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Burgau

19.02.2018

Gefährliche Rutschpartien auf den Straßen

Nichts ging mehr am Samstagmittag auf der A 8 in Fahrtrichtung Stuttgart kurz vor der Anschlussstelle Burgau.
Bild: Mario Obeser

Die in der Heftigkeit nicht vorhergesagten Schneefälle machten vor allem Autofahrern zu schaffen. Im Blickpunkt stand am Samstag die A8. Aber auch andernorts krachte es.

Verkehrte Welt: Am Samstag hat es im Norden Schwabens und in Mittelschwaben viel kräftiger geschneit als im Allgäu. Das lässt sich auch an der Zahl der Unfälle ablesen, die der Polizei gemeldet worden sind: Nördlich von Memmingen waren es 133 Verkehrsunfälle, im Süden Schwabens 38, zieht ein Beamter des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West gestern Bilanz. Die meisten der Rutschunfälle liefen glimpflich ab – also ohne verletzte Personen. Nicht ohne Verletzungen ging es allerdings am Samstagmittag auf der A8 ab. Dort kam es zu insgesamt drei Verkehrsunfällen zwischen Zusmarshausen und Burgau. All das spielte sich rund 500 Meter vor der Burgauer Anschlussstelle ab.

Dabei wurden vom Rettungsdienst insgesamt 13 Personen als verletzt eingestuft. Von neun Verletzten sprach die Polizei, die teilweise vorsorglich in Krankenhäuser gebracht wurden. Bei den Karambolagen entstand ein Gesamtsachschaden von knapp 60000 Euro. Zum Unfallzeitpunkt herrschten starker Schneefall und winterliche Straßenverhältnisse. Die Einsatzkräfte waren zunächst von einer Massenkarambolage ausgegangen, ehe vor Ort schließlich drei Unfälle festgestellt wurden. Ein Beamter der Autobahnpolizei Günzburg sprach gestern von einem „harten Tag“. Er vermutet, die Einsatzhäufigkeit vorgestern „tendiert zu Platz eins in diesem Winter“.

Ein Auffahrunfall ohne Verletzte ereignete sich gegen 11.15 Uhr auf dem linken von drei Fahrstreifen. Dabei musste der vorausfahrende Fahrzeuglenker wegen erhöhten Verkehrsaufkommens und starken Schneefalls abbremsen. Dem nachfolgenden Autofahrer gelang es nicht mehr, rechtzeitig zu reagieren. Er fuhr leicht auf. Der Sachschaden betrug etwa 6000 Euro.

Eine teure Kettenreaktion

Gleich darauf, diesmal auf dem mittleren Fahrstreifen, musste ein Mercedes-Fahrer, wegen des langsam vorausfahrenden Verkehrs abbremsen, der Lenker des hinter ihm fahrenden VW-Busses bremste ebenfalls. Die Fahrerin, die wiederum dahinter war, schaffte das nicht mehr. Ihr Hyundai schob den VW-Bus auf den Mercedes auf. Dabei wurden laut Polizei fünf Personen leicht verletzt. Der Gesamtschaden wird hier auf etwa 27000 Euro geschätzt.

Kurz danach musste ein BMW-Fahrer auf dem linken Fahrstreifen wegen des bereits erwähnten, vorausgegangenen Unfalls stark abbremsen und kam noch zum Stehen. Ein nachfolgender Porsche-Fahrer bremste ebenfalls ab. Allerdings erkannte dies ein weiter BMW-Fahrer zu spät und schob den Porsche auf den bereits stehenden BMW. Alle vier Insassen des ersten BMW wurden dabei leicht verletzt. Der Gesamtschaden beläuft sich nach Angaben der Polizei auf ungefähr 26000 Euro.

16 Feuerwehren waren im Einsatz

Die Feuerwehren aus Zusmarshausen und Burgau waren an der Einsatzstelle. Der Rettungsdienst war mit 16 Fahrzeugen aus Günzburg, Kötz, Jettingen, Zusmarshausen und die Schnelleinsatzgruppe Transport Süd mit über 40 Kräften, darunter auch vier Notärzte, vor Ort. Die Autobahnpolizei Günzburg kümmerte sich um die Unfallaufnahme, das Technische Hilfswerk Günzburg unterstützte bei der Absicherung der Unfallstelle. Auch die Autobahn-Betreibergesellschaft Pansuevia war im Einsatz.

Die Autobahn war für rund 1,5 Stunden komplett, auf der linken und mittleren Fahrspur für rund vier Stunden gesperrt. Es bildete sich ein Stau von etwa acht Kilometern Länge allein durch diese drei Unfälle. Auf der Strecke zwischen der Anschlussstelle Neusäß/Gersthofen und Burgau wurde am Samstagnachmittag durch weitere Kollisionen auf schneeglatter Fahrbahn eine Gesamtstaulänge von bis zu 20 Kilometern gemeldet.

Ein unvollständiger Auszug der Unfall-Liste

Die winterlichen Straßenverhältnisse waren Ursache für viele weitere Unfälle am Wochenende. Hier nur ein unvollständiger Auszug:

Krumbach: Im Dienstbereich der Polizeiinspektion Krumbach kam es am Samstagabend zu drei Unfällen, bei denen Autos in umgestürzte Bäume gefahren sind. Personen wurden nicht verletzt, der Sachschaden ist gering.

Kötz: Auf der schneebedeckten Straße zwischen Limbach und Eberbach kam ein 42-jähriger Autofahrer nach links von der Fahrbahn ab und überfuhr dabei ein Verkehrszeichen. Die Schadenshöhe beläuft sich auf 3300 Euro.

Ichenhausen: Ein 31-jähriger Lastwagenfahrer war am Samstagnachmittag kurz nach 14 Uhr mit seinem Gespann in der Günzburger Straße Richtung Günzburg unterwegs. Kurz vor der Abzweigung Friedenstraße musste er verkehrsbedingt abbremsen. Hierbei verlor der Fahrer wegen der Schneeglätte die Kontrolle über sein Gespann, weshalb er nach rechts von der Straße abgekommen ist und auf dem angrenzenden Fußweg zwei Bäume beschädigte. Verletzt wurde niemand.

Ichenhausen: Ein 66 Jahre alter Mann befuhr am Samstagvormittag die Staatsstraße 2023 von Schneckenhofen in Richtung Rieden. Winterliche Straßenverhältnisse und der Fahrer, der laut Polizei unter Alkoholeinfluss stand, waren eine ungünstige Kombination. Der Fahrer kam mit seinem Fahrzeug zunächst nach rechts ins Bankett, stieß dann gegen einen Baum und schleuderte anschließend über die Gegenfahrbahn gegen einen weiteren Baum. Bei dem Unfall verletzte sich der Fahrer leicht an der Hand. Es entstand ein Sachschaden, so die Polizei, in Höhe von ungefähr 10000 Euro.

Günzburg: Am späten Samstagnachmittag fuhr ein 31-Jähriger auf der Staatsstraße 1168 von Niederstotzingen kommend in Richtung Günzburg. Etwa 300 Meter südlich von Riedhausen kam der Pkw nach Auskunft der Polizei offenbar wegen überhöhter Geschwindigkeit in Verbindung mit der winterglatten Straße ins Schleudern und kollidierte mit einem entgegenkommenden Auto. Durch den Aufprall wurde der Entgegenkommende in den Straßengraben geschleudert. Zwei Insassen dieses Autos verletzten sich dadurch. Sie wurden mit dem Rettungswagen ins Klinikum Günzburg gebracht. Bei dem Unfall entstand ein Sachschaden in Höhe von rund 22000 Euro.

Beim Fahrer, der laut Polizei deutlich unter Alkoholeinfluss stand, wurde eine Blutentnahme veranlasst. Da er zunächst vorgab, nicht er, sondern sein „Schwager“ wäre mit seinem Auto gefahren und außerdem einräumte, er habe gar keinen Führerschein, wird zusätzlich gegen den Fahrer ermittelt.

Die Straße war im Bereich der Unfallstelle zur Unfallaufnahme für etwa eine Stunde durch die Feuerwehr gesperrt. (obes, ioa, zg)

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