister Franz Schindele: „Geschwindigkeits- und Tonnagenbegrenzungen sind rechtlich kaum durchzusetzen.“ Dies könne er mit Schreiben aus dem Landratsamt belegen.

Wenn die Trasse von der A 96 zur A 8 bei Derching durchgehend vierspurig ausgebaut würde, könnte sich die erhoffte Verkehrsberuhigung für Friedberg ins Gegenteil umkehren, fürchtet Erich Schuster aus Derching. Verkehr von der B 17 würde sich auf den Augsburger Osten verlagern. Mit Unverständnis reagierten Teilnehmer auf die Tatsache, dass entlang der B 300 trotz Klagen über Belastungen weiterhin Wohnungen gebaut werden. Eine Ursache für den B 300-Verkehr ist laut Edmund Dorsch innerörtlicher Ziel- und Quellverkehr, der nicht zu verhindern sei.

Die prognostizierten Kosten in Höhe von 180 Millionen Euro sind nach Meinung der Unabhängigen in keiner Weise durch Fakten belegt. Das Beispiel AIC 25 neu zeige, dass Fertigstellungskosten die ersten Kostenschätzungen um ein Vielfaches übersteigen.

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